ZUG: Warenhaus bekommt auch einen neuen Vorplatz

In zwei Wochen eröffnet Coop City im sanierten Gebäude. Nicht nur im Innern erwartet die Besucher dabei Neues.

Samantha Taylor
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Der Bundesplatz soll als öffentlicher Ort in der Stadt wahrgenommen werden. (Bild Stefan Kaiser)

Der Bundesplatz soll als öffentlicher Ort in der Stadt wahrgenommen werden. (Bild Stefan Kaiser)

Das Gerüst wird abgebaut und das sanierte Coop-City-Gebäude am Bundesplatz ist inzwischen gut sichtbar. Aus dem einst «hässlichen Entlein», wie das ehemalige EPA-Gebäude im Volksmund genannt wurde, ist im letzten halben Jahr so was wie ein Schwan geworden. Heller und freundlicher ist das mit einer grossen Glasfront ausgestattete Haus. «Es ist mit Sicherheit eine deutliche Aufwertung für das Stadtbild», bestätigt Alphons Wiederkehr, Architekt und Präsident der Stadtbildkommission.

Die Arbeiten am Gebäude sind aktuell in der Schlussphase. Auch im Innern wird bereits eifrig eingeräumt: Am 31. Oktober sollen das Warenhaus sowie das Parkhaus wieder öffnen. «Derzeit wird unter Hochdruck gearbeitet», sagt Martin Läderach, Mediensprecher der Swiss Life AG, welche Eigentümerin des Hauses ist. Gegen den Bundesplatz hin und im Bereich der Bushaltestelle auf der Südseite könne man die Arbeiten bis zur Eröffnung von Coop City abschliessen. «Auf der West- und Nordseite sowie im Attikageschoss werden auch nach der Eröffnung noch Abschlussarbeiten ausgeführt», so Läderach.

Elemente entfernt

Neben dem Coop-City-Gebäude wurde auch ein Teil des Bundesplatzes neu gestaltet. «Der Platz soll vermehrt als öffentlicher Ort in der Stadt wahrgenommen werden», sagt Läderach. Grundsätzlich habe man sich entschieden, die Fläche von überflüssigen Elementen zu befreien, erklärt er. Zu diesen zählt der Betonbrunnen aus den Siebzigerjahren. Ebenfalls wird der Schnellimbiss umgesiedelt und neu in die Fassade des Warenhauses neben dem Haupteingang integriert. «Es soll ein befestigter Platz mit einem Asphaltboden und der Platane als einzelnes Element entstehen», führt der Mediensprecher aus. Um den Baum herum gibt es ein Sitzmöbel, das die Form eines Blattes hat. Weitere Sitzgelegenheiten gibt es bei der Busstation an der Südseite sowie im Bereich zum Dreispitzplatz. Diese sollen die Passanten gemäss Läderach zum Verweilen auf dem Platz einladen. Neben diesen baulichen Massnahmen wird zudem eine neue Beleuchtung installiert. «Insgesamt soll die Fläche durch die Umgestaltung freier und weiter erscheinen», so der Mediensprecher. Der Platz wird rechtzeitig zur Eröffnung des Warenhauses fertiggestellt.

Ebenfalls auf Kurs sind die Arbeiten im Attikageschoss. Dort werden insgesamt zehn neue Wohnungen entstehen. Diese werden gemäss Angaben der Swiss Life AG bis im Januar fertiggestellt. Einziehen können die Mieter dann Anfang Februar. «Wir haben inzwischen alle zehn Wohnungen vermietet», so Läderach.

Mehrere Anläufe

Die Sanierung hat eine lange Vorgeschichte. Bereits im Jahr 2003 reichte die Swiss Life AG ein Baugesuch ein, um das ehemalige EPA-Gebäude zu erweitern und umzubauen. Das Gesuch wurde zwar von der Stadt gutgeheissen, nur ein Jahr später allerdings vom Verwaltungsgericht wieder aufgehoben. Die Folge war, dass ein Bebauungsplan für den Bundesplatz erarbeitet wurde, den das Stadtparlament guthiess. Dafür ergriffen die Nachbarn das Referendum. Im Jahr 2006 segnete das Volk den Bebauungsplan an der Urne ab. Damit war das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Denn die Gegner legten Beschwerde ein. Der Regierungsrat gab ihnen Recht, womit der Volksentscheid hinfällig wurde. Die Eigentümerin feilte am Projekt, musste 2010 aber eine weitere Niederlage einstecken – die Stadt lehnte ihr neues Baugesuch ab. Rund ein Jahr später nach einer weiteren Überarbeitung erhielt die Swiss Life AG schliesslich die Bewilligung.