ZUG: Wappen der Kirschwasser-Gesellschaft eingeweiht

Das frisch renovierte Steinwappen der «Kirschwasser-Gesellschaft in Zug» ist am Dienstag eingeweiht worden. Es erinnert an die goldenen Zeiten des Zuger Kirsch.

Pd
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Ueli Kleeb von der IG Zuger Chriesi und Brigitta Kühn-Waller, Präsidentin der Bezirkskirchenpflege Reformierte Kirche Zug, bei der feierlichen Enthüllung. (Bild: PD)

Ueli Kleeb von der IG Zuger Chriesi und Brigitta Kühn-Waller, Präsidentin der Bezirkskirchenpflege Reformierte Kirche Zug, bei der feierlichen Enthüllung. (Bild: PD)

Ein Text am Fenster der Ostfassade des reformierten Kirchenzentrums gibt ab heute Donnerstag Auskunft über die Geschichte des Zuger Kirschs und erklärt, wie die Chriesifrüchte aus dem Zugerland weltberühmt wurden. Im Herbst 2014 wird ein neues Buch erscheinen, das die Kirschenkultur rund um den Zugersee erstmals umfassend dokumentiert.

Der Zuger Kirsch genoss bereits im 18. Jahrhundert über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf, das Zugerland war bekannt für seine blühenden Kirschbäume. 1870 schlossen sich die Chriesibauern und Kirschbrenner zusammen und gründeten die «Kirschwasser-Gesellschaft in Zug», um die Qualität des Kirschs zu verbessern und den Export anzukurbeln. 1872 errichtete die Kirschwasser-Gesellschaft an der Chamerstrasse 6 im Stadtzuger Neustadtquartier ein repräsentatives Gebäude mit Brennerei und Lager. Die mit unzähligen internationalen Auszeichnungen und Goldmedaillen prämierte Vereinigung unterhielt um 1900 eigene Depots und Agenturen in Europa, Russland, Kleinasien, Nord- und Südamerika sowie in der Karibik. In der Folge etablierten sich die zahlreichen Haus- und Gewerbebrennereien rund um den Zugersee, die Nachfrage nach Kirsch wuchs weiter an. Der Zuger Kirsch ist heute weltberühmt und bildet das Kernprodukt der 400-jährigen Zuger Kirschenkultur.

1919 wurde das Gebäude der «Kirschwasser-Gesellschaft in Zug» samt Umschwung an die Protestantische Kirchgemeinde verkauft, 1932 wurden die Aktivitäten der Kirschwasser-Gesellschaft eingestellt. 2010 wurde der ehemalige Sitz der Kirschwasser-Gesellschaft abgerissen und an seiner Stelle 2012 das Reformierte Kirchenzentrum des Kantons Zug errichtet. Das an der Chamerstrasse 6 angebrachte Steinwappen mit Kirschzweigen erinnert als historisches Überbleibsel an die goldene Zeit, als der Zuger Kirsch weltweiten Ruhm erlangte.