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ZUG: Zahl der Sozialhilfebezüger stabil

Im Vorjahr sind 2112 im Kanton wohnhafte Personen unterstützt worden. Die Sozialhilfequote beträgt seit zehn Jahren rund 1,7 Prozent. Aber in einem Bereich ist eine Zunahme festzustellen.
Marco Morosoli

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Sie sind im Kanton Zug nicht sichtbar. Aber da. Menschen, die nicht genug zum Leben haben und deshalb Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen. Die Ursachen für diesen finanziellen Hilferuf an den Staat sind mannigfaltig. Im Vorjahr haben 2112 Personen im Kanton Sozialhilfe bezogen. Dies teilt Lustat Statistik Luzern mit. Diese Institution erhebt die Zahlen für die zur Zentralschweiz gehörenden Kantone. In Bezug auf die Wohnbevölkerung entspricht dies im Kanton Zug einer Sozialhilfequote von 1,7 Prozent. Sie ist damit gleich hoch wie im Jahr zuvor. In dieser Statistik nicht berücksichtigt, sind Asylsuchende und Flüchtlinge. Diese fallen in den Zuständigkeitsbereich des Bundes.

Um im Kanton Zug einen Ausreisser nach oben zu finden, muss die Statistik aus dem Jahre 2006 hervorgekramt werden. Damals haben 1,9 Prozent der Zuger Wohnbevölkerung Sozialhilfe bezogen. Dabei ist zu erwähnen, dass die Wohnbevölkerung im Kanton Zug in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist.

2011 haben im Kanton Zug 115 104 Personen gelebt. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren weiter angestiegen. Per Ende Dezember 2016 – aktuellere Zahlen gibt es nicht – hat die Wohnbevölkerung auf 123948 Personen zugenommen.

Alleinerziehende sind öfter unterstützungsbedürftig

Wie dem von Lustat präsentierten Bericht zu entnehmen ist, haben Alleinerziehende ein erhöhtes Sozialhilferisiko. Das Einkommen des einen Elternteils, der sich um die Kinder kümmert, reicht «nicht aus, um den Lebensbedarf der Familie zu decken», wie es im Papier weiter heisst. Bekanntermassen sind im Kanton Zug die Steuern tiefer als im Landesdurchschnitt, die Mieten aber markant höher. Diese Schere befeuert das Abdriften in die Abhängigkeit von staatlichen Geldern. Dabei ist zu bemerken, dass die Zahl derjenigen, welchen 2016 die Alimente bevorschusst worden ist, um 3,7 Prozent gestiegen ist.

Auch im Kanton Zug ist die Sozialhilfequote der ausländischen Wohnbevölkerung grösser als bei Schweizern. Dies aber weniger ausgeprägt, da sehr viele Zugewanderte hochqualifiziert sind. Was aus der Lustat-Statistik ebenfalls herausgelesen werden kann: Ausländer haben schlechtere Chancen, im Arbeitsmarkt unterzukommen. Im Weiteren sind sie vermehrt in Tieflohnbranchen tätig.

Auch die Arbeitslosigkeit ist im Kanton Zug tief

Was dem Kanton Zug ebenfalls zupasskommt: Die Arbeitslosigkeit hat im Kanton Zug im Oktober 2,3 Prozent betragen. Das ist fast ein Drittel weniger als im Schweizer Durchschnitt (Oktober 2017: 3 Prozent).

Jris Bischof, sie ist Amtsleiterin des kantonalen Sozialamtes, hat für den tieferen Wert der Sozialhilfequote noch eine andere Erklärung: «Grössere Städte haben eine höhere Sozialhilfequote, da sie eine Sogwirkung haben.» Die verschiedenen Gemeinden in der und um die Lorzenebene sind wohl fast zusammengewachsen, aber jede managt den Sozialbereich selber. Dieser ist Sache der Einwohnergemeinden wie auch der Bürgergemeinden.

In einem Teilbereich ist aber auch im Kanton Zug die Sozialhilfequote angestiegen. Personen ohne Lehre oder einen gleich gearteten nachobligatorischen Bildungsabschluss haben mit 4 Prozent die doppelt so hohe Sozialhilfequote wie die Zuger Gesamtbevölkerung. Deshalb sei es so wichtig, dass Jugendliche in der Berufsbildung auch einen Abschluss machen.

Ebenfalls aus der Statistik geht hervor, dass die mittlere Bezugsdauer der Sozialhilfe im Kanton Zug bei elf Monaten liegt. Rund die Hälfte der Dossiers können innerhalb eines Jahres als erledigt abgeschlossen werde.

Dabei ist zu bemerken, dass einige Sozialfälle sich für den Bezug einer IV-Rente qualifizieren. Zudem verschwindet rund ein Drittel der Fälle aus der Zuger Statistik, weil die Bezüger wegziehen oder aber der Kontakt zu ihnen abbricht.

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