ZUG: Wie lange wird denn noch ermittelt?

Noch immer ermittelt die Staatsanwaltschaft im Zuger Sexskandal. Die Befragungen sind aber mittlerweile alle abgeschlossen.

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Markus Hürlimann und Jolanda Spiess-Hegglin während der Landammannfeier am 19. Dezember. (Bild: Charly Keiser)

Markus Hürlimann und Jolanda Spiess-Hegglin während der Landammannfeier am 19. Dezember. (Bild: Charly Keiser)

wh. Nach wie vor ist beim Zuger Sexskandal von einem Delikt gegen die sexuelle Integrität die Rede, obwohl keine K.-o.-Tropfen nachgewiesen werden konnten. Marcel Schlatter (Bild), Mediensprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, erklärt, warum die Staatsanwaltschaft den Fall nicht abschliesst.

Herr Schlatter, warum ermittelt die Staatsanwaltschaft denn noch immer im Fall Spiess-Hegglin/Hürlimann?

Marcel Schlatter: Wie lange die Untersuchungen noch dauern, lässt sich nicht sagen. Wir haben aber mittlerweile alle Befragungen abgeschlossen. Nun analysieren wir die Aussagen und vergleichen sie mit den gemachten Äusserungen von Frau Spiess. Sie geht bekanntlich nach wie vor davon aus, dass sich an dem Abend ein schweres Sexualdelikt zugetragen hat.

Aber das Verfahren dauert nun mehr als drei Monate.

Schlatter: Seit der ersten Stunde arbeiten wir intensiv an diesem Fall, er geniesst eine hohe Priorität. Innert kürzester Zeit befragten wir zahlreiche Zeugen und luden auch die beiden Parteien mehrfach vor. Vergessen wir nicht: Es stehen happige Vorwürfe im Raum. Straftaten gegen die sexuelle Integrität sind keine Kavaliersdelikte. Unsere Aufgabe ist es, genau abzuklären, ob sich ein Sexualdelikt zugetragen hat oder nicht.

Es ist von Frau Spiess-Hegglin jüngst erwähnt worden, sie habe, als sie von der Toilette zurückgekommen sei, ein Glas von Herrn Hürlimann gereicht bekommen. Gibt es neue Erkenntnisse?

Schlatter: Wir nehmen die in der Öffentlichkeit gemachten Äusserungen der beiden Protagonisten zur Kenntnis. Kommentieren möchten wir sie aber nicht. Nur so viel: Neue Erkenntnisse oder gar eine Wendung liegen bis jetzt nicht vor.

Was kostet das Ermittlungsverfahren, und wer bezahlt am Ende? Kommt dafür dann der Steuerzahler auf?

Schlatter: Die Kosten eines Verfahrens werden allgemein entweder vom Kanton oder im Fall einer Verurteilung – von der beschuldigten Person getragen.

Wird denn die Öffentlichkeit am Ende erfahren, was bei den Ermittlungen herausgekommen ist?

Schlatter: Selbstverständlich! Sobald das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft abgeschlossen ist, werden wir informieren. Unbestritten besteht ein öffentliches Interesse an dem Fall.

unknown (Bild: wolfgang.holz@zugerzeitung.ch)

unknown (Bild: wolfgang.holz@zugerzeitung.ch)