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ZUG: Wenn Aufmerksamkeit ein Menschenleben rettet

Zwei Automobilisten haben in der Nacht auf den Karfreitag eine 26-jährigen Frau durch ihren beherzten Einsatz vor dem Tod bewahrt. Für ihren Einsatz sind die beiden am Mittwoch als «Ritter der Strasse» geehrt worden.
Karl Walker (Kommandant Zuger Polizei), Rolf Fahrni (Preisträger), Daniel Rütter (Preisträger), Regierungsrat Beat Villiger (Sicherheitsdirektor), Georg Auf der Maur (Juryvertreter «Retter der Strasse») (v.l.n.r.). (Bild: PD)

Karl Walker (Kommandant Zuger Polizei), Rolf Fahrni (Preisträger), Daniel Rütter (Preisträger), Regierungsrat Beat Villiger (Sicherheitsdirektor), Georg Auf der Maur (Juryvertreter «Retter der Strasse») (v.l.n.r.). (Bild: PD)

Auf der Autobahn brennt ein Auto, oder es hat eine Massenkollision gegeben. Zufällige Zeugen solcher Vorfälle zücken leider mittlerweile vermehrt ihr Handy und dokumentieren das Ereignis. Solches Bildmaterial wird dann über Social-Media-Plattformen weit gestreut. Die hohe Aufmerksamkeit ist solchen Momentaufnahmen gewiss.

Daniel Rütter und Rolf Fahrni sind auch aufmerksam gewesen, haben aber ganz anders gehandelt. Dank ihrem beherzten Einsatz ist heute eine 26-jährige Frau noch am Leben. Die beiden aus dem Freiamt stammenden Männer sind am Mittwoch in der Uptown-Aussichtsplattform zu «Rittern der Strasse» geschlagen worden ( www.ritterderstrasse.ch ). Eine Ehre, die bisher nur sechs Zugern zuteil geworden ist. Diese Auszeichnung wird seit 1969 vergeben. Schweizweit haben bis Ende 2016 nur 470 Personen eine solche Urkunde erhalten.

Dreckspur macht einen Garagenbesitzer stutzig

Daniel Rütter, der in Mühlau eine Garage besitzt, hat am Hohen Donnerstag (13. April 2017) am Abend noch sehr lange gearbeitet. Dann ist er nach Affoltern am Albis gefahren, um den späten Feierabend mit einem Restaurantbesuch abzurunden. Auf der Heimfahrt in der Nacht auf Karfreitag nach Mühlau, die ihn über Maschwanden führte, habe er eine Zigarette angezündet und das Fenster einen Spalt weit geöffnet. Auf der Höhe der Brücke über die Lorze, sie bildet die Grenze zwischen den Kantonen Zug und Zürich, «ist mir eine Dreckspur aufgefallen, die vorher nicht da war». Zudem hat Rütter Hilfeschreie gehört. Nach kurzem Suchen hat er ein Auto entdeckt, das auf dem Dach in der Lorze lag. Nach dem Notruf bei der Polizei hat Rütter sein Auto so platziert, um den Unfallort ausleuchten zu können. Dann ist er in die kalte Lorze gesprungen: «Das Wasser reichte mir bis zur Brust.» Es ist ihm dann gelungen, den Kopf der Frau über Wasser zu halten. Kurze Zeit später ist er von Rolf Fahrni unterstützt worden. Dieser war auf der gleichen Strecke unterwegs. Eines will Rütter festgehalten haben: «Ich bin bei meiner Aktion kein Risiko eingegangen.» Er sei einmal in der Feuerwehr gewesen und habe helfen wollen.

Zivilcourage verdient Anerkennung

Der Zuger Sicherheitsdirektor Beat Villiger hat in seiner kurzen Ansprache eines in Erinnerung gerufen: «Jeder könnte einmal in eine solche Situation geraten.» Es gelte hier nicht, «das Heldentum zu fördern», aber diese beiden Autolenker hätten «etwas getan statt nur zugeschaut». Auch der Zuger Polizeikommandant Karl Walker hat den beiden Rettern «zu ihrer guten Tat gratuliert». Die Auszeichnung sei ein Zeichen der «Wertschätzung». Walker lobt die Entschlossenheit der beiden Freiämter.

Nachdem Walker den Anwesenden die Ereignisse dieser Nacht noch einmal geschildert hat, überreichte er die Auszeichnung mit einer Medaille. Er erwähnte dabei, dass bei diesem Unfall jedoch der Lenker des Unfallfahrzeuges nicht habe gerettet werden können. Er sei zwar noch in ein Spital gebracht worden, kurz darauf aber seinen Verletzungen erlegen. Der guten Tat der beiden Freiämter tue dieser tragische Verlust aber keinen Abbruch. (mo)

Daniel Rütter und Rolf Fahrni wurden für ihren mutigen Einsatz geehrt. (Bild: PD)

Daniel Rütter und Rolf Fahrni wurden für ihren mutigen Einsatz geehrt. (Bild: PD)

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