ZUG: Zuger Bürger erhalten Millionenerbe

Die Liegenschaft an der Poststrasse 14 gehört jetzt der Bürgergemeinde. Vererbt wurde sie von Linda Speck, einem der Opfer des Eschenringmordes – vermutlich ungewollt.

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Die Erträge dieses Hauses müssen von der Bürgergemeinde für gemeinnützige Zwecke eingesetzt werden. (Bild Werner Schelbert)

Die Erträge dieses Hauses müssen von der Bürgergemeinde für gemeinnützige Zwecke eingesetzt werden. (Bild Werner Schelbert)

Über ein «besonderes Ereignis» hat der Bürgerrat von Zug gestern in einer Mitteilung informiert. Die Wortwahl mutet angesichts der Nachricht, die darin verkündet wird, etwas gar bescheiden an. Denn die Bürgergemeinde tritt ein millionenschweres Erbe an. Vermacht wird ihr – wenn wohl auch nicht gewollt – die Liegenschaft an der Poststrasse 14, mitten in der Stadt Zug. Die Erbschaft gründet auf einer tragischen Geschichte. Bei der Erblasserin handelt es sich um Linda Speck. Die Ex-Gattin des Zuger Verlegers Joseph Speck war eines der Opfer des Zuger Penthouse-Mordes im Jahr 2009.

Nun gehört das Haus der Bürgergemeinde

Das Haus an der Poststrasse 14 war im Besitz von Linda Speck. Genauer im Besitz ihrer Firma Lamada Excellent AG. Nun gehört es der Bürgergemeinde. Vor ihrem Tod habe Linda Speck ihren Nachlass in einem Testament geregelt. Die Ex-Verlegergattin hatte darin gemäss Hager für einen genau bezeichneten Teil ihres Vermögens vier Erben eingesetzt. Für den gesamten restlichen Teil habe sie in ihrem Testament nichts verfügt. «Ein Teil des Testamentes war nichtig», präzisiert Marcello Weber, Anwalt und Nachlassverwalter der Verstorbenen. Und nach diversen Prüfungen steht nun jedoch definitiv fest: Für diesen Teil des Vermögens und damit auch für die Poststrasse 14, gibt es keine Erben. In diesen Fällen geht die Erbschaft an den Kanton, in dem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte. So regelt es das Schweizer Recht. Im Kanton Zug ist zudem gesetzlich festgehalten, dass sofern erbberechtigte Personen fehlen, die Erbschaft an die Wohnsitzgemeinde oder, falls der Erblasser Bürger des Kantons ist, an die Heimatgemeinde geht.

Den Wert der vererbten Liegenschaft, können und wollen weder die Bürgergemeinde noch Marcello Weber beziffern. «Wir müssen jetzt diverse Abklärungen treffen, bevor wir konkrete Zahlen nennen», so Rainer Hager.

Samantha Taylor

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