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ZUG: «Wir wollen 1000 Studenten ausbilden»

Im Herbst 2016 nimmt das neue Informatik­departement in Rotkreuz seinen Betrieb auf. Direktor René Hüsler hat alle Hände voll zu tun – und er steckt sich ein hohes Ziel.
René Hüsler im Rohbau der Suurstoffi 12 in Rotkreuz, wo bis 2019 der Campus des Informatik­departements beheimatet sein wird. (Bild: Stefan Kaiser)

René Hüsler im Rohbau der Suurstoffi 12 in Rotkreuz, wo bis 2019 der Campus des Informatik­departements beheimatet sein wird. (Bild: Stefan Kaiser)

Rahel Hug

In rund einem Jahr werden die ersten Informatikstudenten der Hochschule Luzern (HSLU) in Rotkreuz ausgebildet. Dann wird das neue Informatikdepartement seinen Betrieb aufnehmen – vorerst in einer Übergangslösung, bis 2019 der Neubau in der Suurstoffi realisiert sein wird. Noch ist vom neuen Hochschulstandort nicht viel zu sehen. Nur das Klingelschild am markanten rot-weissen Gebäude nahe der Bahngleise weist darauf hin, dass sich hier in Sachen Informatik­departement bereits etwas tut. René Hüsler (51), der Direktor des neuen Departements, verrät, wie er zum Standort Rotkreuz steht, wie der Aufbau des Departements voranschreitet und was er sich für dieses wünscht.

René Hüsler, wie gefällt Ihnen der Standort in der Suurstoffi?

René Hüsler: Ich fühle mich sehr wohl. Meine zwei Mitarbeitenden und ich haben uns gut eingelebt. Ich bin aber auch noch sehr viel unterwegs, sei es in Luzern oder in Horw. Viele Aufgaben, die anstehen, kann man nicht von unserem Büro aus erledigen.

Sie wohnen mit Ihrer Familie in Hünenberg See. Wie kommen Sie zur Arbeit?

Hüsler: Ich nehme den Zug oder das Velo. Der Weg am See entlang ist sehr schön, und ich geniesse diese Fahrten.

Sie waren zuvor als Direktor des Departements Technik und Architektur in Horw tätig. Jetzt haben Sie als promovierter ETH-Informatiker das neue Departement übernommen. Was hat Sie an dieser neuen Aufgabe gereizt?

Hüsler: Die Informatik ist mein Fachgebiet. Ausserdem finde ich es eine spannende Herausforderung, ein Departement neu aufzubauen und die Informatik des Departementes Technik und Architektur sowie die Wirtschaftsinformatik des Departements Wirtschaft zusammenzuführen. Eine gute Basis dafür ist vorhanden, jetzt können wir zusätzliches Potenzial ausschöpfen. Das reizt mich. Zudem ist der Standort Zug im ICT-Umfeld sehr stark. Wir starten auf fruchtbarem Gebiet (lacht).

Anfang August 2014 haben Sie die Arbeit für den Aufbau des neuen Departementes aufgenommen. Was ist seitdem Wichtiges geschehen?

Hüsler: Am Anfang standen vor allem konzeptionelle Arbeiten auf dem Programm. Wir haben die Vision und die Strategie ausgearbeitet, Strukturen und Prozesse definiert. Auch das Ausgestalten des Angebots, insbesondere der drei Studiengänge Digital Ideation, Informatik und Wirtschaftsinformatik, nimmt viel Zeit in Anspruch. In den nächsten Monaten werden wir weitere Pflöcke einschlagen. Jetzt geht es an die Detailarbeit.

Wie sieht denn die Strategie für das neue Informatikdepartement aus?

Hüsler: Aktuell absolvieren rund 500 Studierende die Informatikausbildung an der HSLU. Unser Ziel ist es, dereinst doppelt so viele, also 1000, auszubilden. Ausserdem wollen wir mehr Frauen ansprechen. Diese Ziele können wir aber nicht nur durch einen neuen und konzentrierten Standort, den Campus Rotkreuz, erreichen. Auch das Angebot muss ziehen.

