Zug
WWZ kommt solide durch die Pandemie

Die Zuger WWZ-Gruppe ist gut durch das Coronajahr 2020 gekommen und hat trotz Lockdown ihre strategischen Entwicklungsprojekte mit Erfolg vorangetrieben, so etwa den Ausbau der Fernwärme.

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(haz) Der Nettoerlös der WWZ-Gruppe konnte 2020 mit 227,6 Millionen Franken auf Vorjahresniveau gehalten werden, das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) trotz tieferem Energieabsatz leicht gesteigert werden, wie WWZ an einer Medienkonferenz bekanntgab. Als Folge der hohen Wachstumsinvestitionen stiegen die ordentlichen Abschreibungen, das operative Ergebnis sank auf 37,4 Millionen Franken. Der Konzerngewinn liegt mit 39 Millionen Franken unter dem von positiven Einmaleffekten geprägten Vorjahresgewinn. WWZ empfiehlt der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 330 Franken pro Aktie und die Genehmigung eines Aktiensplits von 1:10.

Generalversammlung WWZ im Jahr 2019. Damals war eine physische Durchführung möglich.

Generalversammlung WWZ im Jahr 2019. Damals war eine physische Durchführung möglich.

Bild: Stefan Kaiser, (Zug, 2. Mai 2019)

«WWZ konnte trotz der Coronapandemie ihre Ziele weitgehend erreichen», wird WWZ-CEO Andreas Widmer in einer Medienmitteilung zitiert. «Zwar sanken die Energieabsätze infolge des Lockdowns und der warmen Witterung, dennoch konnten wir den Nettoerlös auf Vorjahresniveau halten. Vor allem aber konnten wir unseren systemrelevanten Grundversorgungsauftrag weiterhin uneingeschränkt gewährleisten und trotz aller coronabedingten Herausforderungen den Ausbau unserer strategischen Wachstumsfelder erfolgreich vorantreiben, insbesondere im Bereich der Fernwärme – die Senkung des CO2-Ausstosses in unserer Region ist ein Ziel, das wir beharrlich verfolgen.» Andreas Widmer hat per Generalversammlung 2022 seinen Rücktritt angekündigt.

Aktiensplit soll Aktie besser handelbar machen

WWZ tätigte im Jahr 2020 wiederum beträchtliche strategische Wachstumsinvestitionen. Die Nettoinvestitionen in den Unterhalt der Infrastruktur sowie in den Ausbau der Fernwärme und der Telekomnetze betrugen 87 Millionen Franken.

Rekord beim Trinkwasserverbrauch

Der Trinkwasserverbrauch stieg auf rekordhohe 5,94 Millionen Kubikmeter (+3,5 Prozent). Das Jahr 2020 war ähnlich warm wie das bisherige Rekordjahr 2018, auch die Niederschläge lagen unter der Norm. Aufgrund der Reisebeschränkungen verbrachten viele Menschen die Ferienzeit zu Hause, was die Wassernachfrage zusätzlich erhöhte. Die kantonalen Ämter analysierten 526 Rohwasserproben auf ihre mikrobiologische und chemische Zusammensetzung und beanstandeten deren vier. WWZ ortete und behob die Ursachen rasch. Alle Analyseergebnisse und Angaben zur Wasserqualität sind auf der Nationalen Informationsplattform wasserqualitaet.ch publiziert. Zur Überwachung der Chlorothalonil-Situation liess WWZ jeden Monat zusätzliche Proben spezifisch auf Rückstände des mittlerweile verbotenen Pestizids analysieren. Die Ergebnisse bestätigen, dass sich der Stoff nur sehr langsam abbaut; weder im Gebiet Drälikon (Hünenberg) noch im Luzerner Seetal lässt sich ein rückläufiger Trend erkennen. Während das Dräliker Wasser im Reservoir Knodenwald mit Wasser aus Zug vermischt wird und somit konform ist, stehen im Luzerner Seetal keine alternativen Wasserquellen zur Verfügung. Gemeinsam mit den Gemeinden und Wasserversorgern arbeitet WWZ an Lösungen. (haz)

Das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 37,4 Millionen Franken 10,8 Prozent unter dem Vorjahr. Der Rückgang ist eine Folge der gestiegenen ordentlichen Abschreibungen auf den hohen Wachstumsinvestitionen. Der Konzerngewinn liegt mit 39 Millionen Franken. (-19,1 Prozent) ebenfalls unter dem Vorjahr – im Vorjahresergebnis war ein positiver Einmaleffekt auf den Steuern von über 6 Millionen Franken enthalten.

Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit betrug 92,6 Millionen Franken und lag 4,8 Millionen unter Vorjahr, primär bedingt durch den tieferen Geschäftsgewinn. Nach Abzug der Investitionen resultierte ein Free Cashflow von 8,6 Millionen Franken. Die flüssigen Mittel sanken um 13,3 Prozent auf 77, Millionen Franken. Der Finanzertrag aus Wertschriftenanlagen war im Berichtsjahr tiefer als im ausserordentlichen Börsenjahr 2019, das Finanzergebnis sank auf 4,7 Millionen Franken (-24,2 Prozent). Die Eigenkapitalquote lag bei 86,6 Prozent. Das Anlagevermögen ist vollständig durch Eigenkapital finanziert.

Quelle: WWZ

Auch die diesjährige Generalversammlung vom 6. Mai findet coronabedingt ohne persönliche Teilnahme der Aktionärinnen und Aktionäre statt. Angesichts des soliden Ergebnisausweises und des weiterhin grossen Investitionsbedarfs zum Auf- und Ausbau zukünftiger Wachstumsfelder, empfiehlt der Verwaltungsrat eine unveränderte ordentliche Dividende von 330 Franken pro Aktie. Die statutarischen Geschäfte umfassen unter anderem die Wahl von Simone Walther als Nachfolgerin von Andreas Umbach in den Verwaltungsrat der WWZ AG sowie die Wiederwahlen der Verwaltungsräte Frank Boller (Verwaltungsratspräsident), Heinz M. Buhofer und Walter Lipp. Der Versammlung wird zudem ein Aktiensplit im Verhältnis 1:10 empfohlen. Die Aktie ist mit einem Kurswert von 13’900 CHF (Stand 29. März 2021) sehr schwer. Ziel ist es, den Wert liquider und so besser handelbar und einer breiteren Bevölkerung zugänglich zu machen. Der Schritt unterstreicht das Selbstverständnis von WWZ als regional verankerte Publikumsgesellschaft.

Hinweis: Den vollständigen WWZ-Geschäftsbericht 2020 gibt es hier.