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ZUG: «Wir wollen kein Luxusprojekt»

Das Schulhaus Riedmatt muss erweitert werden. Darin waren sich die Gemeinderäte einig und genehmigten den Planungskredit. Dennoch gab es Vorbehalte.
Im Jahr 2019 soll das Schulhaus Riedmatt mit einer Erweiterung ausgestattet sein. (Bild Stefan Kaiser)

Im Jahr 2019 soll das Schulhaus Riedmatt mit einer Erweiterung ausgestattet sein. (Bild Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

Der Schulraum im Westen der Stadt ist knapp. Sowohl im Schulhaus Herti wie auch in der Riedmatt wird auf längere Sicht mehr Platz nötig. Konkret rechnet der Stadtrat damit, dass die Zahl der Kinder im Schulkreis Zug West in den nächsten zehn Jahren um rund 30 Prozent zunehmen wird. Am drängendsten ist die Situation diesbezüglich in der Riedmatt. Dort wird gemäss einem stadträtlichen Bericht bereits ab dem Schuljahr 2016/17 mehr Platz benötigt. Um den Ansprüchen bald gerecht zu werden, hat der Stadtrat eine Machbarkeitsstudie für den Ausbau des Schulhauses erstellen lassen (wir haben berichtet). Diese zeigt zwei Lösungsansätze auf: einen Anbau oder ein neues frei stehendes Gebäude. Die Stadt rechnet heute mit Baukosten von ungefähr 17 Millionen Franken.

Wie das Schulhaus Riedmatt dereinst ausgebaut wird und wie tief die Stadt dafür am Ende tatsächlich in die Tasche greifen muss, das ist derzeit noch offen. Geklärt werden soll das mittels eines einstufigen Wettbewerbsverfahrens, das die Stadt in diesem Frühsommer lancieren will. Und genau dafür hat der Grosse Gemeinderat gestern das «Go» gegeben – und zwar mit seinem Ja zum Projektierungs- und Wettbewerbskredit von 1,9 Millionen Franken.

Sparpotenzial?

Während sich die SP und die Alternative-CSP klar hinter das Projekt stellten, gab es die Zustimmung der bürgerlichen Fraktionen nicht ganz ohne Diskussionen. Zwar wurde der Bedarf an zusätzlichem Schulraum von allen Fraktionen ausnahmslos anerkannt. Bezüglich einiger Rahmenbedingungen gingen die Meinungen jedoch auseinander. So zeigte sich die CVP mit den Kosten unzufrieden. «Einerseits ist der Planungskredit unseres Erachtens sehr hoch», sagte Franz Weiss im Namen seiner Fraktion. Ausserdem wolle man tiefere Baukosten, und zwar eher im Bereich von 14 Millionen Franken. «Das soll in die Wettbewerbsbedingungen einfliessen. Denn wir wollen nicht, dass ein Luxusprojekt entsteht», so Weiss weiter.

Auch die SVP witterte noch Sparpotenzial – allerdings mehr beim Raumprogramm. «Es entstehen vier neue Klassenzimmer und insgesamt 16 zusätzliche Räume. Dieses Verhältnis stimmt nicht», befand Fraktionssprecher Bruno Zimmermann. Hier sei noch einiges an Sparpotenzial vorhanden.

Der CVP konterte Bauchef André Wicki. Er betonte, dass es sich bei den 17 Millionen Franken erst um eine Grobkostenschätzung handle. «Wir werden mit den definitiven Kosten wieder in den Grossen Gemeinderat kommen, und zu gegebener Zeit kann dann auch ein Kostendach festgesetzt werden.» Jetzt sei es dazu noch zu früh. Die SVP bekam ihre Antwort von Bildungschefin Vroni Straub-Müller. «Die neuen Lernformen brauchen diese Räume. Aber wir bleiben pragmatisch und bestellen genau das, was wir benötigen. Nicht mehr und nicht weniger.»

Grosser Perimeter

Neben diesen beiden Punkten sorgte ausserdem die Platzierung der Erweiterung für Gesprächsstoff. Vorgesehen ist, dass entweder ein Anbau oder ein frei stehender Neubau realisiert wird. Und zwar im Osten des Grundstücks. «Wir wollen, dass alle Varianten geprüft werden. Auch eine allfällige Erweiterung im Nordwesten», führte David Jandl (SVP) aus. Unterstützung erhielt er von Stefan Moos (FDP). «Wir müssen heute noch nicht mögliche Erweiterungen planen und bewerten. Wir sollten möglichst viel offen lassen. Und dazu braucht es einen möglichst grossen Perimeter.» Urs Bertschi (SP, Präsident der Bau- und Planungskommission) konterte: «Wir wollen sehr bewusst einen Perimeter für den Wettbewerb vorgeben.» Ausserdem habe auch die Schulraumplanung die Stossrichtung innere Verdichtung. «Und das ist nach Nordwesten nicht möglich.» Schliesslich wurde der Wettbewerbskredit vom Rat mit 33 zu 2 Stimmen genehmigt.

Einzug 2019

Das Wettbewerbsverfahren wird nun lanciert. Mit den Ergebnissen daraus sollen auch die Baukosten ermittelt werden. Sowohl der Grosse Gemeinderat wie auch das Stimmvolk werden über das Projekt noch befinden können. Letzteres voraussichtlich Anfang 2017. Bei einem Ja könnte anschliessend mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der Stadtrat geht davon aus, dass dies rund zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. Die Räume wären dann gegen Ende 2019 bezugsbereit.

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