ZUG: Weniger wählen die Berufslehre

545 Jugendliche im Kanton Zug beginnen direkt nach der Oberstufe eine Berufsausbildung . Das sind deutlich weniger als im Vorjahr. Dafür treten mehr in eine Mittelschule über oder legen ein Zwischenjahr ein.

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Diese Grafik bestätigt einen Trend von der Berufsausbildung zur Mittelschule. (Bild: Grafik / PD)

Diese Grafik bestätigt einen Trend von der Berufsausbildung zur Mittelschule. (Bild: Grafik / PD)

Welche Wege schlagen die Jugendlichen nach der obligatorischen Schulzeit oder nach einem kantonalen Brückenangebot ein? Das will das Zuger Amt für Berufsberatung jedes Jahr in einer Umfrage wissen. Dabei zeigt sich, dass Jugendliche nach der Schulzeit trotz sehr gutem Lehrstellenangebot – rund 1450 Lehrstellen waren im August ausgeschrieben – vermehrt in ein Brückenjahr oder eine Mittelschule übertreten. Auch die Zahl der Jugendlichen ohne konkrete Lösung nahm wiederholt zu und erreichte den höchsten Wert seit 2010, das Amt mitteilt.

Junge Männer nutzen mehr Möglichkeiten

Die Berufswahl erfolgt noch immer stark geschlechtsgeprägt. 64 Prozent aller Sekundarschülerinnen wählen dieselben drei Berufe: Kauffrau, Fachfrau Gesundheit oder Medizinische Praxisassistentin. Immerhin gibt es je zwei Automatikerinnen, Konstrukteurinnen und Landwirtinnen und auch wieder eine Zimmerin.

Die Männer nutzen mehr Möglichkeiten. Die Topberufe bei den Realschülern sind Montage-Elektriker, Logistiker, Automobil Fachmann und Sanitärinstallateur, bei den Sekundarschülern Kaufmann, Zeichner und Informatiker. Nur wenige wählten untypische Männerberufe, so wird es zwei Fachmänner Gesundheit geben und einen Coiffeur oder einen Pferdefachmann.

50 suchen noch einen Ausbildungsplatz

15 Austretende aus den Oberstufenschulen und weitere 35 aus den kantonalen Brückenangeboten oder dem Motivationssemester «Einstieg in die Berufswelt» (EiB) suchen noch einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz oder steigen direkt ins Erwerbsleben ein. Im Vorjahr waren es lediglich 37 gewesen.

Gemäss Umfrage beurteilten über 70 Prozent der Jugendlichen, es sei leicht gewesen, eine Lehrstelle zu finden. Auch die Mehrheit der Realschülerinnen und -schüler kamen mit wenigen Bewerbungen ans Ziel. Die Betriebe suchen in gewissen Branchen mit Hochdruck nach Lernenden. Von den acht Ausbildungsplätzen für Polybauer wurde nur einer besetzt, der Lehrling kommt aus dem Kanton Luzern.
 

pd/cv