ZUG: Weder Kontrollen noch Anzeigen

Seit Anfang Jahr müssen die Kantone die Arbeitszeiten besser kontrollieren, verlangt der Bund. In Zug tut sich aber bislang nur wenig.

Charly Keiser
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Nadia Schuler zeigt, wie das Badge-System ihrer Arbeitgeberin, der V-Zug, funktioniert. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Nadia Schuler zeigt, wie das Badge-System ihrer Arbeitgeberin, der V-Zug, funktioniert. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat Ende Dezember die Kantone aufgefordert, ab Anfang Jahr die Praxis der Arbeitszeitkontrollen anzupassen. Damit sollen einerseits besondere Bedingungen gewisser Arbeitnehmer berücksichtigt und gleichzeitig deren Gesundheit geschützt werden. Das Seco unterstreicht damit die Pflicht, das bestehende Gesetz tatsächlich zu vollziehen.

Wie präsentiert sich die diesbezügliche Situation im Kanton Zug? Dies wollen wir vom Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit Bernhard Neidhart wissen. «Wir kontrollieren, ob die Arbeitszeiten gesetzeskonform erfasst wurden, wenn wir von einem möglichen Missbrauch erfahren», sagt er und ergänzt: Mit den verlangten Kontrollen schiebt das Seco, beziehungsweise die Politik, das Problem einfach an die Verwaltung ab.» Denn klar sei, betont Neidhart, dass das bestehende Gesetz mit der dazugehörigen Verordnung vielerorts nicht mehr so gelebt wird. Zudem scheinen die Sozialpartner damit weitestgehend einverstanden zu sein. Bekanntlich erfasst jede siebte angestellte Person die Arbeitszeit nicht. Der Grund liege bei veränderten und flexibilisierten Arbeitsmodellen. «Der Bund ringt zurzeit mit möglichen Anpassungen, nachdem in den letzten drei Jahren schon zwei Anläufe ohne zählbares Resultat versandeten.»