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ZUG: Wer sich reckt, wird fürstlich belohnt

Der Fasnachtsmontag gehört in der Stadt der Greth Schell.
Greth Schell zieht mit den Lölis durch die Zuger Altstadt und verteilt Kindern Orangen und Brötchen. (Bild: Stefan Kaiser / ZZ (Zug, 27. Februar 2017))

Greth Schell zieht mit den Lölis durch die Zuger Altstadt und verteilt Kindern Orangen und Brötchen. (Bild: Stefan Kaiser / ZZ (Zug, 27. Februar 2017))

Carina Blaser
redaktion@zugerzeitung.ch

«Greth Schälle Bei, Greth Schälle Bei!», so schallt es durch die alten Zuger Gassen. Am Montagnachmittag ist auf dem Kolinplatz wieder die Hölle los gewesen. Die Zunft der Schreiner, Drechsler und Küfer sorgt mit ihrer alten Tradition für leuchtende Augen und raue Kehlen. Beim Kolinplatz vor dem Hotel Ochsen versammelten sich Klein und Gross, um etwas von den Köstlichkeiten, die durch die Luft fliegen, abzukriegen. Ob Orangen, Brötchen, Schokolade oder Würstchen. Alles ist erwünscht, und wer schnell genug ist und ein Objekt der Begierde im Flug abfängt, hält es triumphierend in die Höhe. Doch dieses Glücksgefühl erfordert grossen Einsatz.

Die kleinen Prinzessinnen, Teddybären, Ritter oder Astronauten werden an ihre Grenzen gebracht. Zumindest was ihre Schreifähigkeit betrifft. Nach einem Ständchen der Zunftmusik auf dem Balkon des Hotels fliegen die Türen auf, und die Zünftler fordern immer lauteres Schreien. «Greth Schälle Bei!» Nur wer wirklich hörbar genug ruft, wird belohnt. So sind die Regeln. Sobald sich die Zunft, inklusive Greth Schell, mit ihren acht maskierten Lölis unter die Kinderschar mischt, bewegt sich die ganze Masse in Richtung Zytturm und Landsgemeindeplatz.

Aber Achtung, wer der Greth Schell zu nahe kommt, wird durch die Lölis mit den «Süüblootere» in die Schranken gewiesen. «Diese Tradition ist super. Mein Mann ist in der Zunft, und die Enkelkinder lernen heute richtig mitzumachen», erklärt eine Zugerin. Auf den Befehl «Lauter!» der Zünftler reagieren die Kinder umgehend. Die Folge: Die Säcke der Kleinen füllen sich mit den gesammelten Schätzen. «Wir unterstützen mit der ganzen Familie die Tradition, sie soll nicht untergehen», so sagt Dieter Keck aus Cham. Er ist sich sicher, dass die Kinder eine Riesenfreude am alten Zuger Brauchtum haben. Und später hoffentlich auch ihrem Nachwuchs nahebringen werden.

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