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ZUG: «Wir sind alle Ikea-Regale»

Anlässlich des Weltfrauentages hat die Jugendanimation (JAZ) ein vielseitiges Programm zusammengestellt. Selbst geschriebene Texte sorgten für Witz und Unterhaltung.
Vanessa Varisco
Sängerin Silayne gibt ein Konzert. (Bild: Maria Schmid (Zug, 8. März 2018))

Sängerin Silayne gibt ein Konzert. (Bild: Maria Schmid (Zug, 8. März 2018))

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch

Mit bunten Blumen sind die Frauen vom Organisationskomitee und der Jugendanimation Zug (JAZ) am Weltfrauentag auf den Zuger Strassen unterwegs und verteilen die duftenden Blüten an all jene Frauen, denen sie auf ihrem Spaziergang zum Bundesplatz begegnen. Dort findet nämlich ein griechischer Kreistanz statt, welcher die Bewegungspädagogin Désirée Zemp einstudiert hat, und nun mit möglichst vielen Frauen durchführen will.

Nur wenig später schwingen rund zwei Dutzend Frauen ausgelassen das Tanzbein, wippen vor und zurück und geniessen die Gemeinschaft. Sie werfen die Hände in die Luft, wirbeln um die eigene Achse und klatschen begeistert. «Ein Kreistanz fördert die Gemeinschaft und so ist es doch etwas geselliger, wie wenn jeder für sich allein tanzen würde», meint Désirée Zemp. «Um sich daran zu erinnern, wie sich Frauen eingesetzt haben für heute geltende Rechte, finde ich den Weltfrauentag wichtig», sagt sie weiter.

Neben dem berauschenden Tanz steht noch vieles mehr auf dem Programm. Im Laden für Soziokultur kosten die Frauen Gerichte aus aller Welt, die sie mitgebracht haben. Bald darauf geht es mit musikalischen Darbietungen und Texten weiter. Dicht gedrängt sitzen die vielen Frauen auf den Bänken oder dem Boden, lauschen dem sanften Gitarrenspiel und der weichen Stimme der Sängerin. In den vorgetragenen Stücken erzählt sie Geschichten von Frauen, singt berührende Liebeslieder. Die Besucher lauschen der Melodie und geniessen das Fest in vollen Zügen.

Auch lesen junge Frauen ihre selbst geschriebenen Texte dem Plenum vor. Sie erzählen davon, was es bedeutet eine Frau zu sein, welches Glück und welche Schwierigkeiten dahinterstecken, berichten von ihren weiblichen Vorbildern. Entstanden sind diese Geschichten im Writers Klub der JAZ. Dort treffen sich regelmässig Menschen aus aller Welt, um sich mit Literatur und Kultur auseinandersetzen. «Typisch Frau sind die Selbstzweifel, aber die sind gar nicht nötig», findet Mara Labud und sagt weiter: «Die Balance zwischen Mutter, Karriere- und Ehefrau ist schwierig und manchmal läuft etwas schief, aber auch dann soll Frau sich bewusst sein, dass sie gut genug ist.» Einige Frauen im Publikum nicken zustimmend oder lächeln ermunternd.

Ein blaues und ein pinkfarbenes Regal

Zwischen den Geschichten gibt es als musikalische Unterhaltung russische Volksmusik. Weiter stehen auch humorvolle Geschichten auf dem Plan, wie beispielsweise jene von Melanie Guntern. Mit einer ordentlichen Prise Witz erzählt sie von einem blauen und einem pinkfarbenen Regal, welche sie bei Ikea sehe und die sinnbildlich für Mann und Frau stehen würden. Ikea-Regale würden oft unverdient stereotypisiert werden. Sie kommt schliesslich zur Pointe: «Wir sind alle Ikea-Regale.» Am Ende des Abends steht für die vielen strahlenden Frauen fest, dass der Internationale Frauentag kaum schöner hätte gefeiert werden können.

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