Was heisst das konkret?

Hüsler: Wir setzen auf ein gutes Aus- und Weiterbildungsangebot. Ein Beispiel etwa ist der neue Studiengang Digital Ideation. Hier schaffen wir eine Schnittstelle zwischen Informatik und Design. Diese Ausbildung ist interdisziplinär und sehr stark projektorientiert. In den beiden anderen Studiengängen Informatik und Wirtschaftsinformatik bieten wir verschiedene so genannte Majors. Mit einem Major können Studierende einen thematischen Schwerpunkt wählen.

Was wünschen Sie sich persönlich für das neue Departement?

Hüsler: Meine Vision ist es, dass wir dereinst lokal eine wichtige Rolle spielen und Ansprechpartner für die hiesige Wirtschaft sind, wenn es um Informatik geht. Ich erhoffe mir aber auch, dass wir eine Ausstrahlung über die Region hinaus sowie auf internationaler Ebene erreichen.

Der Aufbau des neuen Departementes kostet 3 Millionen Franken. Sie werden dabei mit einer Anschubfinanzierung vom Kanton Zug unterstützt. Eine Million Franken entnimmt die HSLU aus ihrem Eigenkapital. Den Rest bezahlen internationale Firmen. Wie läuft das Fundraising?

Hüsler: Unsere Anfragen sind auf viel Wohlwollen gestossen. Wir haben bereits einen namhaften Betrag zusammen. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Million erreichen.

Bei der Diskussion um den neuen Standort war immer wieder von möglichen Synergien mit den in Rotkreuz angesiedelten IT-Firmen die Rede. Wie wollen Sie diese Nähe nutzen?

Hüsler: Das kann beispielsweise über Projektarbeiten oder Weiterbildungen geschehen. Die räumliche Nähe hilft dabei zusätzlich. Der Praxisbezug unserer Ausbildung ist sehr wichtig. Dies können wir auch durch Lehrbeauftragte aus der Praxis und ­Studierendenprojekte der Unternehmungen sicherstellen. Das Umfeld bietet viele Chancen. Wir starten aber nicht bei null, es gibt bereits bestehende Projekte und Kooperationen.

Der Entscheid, das Departement in Rotkreuz anzusiedeln, hat vor allem in der Stadt Zug nicht für eitel Sonnenschein gesorgt. Wie stehen Sie zu diesem Thema?

Hüsler: Der Konkordatsrat konnte zwischen zwei sehr guten Standorten auswählen. Beide hatten ihre Vorteile. Aus meiner Sicht ist das Potenzial in Rotkreuz etwas grösser, und in der Suurstoffi bestehen umfassendere Wachstumsmöglichkeiten für die Hochschule Luzern, zum Beispiel wenn 2019 der Bereich Finance der Hochschule Luzern – Wirtschaft auf den Campus Rotkreuz zügeln wird.

Was bringt ein Hochschulstandort einer Gemeinde wie Rotkreuz?

Hüsler: Es wird eine Belebung geben, wenn hier Studierende ein und aus gehen. Wir möchten unsere Räume auch für die Bevölkerung öffnen und öffentliche Veranstaltungen organisieren. Das wird Rotkreuz weiter Auftrieb verleihen.

Welches sind die nächsten Schritte?

Hüsler: Es läuft derzeit sehr viel auf verschiedenen Ebenen. Was das Informatikdepartement betrifft, werden wir bis Ende Jahr schrittweise weitere Informationen bezüglich des Studienangebots bekannt geben, sodass sich ab November die ­neuen Studierenden einschreiben können.

Hinweis

Am kommenden Samstag, 19. September, findet von 12 bis 16 Uhr ein «Tag des offenen Quartiers» in der Suurstoffi statt. Das Departement Informatik der Hochschule Luzern wird mit einem Informationsstand präsent sein. Weitere Informationen: www.hslu.ch/de-ch/informatik

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