ZUG: Wer hat die Wasserwerk-Aktien gekauft?

Fast 10 Prozent der ­Aktien der Wasserwerke Zug haben einen neuen Besitzer. Die Beteiligten halten sich bedeckt, was bei der Stadt gar nicht gut ankommt.

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Station der WWZ in Oberwil. (Archivbild Neue ZZ)

Station der WWZ in Oberwil. (Archivbild Neue ZZ)

Ein institutioneller Anleger hat 9,5 Prozent der Aktien der Wasserwerke Zug AG (WWZ) verkauft. Sein Erlös dürfte rund 60 Millionen Franken betragen haben. Im Rahmen eines so genannten «Bookbuilding-Verfahrens» sind 4750 Aktien «umplatziert» worden. Die Frist der Platzierung konnte ob der grossen Nachfrage sogar verkürzt werden.

Die Transaktion spreche für die Reife des ausserbörslichen Aktienhandels, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung» gestern und benennt die Zürcher Kantonalbank als einen der beteiligten Akteure. Welcher Investor das Aktienpaket verkauft habe und wer die Käufer seien, sei aber nicht bekannt, schreibt die NZZ weiter.

Sie hätten keine Ahnung von diesem Verkauf und hätten erst durch die Anfrage der «Neuen Zuger Zeitung» davon erfahren, lautet die Antwort der WWZ-Medienstelle auf unsere gestrige Nachfrage. Sie verweist auf die Zürcher Kantonalbank. «Wir machen keine Angaben zu den involvierten Akteuren», zeigt sich auch Katharina Wälchli von der Medienstelle der Zürcher Kantonalbank äusserst wortkarg.

Stadt ist grösster Aktionär

Gesprächiger ist hingegen Andreas Rupp, der das Rechnungswesen und Finanzcontrolling der Stadt Zug leitet. Es dauert auch nur wenige Sekunden, bis Rupp, dem die funktionelle und operative Führung des städtischen Finanzdepartements obliegt, den prozentualen Anteil der Stadt Zug an der Wasserwerke Zug AG (WWZ) in den Hörer spricht. «Wir besitzen 20,1 Prozent der WWZ», sagt Rupp. Die Stadt ist bekanntermassen der grösste Aktionär der Wasserwerke. Es sei schon merkwürdig, dass die WWZ nicht informiert worden sei, dass so ein grosses Aktienpaket den Besitzer wechsle, sagt Rupp. Und er zeigt sich auch erstaunt, dass Käufer und Verkäufer nicht bekannt seien. «Wir haben natürlich schon Interesse zu wissen, wer da mit uns im Boot sitzen wird», sagt Rupp. Sorgen mache er sich allerdings keine, wie er betont. Denn mit 10 Prozent könne ein neuer Aktionär allenfalls höchstens bei der Dividendenfrage mitentscheiden. Und Andreas Rupp stellt klar: «Die Stadt Zug hat keine WWZ-Aktien verkauft und auch keine gekauft.» Die Stadt habe einige Aufgaben an die WWZ ausgegliedert, ergänzt Rupp. «Darum ist es uns natürlich nicht egal, wer WWZ-Aktien kauft.»

Die WWZ sind seit Jahren sehr gut unterwegs. So vor allem auch beim Breitband-Kabelnetz, wo sie immer wieder Betriebe zukaufen. Dies letztmals im Dezember, als sie die Jac. Steiner Söhne AG in Arth-Goldau kauften und damit weitere 8100 Haushalte ans WWZ-Netz angeschlossen wurden. Einziger Wermutstropfen in der Rechnung der WWZ sind die Abschreiber, die das Zuger Unternehmen wegen ihrer Beteiligung an der Axpo schon bald jährlich vornehmen muss.

Charly Keiser