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ZUG: Vor dem Fest tobt der Papierkrieg

Bald ist die Stadt fest in der Hand der Fasnächtler. Damit das aber klappt, müssen sich die Veranstalter durch immer mehr Formulare kämpfen.
Samantha Taylor
Damit sich die Kleinen auf dem Bundesplatz bei der Konfettischlacht austoben können, müssen die Organisatoren im Vorfeld einiges leisten. (Archivbild Werner Schelbert)

Damit sich die Kleinen auf dem Bundesplatz bei der Konfettischlacht austoben können, müssen die Organisatoren im Vorfeld einiges leisten. (Archivbild Werner Schelbert)

Leuchtende Kinderaugen, bunte Verkleidungen, Konfetti, laute Guggenmusigen und viele Leute in Feierlaune: Die Fasnacht ist für viele einer der Höhepunkte des gesellschaftlichen Lebens. In der Stadt Zug herrscht dabei vor allem am Schmutzigen Donnerstag und am Samstag buntes Treiben. Am Donnerstag trifft man sich zur Chesslete, zu diversen Guggenkonzerten, dem Kinderumzug und dem Chesselwy vor allem rund um die Altstadt und den Bundesplatz. Am Samstag befindet sich der Hot Spot dann etwas weiter westlich mit dem Umzug durch das Hertiquartier und der Lebuzenmeile auf dem Stierenmarktareal.

Dass die kleinen und die grossen Fasnächtler diese beiden Tage auch richtig geniessen können, bedarf es im Vorfeld einer grossen Organisation. Und die wird immer aufwendiger, wie Jascha Hager, Präsident der Vereinigung Zuger Chesslete, und Richard Rüegg, Zunftmeister der Letzibuzäli, feststellen. «Es gibt von Jahr zu Jahr mehr Auflagen», sagt Jascha Hager. Vor zwei Jahren sei das Formular der Feuerpolizei dazugekommen und seit diesem Jahr noch eines von der Zuger Polizei, weil beim Kinderumzug eine Kantonsstrasse benutzt werde. Diese Nutzung würde neu auch innerhalb der Stadt von der Zuger Polizei bewilligt. «Inzwischen hole ich im Vorfeld sechs verschiedene Bewilligungen ein und arbeite mich bei all den Formularen durch Dutzende von Seiten», so Hager.

«Papierschlacht»

Das kennt auch Richard Rüegg. «Es ist immer eine ziemliche Papierschlacht.» In diesem Jahr habe das Ganze schliesslich in einer echten Posse gegipfelt. «Ich habe einen Anruf von der Stadt erhalten, ich müsse nun auch noch eine Bewilligung für die Beflaggung der Kandelaber im Herti einholen», erzählt Rüegg. Er habe die zuständige Stelle dann darauf aufmerksam gemacht, dass die Zunft mit den Wasserwerken Zug ein Abkommen habe und ausserdem alle Masten auf eigene Kosten vor einigen Jahren verstärkt habe, damit Flaggen montiert werden könnten. Die Stadt habe jedoch darauf hingewiesen, dass einige der Masten inzwischen ersetzt worden seien. «Und für die bräuchten wir jetzt eine Bewilligung. Das ist doch einfach unglaublich», ärgert sich Rüegg.

Das Problem dabei sei, da sind sich die beiden Organisatoren einig, dass den Leuten so die Lust vergehe, sich zu engagieren. «Diese ganze Bürokratie nimmt einfach wahnsinnig viel Zeit in Anspruch», betont Jascha Hager. Und dieser Einsatz würde in der Regel von Freiwilligen geleistet. «Die meisten von uns arbeiten. Wir sind keine professionellen und bezahlten Eventmanager. Wir machen das in unserer Freizeit», betont der Präsident der Zuger Chesslete. «Man darf sich dann am Ende einfach nicht wundern, wenn in der Stadt immer weniger läuft und immer weniger bereit sind, etwas zu organisieren, wenn das so kompliziert ist», findet auch Rüegg.

Problematik ist bekannt

Denise Gloor vom Polizeiamt der Stadt Zug verweist darauf, dass gewisse Angaben aufgrund von gesetzlichen Vorgaben schlicht und einfach nötig seien. «Das Bewilligungsverfahren dient letztlich auch dem Schutz des Veranstalters», so Gloor weiter. Gleichzeitig räumt sie aber auch ein, dass man gewisse Optimierungen im Handling solcher Formulare aus Kundensicht sehe. «Wir werden das Ganze intern auch weiterverfolgen.» Dem stimmt auch Urs Raschle, der dem Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit vorsteht und selbst auch ein Fasnachtsfan ist, zu. «Ich sehe diese Problematik und bin durchaus auch gewillt, in diesem Bereich etwas zu verändern.» Dies auch, weil ihm durchaus bewusst sei, wie wichtig all diese freiwilligen Einsätze für das gesellschaftliche Leben in der Stadt Zug seien. Raschle: «Ich kann diese Veränderungen nicht einfach von heute auf morgen herbeibringen. Aber wir arbeiten daran.»

Samantha Taylor

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