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ZUG: Wer beliefert das Kantonsspital?

Das Zuger Kantonsspital berücksichtigt Lebensmittel- und Getränkelieferanten aus der Region. Öffentlich ausgeschrieben wurden die Aufträge allerdings nicht.
Samantha Taylor
Die spiegelnde Glasfassade des Zuger Kantonsspital im Frühling. (Bild Christian H. Hildebrand)

Die spiegelnde Glasfassade des Zuger Kantonsspital im Frühling. (Bild Christian H. Hildebrand)

Samantha Taylor

Das Luzerner Kantonsspital gerät aufgrund seiner Vergabepolitik derzeit immer wieder in die Schlagzeilen. Erst gestern wurde bekannt, dass das Spital einen IT-Auftrag an den teuersten Anbieter vergeben haben soll. Kurz davor hatte die Absage an einen regionalen Getränkelieferanten hohe Wellen geworfen. Zur Erinnerung: Nach über 20 Jahren hat das Luzerner Kantonsspital der Firma Schürch Getränke AG aus Rothenburg eine Absage erteilt. Das Unternehmen wird das Spital nicht mehr beliefern. An seine Stelle rückte der Grosshändler Stardrinks AG, der Teil der holländischen Heineken-Gruppe ist. Es war nicht das erste Mal, dass sich das Luzerner Kantonsspital von einem regionalen Anbieter trennte. Erst kürzlich hatte es der Mineralquelle Bad Knutwil AG und der Gastronomieartikellieferant Pistor AG aus Rothenburg die Aufträge zu Gunsten auswärtiger Grossbetriebe entzogen.

Und wie sieht das in Zug aus? Wer beliefert das Zuger Kantonsspital mit Getränken oder Gastronomieprodukten? «Wir berücksichtigen insbesondere bei Lebensmittellieferungen verschiedene Anbieter aus der Region», gibt Spitaldirektor Matthias Winistörfer auf Anfrage unserer Zeitung Auskunft. Das Spital beziehe seine Getränke aktuell bei Lieferanten aus dem Kanton Zug. «Gastronomieprodukte und Frischwaren beziehen wir von verschiedenen Lieferanten aus der Region», führt der Spitaldirektor weiter aus.

Einzelaufträge vergeben

Welche Namen sich unter den Lieferanten finden, darüber schweigt sich die Spitaldirektion aus. Im Bereich der Lebensmittel und Gastronomieprodukte hat das Zuger Kantonsspital – das dem Submissionsrecht untersteht – keine öffentlichen Ausschreibungen vorgenommen. «Wir kaufen verschiedene Produkte wie Gemüse, Backwaren, Milchprodukte und Getränke getrennt ein. Dadurch haben wir eine Vielzahl von lokalen Lieferanten. Da wir also Einzelaufträge vergeben, unterschreiten diese Aufträge die für eine öffentliche Ausschreibung verlangten Grenzwerte», erklärt Winistörfer. Eine Ausschreibung nach Submissionsrecht sei nicht nötig.

Anders sei die Lage beispielsweise bei der Wäscherei. «Patientenwäsche und Berufskleider können nicht unterschiedlich behandelt werden. Hier können und wollen wir nur einen Anbieter berücksichtigen, weshalb der Schwellenwert erreicht wird.» Aktuell besteht ein Vertrag mit der Zürcher ZWZ AG. «Dieser Auftrag wurde aufgrund seiner Grösse mittels öffentlicher Ausschreibung vergeben», sagt Winistörfer.

Preis und Leistung müssen passen

Dass sich das Spital im Bereich der Lebensmittel für einen anderen Weg und die Stückelung der Vergabe entschieden hat sei in erster Linie dadurch begründet, dass man mit diesem System schnell reagieren könne. «Wenn wir etwa mit der Qualität nicht zufrieden sind, dann können wir den Lieferanten wechseln», führt der Spitaldirektor aus. Diese Flexibilität sei für das Kantonsspital nicht zuletzt aufgrund der Qualitätssicherung wichtig.

Die Kriterien für die Beurteilung der jeweiligen Angebote seien abhängig von den Anforderungen, die das Zuger Kantonsspital an das zu beschaffende Produkt oder die zu beschaffende Dienstleistung stelle, erklärt Matthias Winistörfer. «Der Zuschlag geht grundsätzlich an denjenigen Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis in seinem Angebot. Allerdings sei der Preis dabei nur bedingt ausschlaggebend. «Die Bedeutung des Preises hängt ebenfalls von den Anforderungen an das Produkt oder die Dienstleistung ab, die es jeweils zu beschaffen gilt», so der Spitaldirektor. Der Preis werde deshalb relativ gewichtet. Winistörfer: «Das will konkret heissen, wir bepunkten nicht den Gesamtpreis, sondern dividieren diesen durch die Anzahl erreichter Leistungspunkte. So erhalten wir einen Preis pro Leistungspunkt.» Und so werde dann die Entscheidung getroffen.

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