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ZUG: Vom Gefühl, alles gegeben zu haben

Sina Egli untersuchte im Rahmen ihrer Bachelorarbeit, ob Crossfit für den Schulsport geeignet sein könnte. Dabei kommt sie zu klaren Resultaten. Jetzt will sie sich der Praxis zuwenden.
Wolf Meyer
Möchte mit Crossfit den regulären Schulsport bereichern: Sina Egli. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 22. Juni 2017))

Möchte mit Crossfit den regulären Schulsport bereichern: Sina Egli. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 22. Juni 2017))

Wolf Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

Crossfit ist eine im Aufsteigen begriffene Trendsportart. Sina Egli, Absolventin der pädagogischen Hochschule Zug, versucht, diesen Sport im Rahmen ihrer Bachelorarbeit im Primarschulsport zu integrieren. «Crossfit bietet einen hervorragenden Ausgleich zwischen Ausdauer- und Krafttraining. Diese Vorteile können gerade auch für Kinder im Primarschulalter genutzt werden», ist sie überzeugt. Die frisch gebackene Primarlehrerin stammt aus Aeugst am Albis und führte in ihrem Unterrichtspraktikum bereits erfolgreich einige Crossfit-Übungen mit ihren Schülerinnen und Schülern durch.

Crossfit ist eine Trainings­methode, bei der verschiedene Übungen zu sogenannten Workouts zusammengestellt werden. «Oft wird in Gruppen trainiert, in denen die Niveaus der Teilnehmer stark variieren. Dann werden die Bewegungsabläufe an jeden individuell angepasst, dass die Herausforderung seinem Niveau entspricht», erzählt Egli. «Dabei entsteht eine Gruppendynamik, in der man sich gegenseitig anspornt und mitein­ander die körperlichen Grenzen erweitert.» Auch diese Geisteshaltung will Egli in die Schulklassen tragen. Ob ihr das als Primarlehrerin möglich ist oder nicht, hängt davon ab, ob sich die Sportart mit den Zielen des Lehrplans 21 verträgt. Egli entwickelt zu diesem Thema in ihrer Arbeit eine klare Linie: «Crossfit kann dazu beitragen, mehrere Kompetenzen des Lehrplans 21 effizient zu fördern und kann als wertvoller Bestandteil des Schulsports genutzt werden.»

Ein Baustein von vielen

Wichtig ist dabei, dass die Übungen korrekt gezeigt und durchgeführt werden. Werden die Bewegungsabläufe falsch ausgeführt, verliert das Training an Intensität. «Lehrpersonen, die Übungen aus dem Crossfit im Unterricht einbauen möchten, sollten sich gut in das Thema einarbeiten.» In ihrem Unterrichtspraktikum hat Egli mit ihrer Methode bereits gute Erfahrungen gemacht. «Die Kinder waren hell begeistert von den Übungen und liessen sich auch von der Gruppendynamik etwa im Teamtraining voll mitreissen.»

Crossfit soll aber nur eine Ergänzung ihres Sportunterrichts bleiben und einen Raum schaffen, in dem sich die Kinder voll auspowern können. «Viele der Kinder meiner damaligen Klasse waren sportlich noch nie so an ihre Grenzen gegangen und kannten dieses befriedigende Gefühl noch gar nicht, alles gegeben zu haben.» Daneben sollen andere Disziplinen, wie etwa Spielsportarten nach wie vor ­einen wichtigen Platz im Sportunterricht einnehmen. Allgemein sei eine starke Diversifikation der Bewegungsabläufe und Lernkontexte sinnvoll. «Wir versuchen, unseren Schülerinnen und Schülern eine möglichst breite Erlebniswelt zu bieten, die ihnen eine vielfältige Entwicklung ihrer koordinativen und kognitiven Fähigkeiten ermöglicht.»

Mit Kleinem Grosses bewirken

Selber trainiert Sina Egli regelmässig in einem der drei «Crossfit-Boxen», also Trainingsstudios, im Kanton Zug. Dabei spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Diese muss sie aus Platzgründen in ihrer Arbeit aber ausklammern. «Auch auf diesem Gebiet müsste in der Schule mehr getan werden», findet die 25-Jährige und denkt sofort Möglichkeiten an, die sich im kleinen Rahmen umsetzen liessen, aber schon Grosses bewirken würden. «Was ist zum Beispiel ein gesundes Znüni? Das ist leider nicht immer allen klar.» Mit Fragestellungen aus ihrer direkten Erlebniswelt könnte man Kinder an das Thema Ernährung heranführen, findet Egli.

Doch von der theoretischen Entwicklungsarbeit neuer Lehrinhalte hat sie vorerst genug: Mit dem Bachelor in der Tasche, sattelt Sina Egli im August fürs Erste in die Praxis um. «Ich freue mich auf meine erste Stelle und die direkte Arbeit mit den Kindern.»

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