ZUG: Zug tritt dem Hooligan-Konkordat bei

Der Kanton Zug tritt dem verschärften Hooligan-Konkordat bei. Die Entscheidung im Parlament fiel wie erwartet knapp.

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Neuer Standard: An den Spielen des EV Zug werden hauptsächlich Gästefans mit Personenscannern erfasst (Aufnahme vom 1. März 2012). (Bild: Keystone)

Neuer Standard: An den Spielen des EV Zug werden hauptsächlich Gästefans mit Personenscannern erfasst (Aufnahme vom 1. März 2012). (Bild: Keystone)

Der Zuger Kantonsrat hat am Donnerstag beschlossen, dem verschärften Hooligan-Konkordat beizutreten. Der umstrittene Entscheid wurde in geheimer Abstimmung mit 38 Ja- zu 33 Nein-Stimmen gefällt.

Referendum ergriffen

Noch in der gleichen Sitzung wurde das Behördenreferendum ergriffen. 30 Parlamentarierinnen und Parlamentarier unterstützten dieses und bewirkten so, dass das Zuger Volk das letzte Wort in Sachen Hooligan-Konkordat haben wird. 27 Stimmen waren nötig.

Die Gegner des verschärften Hooligan-Konkordats kamen aus allen Parteien von links bis rechts. Sicherheitsvorsteher Beat Villiger (CVP) zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Volk den Beitritt zum verschärften Hooligan-Konkordat befürworten wird. Es sei wichtig, dass der Kanton Zug dieses Zeichen aussende. Die Abstimmung findet spätestens im November statt.

Umstrittene Kontrollen

Die Verschärfung des Hooligan-Konkordats sieht neu eine Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Liga vor. Die Kantone können Auflagen bezüglich Alkoholkonsum oder Fan-Transport machen. Zudem können Rayonverbote bis zu drei Jahre verhängt werden.

Umstritten sind aber vor allem die Kontrollen. Mit dem verschärften Konkordat sind bei konkretem Verdacht Leibesvisitationen unter den Kleidern möglich.

rem/ft/sda

Das machen die anderen Kantone

KONKORDAT ft. Luzern, Zürich, St. Gallen, Uri, Appenzell Innerrhoden und Bern haben den Beitritt beschlossen. Die Luzerner Regierung hat das Gesetz aber ausgesetzt, weil gegen den Konkordatsbeitritt seit Februar eine Beschwerde beim Bundesgericht liegt. Wann das Gericht entscheiden wird, ist noch unklar. «Derzeit steht Luzern mit dem Gericht im Rechtsschriftenwechsel», sagt Andreas Töns, Informationschef des Kantons Luzern. In Zürich ist das Referendum zu Stande gekommen, in Bern werden Unterschriften gesammelt. Im Aargau und in Neuenburg haben die Parlamente zugestimmt, doch die Referendumsfrist läuft noch.