Zug zahlt 16 Millionen an Durchmesserlinie

Der Kanton Zug gewährt der SBB ein zinsloses Darlehen von 16 Millionen Franken für den Bau der Durchmesserlinie Zürich. Davon profitieren auch Zuger Pendler.

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Bau der Durchmesserlinie bei der Letzigrabenbrücke in Zürich. (Bild: NZZ / Christoph Ruckstuhl)

Bau der Durchmesserlinie bei der Letzigrabenbrücke in Zürich. (Bild: NZZ / Christoph Ruckstuhl)

Die Finanzspritze war am Donnerstag im Kantonsrat unbestritten:Die Parlamentarier sprachen sich mit 63 zu 1 Stimme für die Vorlage aus.

Die Fraktionssprecher sprachen von einem solidarischen nachbarschaftlichen und einem positiven politischen Zeichen, das man setzen wolle. Leise Kritik gab es einzig von der Fraktion der Alternativen-die Grünen. Sie stimme der Vorlage zu, jedoch ohne Begeisterung, sagte Fraktionssprecher Martin Stuber (AGF). Denn die Zugsverbindungen nach Zug hätten in Zürich keine Priorität.

2 Milliarden Gesamtkosten

Das Bahnprojekt Durchmesserlinie (DML) kostet rund 2 Milliarden Franken. Weil der Geldfluss des Bundes dem Baufortschritt nicht folgen kann, hat der Kanton Zürich der SBB ein zinsloses Darlehen von maximal 500 Millionen versprochen. Dafür hat der Kanton Zürich die Nachbarkantone um Unterstützung angefragt.

Die zuständigen Regierungsmitglieder der in der Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs (KöV Zürich) vereinigten Kantone Aargau, Glarus, Schaffhausen, Schwyz, St. Gallen, Thurgau und Zug sagten die Unterstützung einstimmig zu.

Die Laufzeit des Zuger Darlehens beträgt maximal 6 Jahre. Für die Ermittlung des Beteiligungsschlüssels wurde die Anzahl der Zugsfahrten von und nach Zürich HB aus dem jeweiligen Kanton erhoben. Daraus ergab sich, dass der Kanton Zürich mit 63 Prozent den grössten Anteil an der Vorfinanzierung zu tragen hat. Auf den Kanton Zug entfallen 5 Prozent.

Auch Zuger profitieren

Die Zuger Regierung betonte in ihrem Bericht, auch Zuger profitierten vom DML-Bau. Obwohl aus der Zentralschweiz kein Zug sie befahren werde, schaffe die DML die notwendige Kapazität im Hauptbahnhof, so dass auch Zug das Angebot ausbauen könne.

So soll die neue S24 halbstündlich von Zug via Zürich HB via Flughafen und Winterthur nach Schaffhausen verkehren. Zug erhofft sich im Gegenzug auch eine allfällige Zürcher Hilfe für die Vorfinanzierung des Zimmerberg Basistunnels.

Mit der Durchmesserlinie (DML) können mehr S-Bahnen und Fernverkehrszüge in den Hauptbahnhof Zürich geführt und somit Kapazitätsengpässe behoben werden. Die Durchmesserlinie verläuft vom Bahnhof Altstetten via Hauptbahnhof bis nach Zürich Oerlikon. Im Bahnhof Oerlikon werden zudem die Gleise 7 und 8 ausgebaut. Die neue Bahnlinie soll zum Fahrplanwechsel 2016 fertig gestellt werden.

sda