Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ZUG: Winzer sind mit einem blauen Auge davongekommen

Die weissen Traubensorten der Zuger Rebberge liegen bereits in den Fässern. Der Frost des vergangenen Frühlings hat seine Spuren hinterlassen. Trotzdem fällt eine Zwischenbilanz der Winzer im Kanton nicht nur negativ aus.
Der Winzer Renat Nussbaumer aus Cham hat bereits alle Trauben geerntet. (Bild: Patrick Hürlimann (20. September 2017))

Der Winzer Renat Nussbaumer aus Cham hat bereits alle Trauben geerntet. (Bild: Patrick Hürlimann (20. September 2017))

Der erste Teil der diesjährigen Ernte ist bereits abgeschlossen. Eine Umfrage bei verschiedenen Winzern in der Region zeigt eindeutige Resultate der vergangenen Saison: Der Kälteeinbruch im Frühjahr führte zu grossen Verlusten. Bis zu drei Viertel der Trauben gingen verloren. Die verbleibenden Trauben sind dafür qualitativ umso besser.

Sechzig Prozent der weissen Traubensorte Riesling-Silvaner sind bei der diesjährigen Ernte im Rebberg Erli in Steinhausen ausgefallen. Grund war der starke Frost im April, bei dem ein Grossteil der Traubenknospen erfror. Der Präsident der Rebbaugenossenschaft Steinhausen, Konrad Burch, ist enttäuscht über den Verlust. Er hat jedoch auch positive Erkenntnisse gemacht: «Die Trauben haben sich dieses Jahr erstaunlich gut erholt. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen», sagt er. Er sei ausserdem froh, dass die Weintrauben bis jetzt vom Hagel verschont blieben. Der Hagelschlag im letzten Sommer war in Steinhausen nämlich gleichermassen verheerend wie der diesjährige Frost.

Geringer Schaden durch Essigfliege

Alfred Knüsel, Winzer des Biohofs Breiten in Rotkreuz, hingegen zieht im Vergleich zum vergangenen Jahr eine weniger erfreuliche Bilanz. «Wir hatten dieses Jahr nur einen Viertel der normalen Ernte, die wir letztes Jahr hatten», sagt er. Dabei spricht er von der weissen Traubensorte Solaris. Die roten Trauben werden erst Anfang Oktober geerntet. In seinen rund 5500 Rebstöcken hat die Essigfliege ­bereits Schaden angerichtet. Die Auswirkungen seien jedoch gering. Der bekannte Schädling wird auf unterschiedliche Art bekämpft. Während Burch die Trauben mit weissem Kalk bespritzt, stellt Knüsel rund um den Rebberg Fliegenfallen auf. «Ich will keine Kalkrückstände im Traubenmost», begründet er. Mit dem Schädlingsproblem hatte Renat Nussbaumer, Weinproduzent in Cham, in diesem Jahr bislang nicht zu kämpfen. «Bei den weissen Traubensorten hat es sowieso weniger Essigfliegen», sagt der Winzer, der ausschliesslich die weisse Sorte Riesling-Silvaner anbaut. Wegen des Kälteeinbruchs allerdings verlor er eine Menge Wein. «Es gibt dieses Jahr vielleicht 70 Flaschen Wein anstatt 300», sagt Nussbaumer und fügt hinzu: «Der Arbeitsaufwand bleibt jedoch gleich gross». Mit der Qualität der geernteten Trauben ist er zufrieden. «Dank des heissen Sommers ist die Qualität sehr gut», sagt der Besitzer des Rebbergs an der Sonneggstrasse. Dies bestätigen auch die anderen beiden Zuger Winzer. Alfred Knüsel beispielsweise konnte seine Früchte mit 98 Grad Oechsle – eine Masseinheit für das Gewicht des unvergorenen Traubensaftes – ernten. Durch die Messung kann der Anteil des Zuckers als wichtiges Qualitätskriterium des Weins bestimmt werden.

Der Frost hat auch Vorteile

Im Vergleich zu anderen Jahren sei dies ein sehr guter Wert, sagt der Weinbauer. Der Frost brachte offensichtlich nicht nur Ne­gatives mit sich. Knüsel sagt: «Grundsätzlich gilt: Je weniger Trauben es hat, desto besser ist die Qualität.»

Luzia Blum

redaktion@zugerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.