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ZUG: Volk soll über Zukunft des Lokals befinden

Ein Komitee will das Referendum gegen den städtischen Beitrag an das Podium 41 ergreifen – aus zwei Gründen.
Das Lokal «Podium 41» in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das Lokal «Podium 41» in Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Eine «offene Drogenszene», ein «rechtsfreier Raum»: Mit diesen Worten betitelt ein überparteiliches Komitee das «Podium 41» beim Zuger Jachthafen. Und gegen diese Zustände wollen die Komiteemitglieder – Vertreter der städtischen SVP und FDP – vorgehen. Konkret ergreift die Gruppe «Nein zu einer offenen Drogenszene im Podium 41» das Referendum gegen einen Beschluss, den der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) vor einer Woche gefällt hat. Das Parlament bewilligte in seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien den städtischen Betriebsbeitrag an das Lokal mit dem Fokus auf Randständige für weitere vier Jahre. Die Stadt würde damit in den Jahren 2016 bis 2019 jährlich 335 000 Franken an das Lokal beisteuern. Das Thema sorgte schon im GGR für eine hitzige Debatte. Die Geschäftsprüfungskommission hatte beantragt, dass der Betrag nur für zwei Jahre gesprochen werde. In dieser Zeit solle die Stadt das Betriebskonzept und den Standort des Lokals überdenken. Der Antrag fand – wenn auch knapp – keine Mehrheit. Genauso wenig wie das Behördenreferendum, das die SVP ergreifen wollte.

Alternative im Göbli

«Der Antrag der Geschäftsprüfungskommission wäre für uns ein guter Kompromiss gewesen», sagt Gregor Bruhin, SVP-Gemeinderat und Medienverantwortlicher des Referendumskomitees. «Mit diesem Vorschlag hätte man das Lokal zwar noch zwei Jahre betreiben können. Aber die Stadt hätte die Probleme angehen müssen», so Bruhin weiter. Mit «Probleme» meint der SVP-Gemeinderat vor allem den Konsum leichter Drogen im Aussenbereich, der vom Personal toleriert wird. Diese Praxis sei viel zu tolerant und entspreche nicht der Schweizer Rechtsauffassung. Es kommt im Podium 41 ausserdem, so schreibt das Komitee, zu «nackter Gewalt, Schlägereien, Pöbeleien und exzessivem Drogenkonsum».

Weiter sei der Standort des Lokals, am Zugersee, wo sich auch Familien aufhielten, äusserst ungünstig. «Das Podium 41 muss hier weg», so Bruhin. Als Alternative sieht das Komitee etwa eine Ansiedlung des Betriebs im Göbli, auf dem Land, das die Stadt von der Korporation in einem Tauschgeschäft erworben hat. «Für mich ist auch fraglich, ob ein solcher Treff für Randständige tatsächlich als Restaurant betrieben werden muss», führt Bruhin weiter aus. Er habe nichts gegen einen Ort, an dem sich Randständige aufhalten könnten. «Aber es würde auch reichen, wenn es sich einfach um einen Ort handeln würde, an dem sie sich treffen können und an dem es vielleicht noch einen Betreuer hat, mit dem sie sich austauschen können.»

Komitee ist zuversichtlich

In erster Linie gehe es dem Komitee aber darum, das Volk entscheiden zu lassen. «Seit 25 Jahren gibt es ein solches Lokal an diesem Ort, und die Zugerinnen und Zuger konnten dazu noch nie Stellung nehmen. Wir wollen, dass sie sich jetzt äussern können», erklärt Bruhin. Damit der städtische Betriebsbeitrag an der Urne zur Abstimmung kommt, muss das Komitee in den nächsten knapp 30 Tagen 500 Unterschriften sammeln. Man sei zuversichtlich, dass man das schaffe – trotz Sommerferien, sagt Bruhin. «Das ist durchaus machbar. Es sind immerhin zwölf Personen an der Arbeit.»

Samantha Taylor

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