ZUG: Ziemlich viel Ärger mit einer kurzen Verbindung

Seit fünf Jahren wartet das Quartier Rötel auf einen Fussweg zum Aussichtspunkt. In zwei Wochen sollte es nun so weit sein.

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Blick im Juni 2013 vom Rötelquartier auf die Stadt Zug. (Bild: Werner Schelbert Neue ZZ)

Blick im Juni 2013 vom Rötelquartier auf die Stadt Zug. (Bild: Werner Schelbert Neue ZZ)

Wer heute im Rötelquartier zum Restaurant Rötelberg spazieren will, muss dies entlang der Blasenbergstrasse tun. Eine direkte Fussgängerverbindung zwischen dem Quartier Rötel und dem Lokal fehlt heute. Dass ein solcher Weg entsteht, dafür setzt sich die Nachbarschaft mit ihrem Präsidenten Ruedi Hotz bereits seit einiger Zeit ein. «Wir sind schon vor fünf Jahren aktiv geworden, als es darum ging, dass die Stadt das Grundstück mit dem Restaurant erwerben will», berichtet Hotz.

Nun scheinen die Bemühungen der Nachbarschaft zu fruchten. Denn inzwischen sind unterhalb des Rötels die Baumaschinen aufgefahren. Auch ein entsprechendes Baugesuch der Stadt für die Erstellung des Fussweges von der Rötelstrasse zum Aussichtspunkt lag öffentlich auf. Allerdings war auch das keine ganz einfache Sache. Denn die Stadt konnte mit den Arbeiten nicht einfach loslegen.

Der Grund waren diverse Unstimmigkeiten. Zum einen musste die Stadt mit einem privaten Grundeigentümer verhandeln. Denn das Trottoir, über das der Einstieg in den Fussweg erfolgen soll, ist in privater Hand. «Man musste wegen etwas mehr als einem Meter Gehwegrecht ziemlich lange und zäh verhandeln», weiss der Präsident der Nachbarschaft.

Zu steil

Zum anderen kam aber auch die Wegführung nicht bei allen gut an. Die Stadt hat ursprünglich geplant, den Fussweg ziemlich schnurgerade nach der Kurve von der Strasse «Im Rötel» zum Restaurant hoch zu führen, entlang der Grenze zu einem Villengrundstück. So wurde der Weg vor rund zwei Jahren geplant. Gemäss Bauchef André Wicki hat es zwar keine Einsprachen gegeben, allerdings diverse Hinweise aus der Nachbarschaft. «Der Weg wäre so sehr steil geworden», führt Wicki aus. Ob es auch noch Kritik seitens der Villenbewohner gab, lässt Wicki offen. Allerdings betont auch Ruedi Hotz: «Der Weg wäre so schlicht nicht ideal gewesen. Er war wirklich ziemlich steil. Es hat für uns ein bisschen nach einer Fehlplanung ausgesehen», führt Ruedi Hotz weiter aus.

Einweihung am Fest

Die Stadt plante also um. Ein neuer Wegverlauf sollte her. Und zwar einer, der weniger steil ist und in einem Bogen dem Hang entlang führt. «Dieser Weg ist bequemer zu gehen», äussert Wicki. Und auch Ruedi Hotz zeigt sich zufrieden. Der Weg sei schöner. Und: «Man kommt oben direkt unter den Kastanien an.» Doch auch damit hatte man es noch nicht allen Leuten recht gemacht. Diesmal gab es sogar eine ganz offizielle Einsprache. «Die Einsprache richtete sich aber nur bedingt gegen die Wegführung und hatte mit einer privatrechtlichen Dienstbarkeit zu tun», führt André Wicki aus. Man habe sich inzwischen mit dem Einsprecher einigen können.

Im Quartier freut man sich, dass das Projekt nun endlich zu einem Abschluss kommen kann. «Es ist wirklich unglaublich lange gegangen, bis wir jetzt an diesem Punkt stehen», sagt Ruedi Hotz. Natürlich sei ihm klar, dass ein solch kleiner Weg bei der Stadt nicht die erste Priorität geniesse. «Die haben auch alle Hände voll zu tun mit anderem», sagt der Präsident der Nachbarschaft weiter. Trotzdem sei dieser Zugang für das Quartier und seine Bewohner eine wichtige Verbindung. Läuft nun alles nach Plan, dann wird der fertige Weg am 29. August im Rahmen des Quartierfestes eingeweiht. Hotz: «Wir haben das auf unserer Einladung nun so vermerkt. Wir gehen also davon aus, dass wir bis dahin einen schönen direkten Fussweg zum Rötelberg haben.»

Samantha Taylor