ZUG: Weniger Unfälle und weniger Verletzte

Die Polizei zieht ein positives Fazit aus der Verkehrsstatistik 2012. Nicht angepasste Geschwindigkeit, Unaufmerksamkeit, Ablenkung und Selbstüberschätzung waren die Hauptunfallursachen. Die Schwerpunktaktionen im Jahr 2013 dienen deren Eindämmung.

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Die Zuger Polizei zieht ein positives Fazit aus der Verkehrsstatistik 2012. Im Bild: Polizeifahrzeuge in der Einstellhalle der Zuger Polizei. (Bild: Martin Heimann / Neue ZZ)

Die Zuger Polizei zieht ein positives Fazit aus der Verkehrsstatistik 2012. Im Bild: Polizeifahrzeuge in der Einstellhalle der Zuger Polizei. (Bild: Martin Heimann / Neue ZZ)

Im Kanton Zug haben sich im Jahr 2012 insgesamt 895 Verkehrsunfälle ereignet, 57 weniger als im Vorjahr. Vier Personen verloren dabei ihr Leben: zwei Automobilistinnen, eine Velofahrerin sowie ein Fussgänger. Gegenüber dem Mittel der letzten zehn Jahre nahm die Unfallzahl somit um knapp 3 Prozent ab. Dies teilt die Zuger Strafverfolgungsbehörde am Donnerstag mit.

346 Personen wurden bei Unfällen verletzt, 266 davon leicht. 80 Verkehrsteilnehmende verletzten sich schwer, das heisst, sie mussten mehr als einen Tag im Spital verbringen. Die Verletztenzahlen liegen deutlich unter dem langjährigen Mittel von 299 Leicht- und 100 Schwerverletzten. Insbesondere bleibt der Unfall beim Autobahnende in Sihlbrugg vom 5. Oktober 2012 in Erinnerung, bei dem ein Lastwagenlenker wegen Ablenkung in eine stehende Kolonne prallte und acht Personen verletzte, zwei davon waren Kinder. Über das ganze Jahr betrachtet waren auf der Autobahn aber Kollisionen mit Verletzten eher die Ausnahme. 107 von 140 Unfällen auf der A4a, A4 und A14 endeten mit Sachschäden.

Viele Unfälle innerorts

65 Prozent aller Unfälle ereigneten sich innerorts (584 von 895). Es sind die kurzen Fahrstrecken innerorts, die ein erhöhtes Gefahrenpotenzial aufweisen. Oft in vertrauter Umgebung, im Zeichen der Routine, fehlt es vielen Lenkerinnen und Lenker an der nötigen Aufmerksamkeit und Konzentration hinter dem Steuer.

Die schwachen Verkehrsteilnehmenden - Fussgänger und Zweiradfahrer - trugen bei Verkehrsunfällen auch 2012 das höchste Verletzungsrisiko: Von den 35 in einen Unfall verwickelten Fussgängern zogen sich 29 Verletzungen zu, 14 von ihnen wurden auf Fussgängerstreifen angefahren. Von 45 verunfallten Motorradfahrern verletzten sich 30 und von 103 verunfallten Fahrrad- und Motorfahrradfahrer deren 84. Hingegen kamen 85 Prozent aller verunglückten Automobilisten körperlich unversehrt davon.

Lenken statt ablenken

Die meisten Kollisionen ereigneten sich als Folge von Schleuder- und Selbstunfällen, oft verursacht durch Selbstüberschätzung und nicht angepasste Geschwindigkeit. 112 Unfälle mit Personenschäden und 161 mit Sachschaden sind auf unaufmerksame und abgelenkte Verkehrsteilnehmende zurückzuführen. Wegen Alkohols kam es zu insgesamt 47 Unfällen. Im Berichtsjahr mussten zudem mehrere stark betrunkene Velofahrerinnen und -fahrer angezeigt werden.

Freitag ist Unfalltag

Ein Blick auf die zeitliche Verteilung der Unfälle verrät, dass sich an Freitagen mit Abstand die meisten Unfälle ereigneten. Der Juni mit 100 Kollisionen war der unfallträchtigste Monat des Jahres, gefolgt vom Mai (94) und Oktober (86). Der September markierte mit 53 Unfällen den Tiefststand.

Schwerpunktaktionen im laufenden Jahr

Um die Hauptunfallursachen Geschwindigkeit und Ablenkung weiter einzudämmen, setzt die Zuger Polizei 2013 verschiedene Schwerpunkte. Personen, die ein Fahrzeug lenken und gleichzeitig telefonieren, SMS schreiben oder das Navigationsgerät bedienen, machen sich strafbar und müssen mit einer Busse oder einer Anzeige rechnen. Hierzu läuft auch 2013 die Kampagne "Keine Ablenkung", an der sich alle Deutschschweizer Kantone beteiligen. Auch zur Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten werden die Einsatzkräfte im laufenden Jahr verschiedene Kontrollen durchführen.

Die gesamte Zuger Verkehrsstatistik 2012 kann hier eingesehen werden.

pd/cin