Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Villa Staub erstrahlt in neuem Glanz

Die Villa Staub mit angeschlossenem «Fabrikli» hat eine bewegte Geschichte. Nach einer halbjährigen Renovation kann der jetzt denkmalgeschützte Bau nun von den neuen Mietern bezogen werden.
Christopher Gilb
Stiftungsratspräsident Beat Dittli führte gestern durch die frisch renovierte Villa Staub an der Chamerstrasse. (Bild: Stefan Kaiser)

Stiftungsratspräsident Beat Dittli führte gestern durch die frisch renovierte Villa Staub an der Chamerstrasse. (Bild: Stefan Kaiser)

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Die Liegenschaft solle in eine Stiftung überführt werden, die «den dauernden privaten Denkmalschutz unter öffentlicher Aufsicht der Gebäulichkeiten und des Naturgartens» zur Aufgabe hat. So die etwas kryptischen letzten Worte von Hans Staub in Bezug auf seine Liegenschaft an der Chamerstrasse 10 in der Stadt Zug, die Villa Staub. Staub, der sich als LDU-Politiker und Naturschützer einen Namen im Kanton Zug gemacht hatte, war 2013 kinderlos gestorben. Die Vorstadtvilla mit angebautem dreistöckigem Gewerbeteil, dem sogenannten Fabrikli, die einst sein Urgross­vater Carl Ludwig Staub 1896/97 bauen liess, ging also in Besitz der Hans-A.-Staub-Stiftung über. Während zweieinhalb Jahren wurde die Villa von der Musikschule zwischengenutzt. Danach renovierten die Eggenspieler Architekten AG das Gebäude innerhalb eines halben Jahres.

Gestern konnte der Bau nun besichtigt werden. «Eine wirklich gelungene Renovation», befand Beat Dittli, Präsident der Stiftung. Ein Kostendach von 1,2 Millionen Franken hatte man den Architekten gegeben. «Zwar hat Ernst Staub der Liegenschaft einige Franken Kapital überlassen, dieses ging aber zum grossen Teil als Erbschaftssteuer an den Staat», erklärte Dittli. Die Renovierung wurde also durch eine Hypothek und einen Zuschuss von der Denkmalpflege finanziert. Die Stiftung liess die Stadtvilla unter Denkmalschutz stellen. Eine gute Entscheidung, wie Nathalie Walter von der Denkmalpflege Zug am Rundgang sagte, schliesslich hätten die meisten anderen Gebäude aus dieser Bauzeit in der Neustadt längst anderen Häusern weichen müssen.

Die Stadt wollte die Villa abreissen

In seiner Rede ging Dittli dann noch einmal auf die vielseitige Geschichte der Liegenschaft ein. «Der Wohnteil orientiert sich Richtung See, das Fabrikli Richtung Gleise, die knapp 50 Meter nördlich von diesem verliefen. Eine solche Kombination ist selten», so Dittli. Tätig war Carl Ludwig Staub in der aufblühenden Elektrotechnik. Im Fabrikli wurden Schalter, Lampenfassungen und die damals berühmten Staub-Sicherungen aus Porzellan hergestellt. «Die heute weltweit tätige Luzerner Firma Schurter übernahm das Geschäft dann 1939», erzählte Dittli weiter. Nach dem Verkauf wanderte die Familie Staub nach Australien aus. Zwei Jahre danach kehrte die Mutter aber mit Sohn Hans zurück und bewohnte wieder die Villa.

Aus wirtschaftlichen Gründen musste das Fabrikli aber an die Stadt verkauft werden. «Einige von uns werden sich noch an den Kindergarten darin erinnern», so Dittli. In den 1980er-Jahren wollte die Stadt dann auch die Villa kaufen, um sie abzureissen, doch der damalige Besitzer Hans Staub liess sich darauf nicht ein. 2006 kaufte er dann sogar das Fabrikli zurück. «Heute ruht Hans Staub selbst auf dem Areal», wie Architekt Christoph Eggenspieler verriet. «Er wacht über uns.» Schwerpunkt der Arbeit seines Teams sei es gewesen, so Eggenspieler, das Haus von innen zu entschlacken und die charakteristischen Merkmale zum Vorschein zu bringen. Baulich wurde nichts verändert, einzig ein kleines Velohaus wurde aufgrund entsprechender Vorgaben gebaut.

Der Umbau ist gelungen: Die Räume wirken wie zu einer anderen Zeit, aber trotzdem angenehm neu. Das Haus verfügt jetzt über zwei Wohnungen, Büroräumlichkeiten und Gewerberäume. Alles ist vermietet. Ins Büro zieht eine Stiftung, ins Fabrikli ein Grafikerbüro.

Eines der renovierten Zimmer in der Villa Staub. (Bild: Stefan Kaiser)

Eines der renovierten Zimmer in der Villa Staub. (Bild: Stefan Kaiser)

Im Inneren der Villa Staub wurde einiges renoviert, aber so, dass der ursprüngliche Charakter nicht verloren gegangen ist. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 24. Januar 2018))

Im Inneren der Villa Staub wurde einiges renoviert, aber so, dass der ursprüngliche Charakter nicht verloren gegangen ist. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 24. Januar 2018))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.