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ZUG: Wider den Niedergang des Kinos

Der Zuschauerschwund in den Schweizer Kinos geht 2016 weiter. Zudem machen immer mehr Kinosäle in den Innenstädten dicht. In Zug gibt es Hoffnung – wenigstens fürs Erste.
Marco Morosoli
Im Frühsommer 2016 ist die Bestuhlung des Kinos Seehof erneuert worden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 9. November 2016))

Im Frühsommer 2016 ist die Bestuhlung des Kinos Seehof erneuert worden. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 9. November 2016))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Morgen Abend werden in Hollywood die begehrten Oscar-Filmpreise vergeben. Gleich drei Schweizer Produktionen sind für die Goldstatuen nominiert. Die grosse Show wird auch Thomas Ulrich mit Spannung verfolgen. Er ist Geschäftsführer der zwei Zuger Kinos Seehof und Gotthard und des Kinos Lux in Baar. Wird eine der derzeit in den drei Kinos laufenden 15 Filmproduktionen mit einem der Filmpreise ausgezeichnet, könnte sich dies positiv auf den Zuschauerzuspruch auswirken. Zum Beispiel hat die Schweizer Produktion «Mein Leben als Zucchini» («Ma vie de Courgette»), sie ist Oscar-Kandidatin in der Kategorie bester Animationsfilm, bisher nur eine überschaubare Zahl von Zugern ins Kino gelockt. Für Thomas Ulrich ist das ein Film für «Herz und Geist, Jung und Alt», der mehr Zuspruch verdient hätte.

20 Prozent weniger Kinobesucher als 2015

Doch der Geschäftsführer der Zuger Kinos macht sich keine Illusionen. Das Kino darbt. Er sagt ohne Umschweife: «2016 war ein schlechtes Jahr.» In Zahlen ausgedrückt, die der Branchendienst Procinema ( www.procinema.ch ) am Donnerstag veröffentlicht hat: Die drei Zuger Kinos haben im Vorjahr 135 443 Eintritte verkauft. Das ist gegenüber 2015 ein Rückgang von satten 20 Prozent. Damals sind im Kanton 169 468 Eintritte verzeichnet worden. Wobei zu bemerken ist, dass die vierwöchige Pause wegen Umbaus des Zuger Kinoflaggschiffs «Seehof» im vergangenen Frühsommer den Vergleich der Besucherzahlen ein wenig verzerrt. Der Umbau hat dazu gedient, dem Zuschauer beim Kinobesuch mehr Komfort zu bieten. So sind die Bestuhlung und die Akustik auf den neusten Stand gebracht worden. Und solche Annehmlichkeiten werden heute zunehmend nachgefragt. Den Grund für die Flaute des Vorjahres macht Ulrich aber daran fest, dass gegenüber 2015 Zugpferde wie der neue James-Bond-Film «Spectre» oder die Schweizer Filmproduktionen «Heidi» und «Schellen-Ursli» gefehlt haben. Thomas Ulrich stellt auch fest, dass «die Grundlust, ins Kino zu gehen, bei den Jungen heute nicht mehr vorhanden ist». Es gebe für diese Altersgruppe heute ein grosses Freizeitangebot. Kino sei da nur noch ein Vergnügen unter vielen.

Sorgen neue Highlights für ein Plus in der Kasse?

Der Geschäftsführer der Zuger Kinos hat wieder Land in Sicht: «In diesem Jahr werden die Zuschauerzahlen wieder anziehen.» Er macht diese Zuversicht am Start von «Fast and Furious 8», dem neuen «Pirates of the Carribean» und anderen US-Produktionen fest. Dabei fällt auf, dass derzeit neue Filme in immer höherer Kadenz gestartet werden. Das bringt Thomas Ulrich in die Bredouille: «Ich muss Filme, die gut laufen, aus dem Programm werfen, um anderen Streifen Platz zu machen.» Deshalb sagt der Geschäftsführer der Zuger Kinos: «Ein Multiplexkino wäre die Rettung. So könnten solche Filme länger gezeigt werden.» Auch Ulrich weiss, dass die Einzelkinos in den Städten Probleme haben. Bald wird in Bern ein solches Traditionshaus schliessen.

Diese Probleme sind auch den Besitzern der Zuger Kinos bekannt. Alban Hürlimann von der Kino Hürlimann AG sagt: «Wünschbar wäre ein grösseres Angebot an Kinoleinwänden im Kanton Zug. Ideal wären zwei Standorte. Das Kino Seehof und ein Multiplexkino, das heutigen Anforderungen entspricht, mit der Stadtbahn erreichbar sein muss und genügend Parkplätze aufweist.» Ein solcher Standort konnte bis jetzt noch nicht gefunden werden. Verschiedene Optionen (Unterfeld, bei der Zuger Hauptpost) haben sich zerschlagen. Doch Alban Hürlimann gibt nicht auf: «Wir sind weiterhin auf der Suche nach einem attraktiven Standort.»

Das Zuger Flaggschiff bleibt der Stadt sicher erhalten

Derweil sagt Alban Hürlimann über die Zukunft der Zuger Kinos: «Das Flaggschiff Seehof bleibt bestehen.» Das Kino Gotthard dürfte es auf Zusehen weiterhin geben, eine Umnutzung wird aber laut Alban Hürlimann geprüft. Auch über die Zukunft des Kinos Lux in Baar ist noch nichts entschieden. Hürlimann sagt dazu: «Zurzeit wird die Erstellung eines Bebauungsplans mit der Gemeinde Baar angeregt, um zu sehen, was im Gebiet um die Sternmattstrasse, wo das Kino steht, möglich ist.» Bis Konkretes zu den Zuger Kinos vorliegt, wird Thomas Ulrich alles tun, um seinem Publikum eine gute Auswahl an Filmen zu bieten. Mit aktuell 15 verschiedenen Titeln dürfte wohl jeder etwas Passendes finden.

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