ZUG: Wer laut genug ist, wird belohnt

Greth Schells Lölis brachten gestern Nachmittag Klein und Gross zum Schreien. Der Einsatz hat sich gelohnt.

Vanessa Varisco
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Umgeben von ihren Kumpanen, den Lölis, zog Greth Schell gestern Nachmittag durch die Altstadt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Umgeben von ihren Kumpanen, den Lölis, zog Greth Schell gestern Nachmittag durch die Altstadt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Schreiend und strahlend standen gestern Nachmittag zahlreiche Kinder auf dem Kolinplatz vor dem Hotel Ochsen. Belohnt wurden sie dafür mit Orangen, Mutschli und Würstchen. Der Grund war «Greth Schell», der Brauch der Zunft der Schreiner, Drechsler und Küfer der Stadt Zug. Der Anlass wird immer am Fasnachtsmontag in Zug zelebriert und lockte auch heuer viele Familien an. Die Kleinsten sind verkleidet als Clowns, Drachen oder Prinzessinnen. «Den Kindern macht es immer unheimlich Spass hier zu sein und durch die Altstadt von Zug zu ziehen mit den Lölis und Greth Schell», sagt Michaela Stein aus Cham. Zu Beginn der Veranstaltung wird auf dem Balkon des Hotels ein Ständchen gespielt, was bereits die ersten begeistert mitwippen lässt. Anschliessend dürfen die Kinder so laut sie können «Greth Schälle Bei» rufen, und die ersten Orangen fliegen durch die Luft. Bis schliesslich die Lölis mit ihren Furcht einflössenden Masken und bunt gepunkteten Kostümen aus dem Hotel stürmen.

Das ist sie, die Greth Schell: Von ihr, die ihren Mann auf dem Buckel trägt, ist hier nur gerade die Nachthaube zu sehen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
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Die bunte Gesellschaft verteilt Orangen, Mutschli, Gebäck und Süsses. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Der Tross schwingt mit «Soublotere» an Stecken. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Im Gefolge finden sich auch Zünftler der Schreiner, Drechsler und Küfer. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
«Greth Schälle Bei, Greth Schälle Bei!!» (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Ja, man muss sich ein bisschen mühe geben mit Schreien, sonst gibt es nichts. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Dieser Bub hat etwas nocht nicht ausgepacktes ergattert. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Der alte Brauch lockt immer viele Zuger an. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Lieber verschreckt er Kinder, um sie nachher mit Süssem zu trösten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Hier wäre noch eine Abnehmerin! (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Noch einmal gfürchig tun … (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
… und dann ist das Blasenschwingen zu Ende. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das ist sie, die Greth Schell: Von ihr, die ihren Mann auf dem Buckel trägt, ist hier nur gerade die Nachthaube zu sehen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Unablässig wirbeln sie mit den etablierten «Süüblootere» über ihren Köpfen und ziehen Richtung Zytturm. Im Anhang haben sie die fröhlichen Kinder. «Inzwischen bin ich das dreizehnte Jahr hier», meint Larissa Wismer und veranschaulicht damit, wie langlebig dieser Anlass ist.

Sogar das Wetter spielt mit, die Zifferblätter des Zytturms glitzern golden im Sonnenlicht, als der Menschenstrom gemächlich unter ihm vorwärts zieht. «Es ist ein geselliger Anlass, man lernt viele Familien kennen und kann sich wunderbar austauschen», sagt Alessandro Keiser aus Rotkreuz. Er ist mit seinen vier Kindern und deren Grosseltern angereist, um den einmaligen Anlass zu geniessen.

Die Musik spielt noch immer, und die Kinder tanzen auf der Strasse, während sie weiter mit ihren Rufen Süssigkeiten sammeln.
 

Vanessa Varisco

 

Dabei machten die Lölis mit ihren «Süüblootere» vor niemandem Halt. Wer sich nicht einschüchtern liess, der konnte sich die Taschen mit Leckereien füllen. (Bilder Stefan Kaiser)

Dabei machten die Lölis mit ihren «Süüblootere» vor niemandem Halt. Wer sich nicht einschüchtern liess, der konnte sich die Taschen mit Leckereien füllen. (Bilder Stefan Kaiser)