ZUG: Zuger Apotheke trotzt dem Wandel

Die Apotheke Spillmann feiert ihr 125-Jahr-Jubiläum. Sie ist noch immer ein Familienunternehmen. Geändert hat sich hingegen das Sortiment.
Marco Morosoli
Die Inhaberin Simone Spillmann richtet die Apotheke feierlich her. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 8. Mai 2018))

Die Inhaberin Simone Spillmann richtet die Apotheke feierlich her. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 8. Mai 2018))

Marco Morosoli

redaktion@zugerzeitung.ch

Das 19. Jahrhundert ist an der Zuger Bahnhofstrasse praktisch ausgeräumt worden. Auch der rote Backsteinbau an der Bahnhofstrasse 11, in dem die Apotheke Spillmann seit 1897 ihr Ladenlokal hatte, steht nicht mehr. Es ist 1991 abgerissen worden. An seiner Stelle ist bis 1993 ein stattlicher Bau erstellt worden.

In diesem führt jetzt Simone Spillmann den Familienbetrieb weiter, den Emil A. Spillmann am 1. Mai 1893 gegründet hatte. Sie repräsentiert die vierte Generation und hat das Flair für diesen Beruf in die Wiege gelegt bekommen. Simone Spillmann ist seit 21 Jahren Inhaberin der Apotheke, ihr Vater hat auch noch lange mitgeholfen und kommt auch heute ab und an ins Geschäft.

«Es ist ein hartes Business», sagt Spillmann. Einerseits geben im Kanton Zug die Ärzte die Medikamente selber ab, und andererseits auch die Online-Plattformen sind eine grosse Konkurrenz. Geschätzt werde aber die Beratung, die gäbe es im Netz nicht.

Eine grosse Belegschaft

Was Simone Spillmann, die an der Universität Bern studiert hat, an ihrem Beruf mag: «Es ist eine vielseitige Arbeit. Ich bin auch eine Anlaufstelle für allerlei Gesundheitsfragen. Da hilft mir meine grosse Erfahrung.» Sie arbeitet in einem 80-Prozent-Pensum. Ebenfalls eine Viertagewoche hat die Geschäftsleiterin Sabine Schwarz. Die beiden Frauen werden dabei von acht Angestellten unterstützt. Unter diesen sind viele Frauen, die nur Teilzeit arbeiten.

Wenngleich der Standort fast der gleiche ist, hat sich das Sortiment der Apotheke stark gewandelt. Früher sind viele Medikamente selber gemischt worden. Heute kommen sie fixfertig. Obwohl nicht alle Medikamente am Lager gehalten werden können, ist schneller Service möglich. Zweimal im Tag kommt eine Lieferung in den Laden. Nicht mehr zu haben sind jedoch Mineralwasser. Auch die «in- und ausländischen Spezialitäten» sind aus der Auslage verschwunden.

Beständig ist hingegen die Geschäftsführung. Simone Spillmann sagt: «Ich habe mich bis jetzt nicht um die Nachfolgeregelung befasst.» Dies geschehe auch, weil sie nicht mit 64 Jahren zu arbeiten aufhören wolle. Auf zum nächsten Jubiläum also.

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