ZUG: «Wir sind nicht mit Hochdruck dran»

Neuheim, Walchwil und Hünenberg bieten seit Jahren zu wenige Asylplätze an. In einer Gemeinde tut sich nun etwas – aber nur langsam.

Christian Glaus
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Der Kanton Zug braucht bei der Unterbringung von Asylbewerbern Geduld (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Der Kanton Zug braucht bei der Unterbringung von Asylbewerbern Geduld (Symbolbild). (Bild: Keystone)

59 zusätzliche Plätze für Asylsuchende müssten Neuheim, Walchwil und Hünenberg zusammen anbieten. Es sind die drei Gemeinden, die bei der Unterbringung von Flüchtlingen im Kanton Zug am negativsten auffallen, weil sie seit eh und je deutlich im Minus sind. Obwohl der Regierungsrat nun bereit ist, Sanktionen für säumige Gemeinden zu prüfen, kommt bei ihnen keine Nervosität auf. «Wir sind nicht mit Hochdruck dran», sagt beispielsweise der Walchwiler Gemeindepräsident Tobias Hürlimann. «Aber immerhin haben wir fünf Plätze im Dorf.»

Eine Prise schlechtes Gewissen findet man hingegen in Hünenberg. «Wir wollen etwas unternehmen. Es sollte nicht sein, dass wir so wenige Plätze zur Verfügung stellen», sagt Gemeindepräsidentin Regula Hürlimann. Im Frühling werde der Gemeinderat entscheiden, wo er eine Asylunterkunft bauen wolle. Zur Auswahl stehen vier Standorte: Ehret, Chämleten, Bösch oder Zythus. Da sie Widerstand erwartet will Hürlimann keinen Termin für den Baubeginn nennen.

Geduld braucht der Kanton in Neuheim. «Es tut sich nichts. Wir haben kein Land und keine Wohnungen», sagt Sozialvorsteher Franz Keiser. Dass der Kanton nun Sanktionen für säumige Gemeinden prüfen will, sei aus seiner Sicht kein Problem, so Keiser weiter. «Es liegt dann am Bürger zu entscheiden, ob wir Asylbewerber aufnehmen oder zahlen sollen.»