ZUG: Zahl der Gymnasiasten «am obersten Limit»

Ansturm aufs Langzeitgymnasium: Im Kanton Zug treten nach den Sommerferien erstmals über 20 Prozent aller 6.-Klässler ins Langzeitgymnasium über, konkret 273 Schülerinnen und Schüler oder 20,8 Prozent. Was nach Erfolg tönt, ist gar nicht im Sinne des Kantons.

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Der Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss. (Bild: Archiv Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Der Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss. (Bild: Archiv Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das oberste Limit sei damit erreicht, sagte Bildungsdirektor Stephan Schleiss (SVP) auf Anfrage der sda. Ziel des Kantons Zug ist gemäss einer Mitteilung vom Mittwoch eine Maturitätsquote von 20 Prozent, was dem Schweizer Durchschnitt entsprechen würde.

Weil zu den Langzeitgymnasiasten aber noch die Absolventen des Kurzzeitgymis dazukommen, dürfte die Zuger Quote deutlich höher als 20 Prozent ausfallen. «Eigentlich hätten wir gerne wieder weniger Langzeitgymnasiasten», sagte er weiter. Massnahmen seien vorerst aber keine geplant.

Der Trend zum Langzeitgymnasium sei seit 2008 zu beobachten. Ursache seien die Eltern, die ihre Kinder bei der ersten Möglichkeit ins Gymi bringen wollten. Der Kanton Zug würde es bevorzugen, wenn wieder mehr Kinder zuerst die Oberstufe – inklusive der Berufswahl-Lektionen – besuchen würden.

Die Haltung des Kantons Zug hat aber auch finanzielle Gründe: Für den Kanton ist es billiger, wenn Schüler die Sekundarschule besuchen. Diese wird von den Gemeinden bezahlt. Für das Gymnasium muss der Kanton aufkommen.

sda