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ZUG: «Wir müssen das Beste daraus machen»

Der obere und der untere Postplatz werden in den nächsten Jahren umgestaltet und sollen eine städtebauliche Aufwertung bringen – trotz dem Nein zum Stadttunnel.
Die Arbeiten beim Postplatz sind seit rund zwei Monaten in vollem Gange. Bis 2018 werden die Parkplätze voraussichtlich aufgehoben, und der Platz wird weitgehend freigespielt. (Bild Stefan Kaiser, Visualisierung PD)

Die Arbeiten beim Postplatz sind seit rund zwei Monaten in vollem Gange. Bis 2018 werden die Parkplätze voraussichtlich aufgehoben, und der Platz wird weitgehend freigespielt. (Bild Stefan Kaiser, Visualisierung PD)

Samantha Taylor

Ein freigespielter Platz mit Marktständen, mit Leuten am Flanieren und diversen Sitzgelegenheiten: Dieses Bild vom Stadtzuger Postplatz zeichneten die Befürworter des Stadttunnels im Vorfeld der Abstimmung. Der Platz sollte zu einer neuen, weitgehend verkehrsfreien, Zone für Begegnungen mitten in der Stadt werden. Doch was passiert jetzt, nach dem klaren Nein zum 890-Millionen-Projekt mit den Plätzen vor der Hauptpost und vor dem Regierungsgebäude? «Die Planung und Umgestaltung des Platzes geht auf einen Volksentscheid vom Juni 2008 zurück», erinnert Bauchef André Wicki. Und dieser Entscheid wird nun auch nach dem Nein zum Stadttunnel umgesetzt.

Zwei Neubauten

Konkret haben die Zugerinnen und Zuger der Stadt den Auftrag erteilt, insgesamt 100 Parkplätze im unterirdischen Parkhaus Post zu erwerben. Dieses entsteht nördlich der Hauptpost an der Poststrasse 4. «Auf und um den oberen und unteren Postplatz werden so insgesamt 60 oberirdische Parkplätze aufgehoben», führt Wicki aus. Der Platz wird so freigespielt.

Die Arbeiten an der Poststrasse 4 sind seit rund zwei Monaten im Gang. Das alte Haus wurde inzwischen abgerissen. Die Immobiliengesellschaft Grundstück Zug AG, die der Familie Andermatt gehört, realisiert als Ersatz einen achtgeschossigen Neubau, unter dem das ebenfalls viergeschossige Parkhaus erstellt wird. In den oberen Geschossen sind Wohnungen sowie Büro- und Gewerbeflächen geplant. Hinter der Hauptpost entsteht ebenfalls ein Neubau; dieser wird dreigeschossig.

Platz für Märkte

Die Arbeiten haben in diesem Frühjahr mit einiger Verzögerung begonnen. Vorgesehen ist laut André Wicki nun, dass das Parkhaus bis Juni 2018 bezugsbereit ist. «Bis zu diesem Zeitpunkt bleiben die oberirdischen Parkplätze sowohl auf dem oberen wie dem unteren Postplatz noch bestehen», so der Bauchef weiter. Für die Zeit danach hat die Stadt bereits im Jahr 2011 verschiedene Planer eingeladen, für die Gestaltung des oberen Teils Vorschläge einzureichen. Das Siegerprojekt kommt von den Landschaftsarchitekten Appert & Zwahlen aus Cham. Das Projekt sieht Sitzgelegenheiten sowie diverse Freiflächen für Passanten vor. «Allerdings wird sich an der verkehrlichen Nutzung des Platzes gegenüber heute nichts ändern. Es sind aber wohl kleine Anpassungen infolge der Pflanzung neuer Bäume denkbar», erklärt André Wicki. Auch der untere Teil – jene Fläche, die sich vor dem Regierungsgebäude befindet – wurde in den Studienauftrag einbezogen. «Und natürlich haben wir uns auch schon Gedanken über mögliche Nutzungen gemacht», so Wicki. «Ich könnte mir etwa vorstellen, dass der Platz in Erweiterung des Landsgemeindeplatzes für Märkte wie den Handwerkermarkt, den Biomarkt oder Ähnliches genutzt wird.»

Attraktive Nutzungen

Für Stadtpräsident Dolfi Müller ist klar, dass auch nach dem Nein zum Stadttunnel auf dem Postplatz eine «sichtbare städtebauliche Aufwertung» stattfinden werde. «Die Verkehrsmaschine Postplatz wird auf die Durchfahrtsachse reduziert. Das ist schon die halbe Miete.» Und die Zweckbauten im Umfeld des historischen Gebäudes würden durch attraktive Neubauten ersetzt, was zusätzliches Leben bringe, ist Müller überzeugt. Dass im Bereich des Postplatzes in den nächsten Jahren noch einige Veränderungen anstehen, ist auch Müller bewusst. So hat die Post angekündigt, ihre Filiale in der heutigen Hauptpost zu schliessen. Zwar regt sich gegen diesen Entscheid noch Widerstand, wie erfolgreich dieser jedoch sein wird, ist offen. Und auch in dem Gebäude an der Südseite des unteren Postplatzes, in dem heute die Gesundheitsdirektion und die Direktion des Innern untergebracht sind, könnte es zu Änderungen kommen. Je nachdem, wie die Zukunft der kantonalen Verwaltung aussieht.

Aus diesem Grund gelte es, aus diesen beiden Gebäuden noch mehr rauszuholen. Es brauche bei dieser städtebaulich wichtigen Nahtstelle zur Altstadt attraktive Erdgeschossnutzungen – sowohl im Postgebäude wie auch im kantonalen Gebäude. «Dies nicht zuletzt, weil das Regierungsgebäude und die Postplatzseite der Zuger Kantonalbank dies nicht bietet. Das Motto ist darum klar: Wir müssen das Beste daraus machen.»

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