ZUG-WEST: Herti-Zentrum wird doppelt so gross

Das Einkaufszentrum im Herti-Quartier ist über 30 Jahre alt, dessen Bebauungsplan fast 40-jährig. Nun soll ein neuer her, der die Wege zu einem grösseren Zentrum – inklusive Hochhaus – öffnen soll.

Zoe Gwerder
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Hier soll überbaut werden: der Parkplatz (links), die Wiese an der Allmendstrasse (oben) und der seitliche Eingang (unten). (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 1. März 2017))

Hier soll überbaut werden: der Parkplatz (links), die Wiese an der Allmendstrasse (oben) und der seitliche Eingang (unten). (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 1. März 2017))

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Ein rund 50 Meter hohes Hochhaus soll einst an der Allmend­strasse den Eingangbereich des neuen Einkaufszentrums Herti flankieren. Zwei weitere rund 30 Meter hohe Hochbauten im hinteren Bereich der Überbauung runden das Ensemble ab. Dies schlägt der Stadtrat in seiner Vorlage zur Gebietsplanung Herti-Zentrum dem Grossen Gemeinderat (GGR) vor. Weiter sollen die grosse Wiese zwischen den Wohnhäusern und der Allmendstrasse, der grosse Parkplatz vor dem Eingang und auch ein Grossteil des Platzes vor dem Seiteneingang bei der General-Guisan-Strasse überbaut werden. Gemäss dem entsprechenden Richtprojekt soll es aber auch in Zukunft beim Herti-Zentrum noch Aussenraum geben. Dieser soll «mit Promenaden, Höfen und Plätzen aktiviert und aufgewertet werden», steht dort geschrieben. Innerhalb der Überbauung sind Innenhöfe mit einem «gartenartigen Charakter» geplant. Sie und die Aussenanlage sind öffentlich zugänglich. Begrünt und begehbar werden zudem die Dächer. Diese sind aber nur für Bewohner und Beschäftigte der Überbauung zugänglich.

Der neue Bebauungsplan lässt Grosses zu: Die Nutzfläche kann so mehr als verdoppelt werden. Von heute über 43000 auf fast 89000 Quadratmeter. Die Fläche für Dienstleistungen, wie Supermarkt oder Restaurants, wird sich mehr als vervierfachen. Am meisten Platz wird es aber wie bisher für Wohnungen geben: fast die Hälfte der gesamten Fläche. 30 Prozent davon sind für den preisgünstigen Wohnungsbau vorgesehen.

Wer dort bauen wird, ist jedoch bis jetzt nur vereinzelt klar, wie Korporationspräsident Urban Keiser sagt. Der Korporation gehört das Land. Die Gebäude darauf wurden im Baurecht erstellt. Einzig das Gebäude des Alters- und Pflegezentrums gehört der Korporation. Dieses soll umfassend saniert werden.

Bauen will sicher die Migros. «Sie gab uns den Anstoss, einen neuen Bebauungsplan auszuarbeiten», sagt Keiser. Ihr gehört das Einkaufszentrum, welches sie «modernisieren und erweitern» will, wie es auf Anfrage bei der Migros Luzern heisst. Dort sei man zufrieden mit der Vorlage des Stadtrates, sagt Mediensprecherin Antonia Reinhard. «Dieser Bebauungsplan ermöglicht uns, das Center attraktiver zu gestalten.» Das Unternehmen war nach eigenen Angaben von Anfang an in die Entwicklung des Bebauungsplans eingebunden. Wer den übrigen Teil der möglichen Neubauten realisieren wird, ist derzeit noch offen.

Fast 200 zusätzliche Parkplätze

Klar ist hingegen, wie es um die rund 200 öffentlichen Parkplätze steht, die mit dem vor­gesehenen Gebäude und dem Hochhaus verschwinden werden. «Total 390 Plätze werden im Parkhaus der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen», erklärt Stadtrat und Vorsteher des Baudepartements, André Wicki. Damit soll auch die Parkplatzsituation während Anlässen in dieser Gegend entschärft werden. «Für mich ist dies ein kleiner Befreiungsschlag», sagt Wicki. Hinzu kommen über 400 öffentliche Veloabstellplätze auf dem Areal.

«Geduld bringt Rosen»

Auf die neue Vorlage des Bebauungsplans wurde lange gewartet. Die Landeigentümerin, die Korporation Zug, hatte bereits im Herbst 2012 den nötigen Kredit für die Überarbeitung gesprochen. Bis heute kostete sie das Unterfangen nach eigenen Angaben rund 400000 Franken. «Geduld bringt Rosen», äussert sich dazu Korporationspräsident Urban Keiser. Insbesondere die Vorprüfungen hätten viel Zeit benötigt. Mit dem Richtprojekt und dem entsprechenden Bebauungsplan sei die Korporation nun aber «sehr zufrieden», so Keiser.

Die Vorlage ist für Anfang April zur ersten Lesung im GGR vorgesehen.