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ZUG: Zuger Kantonalbank streicht Immobilienmesse

Dieses Jahr findet im Kanton kein Immomarkt mehr statt. Das Interesse von Aussteller- und Kundenseite habe gemäss dem Organisator nachgelassen – vor allem wegen des Internets. Nicht alle Aussteller teilen diese Einschätzung.
Christopher Gilb
Zwei Besucherinnen informieren sich am Immomarkt 2015 über ein neues Bauvorhaben. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 18. Mai 2015))

Zwei Besucherinnen informieren sich am Immomarkt 2015 über ein neues Bauvorhaben. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 18. Mai 2015))

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

37 Jahre hintereinander fand im Kanton Zug der sogenannte Zuger Immomarkt statt, die Immobilienmesse der Zuger Kantonalbank. Letztes Jahr noch präsentierten dort 22 Aussteller am 23. und 24. Mai in der ­Waldmannhalle in Baar allerlei Immobilienangebote. Doch dieses Jahr werden sich Interessierte woanders informieren müssen.

Die Zuger Kantonalbank hat sich entschieden, den Immomarkt einzustellen. «Die Entwicklung des Immomarkts in den letzten Jahren hat uns veranlasst, den Anlass nach Absprache mit mehreren Immobilienpromotoren nicht mehr durchzuführen», sagt Peter Bucher, Leiter Immobilienpromotoren bei der Zuger Kantonalbank.

Fokus auf andere Verkaufskanäle

Der Hauptgrund für den Entscheid sei die zunehmende ­Verlagerung des Immobilien­geschäfts ins Internet. «Früher ­wurde die Vermarktung von Bauprojekten speziell auf den Immomarkt terminiert, um sie dort einem breiten Publikum vorzustellen. Heute ist dies nicht mehr nötig, weil die Projekte das ganze Jahr über online präsentiert werden können.» Laut Peter Bucher sei das Bedürfnis für eine Immobilienmesse sowohl bei den Anbietern wie auch bei den Besuchern in den letzten Jahren rückläufig gewesen. «Einige Anbieter haben uns zurückgemeldet, dass sie die Präsentation an der Messe zwar schätzten, aber den Fokus vermehrt auf andere Verkaufskanäle setzen wollen.» Der Verzicht auf die Messe heisse aber nicht, dass die Kantonalbank im Immobilienbereich weniger aktiv sei. «Wir passen unsere Kanäle den geänderten Bedürfnissen an, bauen unsere digitalen Vertriebskanäle aus und organisieren spezielle Veranstaltungen. «So wollen wir unsere Position bei der Immobilienfinanzierung weiter ausbauen.»

Verständnis für den Entscheid der Kantonalbank zeigt man bei der Einwohnergemeinde Baar, welcher die Waldmannhalle gehört. «Natürlich fehlt uns dadurch eine Einnahmequelle, und wir haben auch Rücksprache mit der Kantonalbank genommen», sagt Thomas Bürge, zuständig für die Bewirtschaftung öffentliche Räume und Anlagen bei der Gemeinde. Der Grund, der ihm genannt worden sei, dass sich alles mehr ins Internet verlagere und die Messe deshalb weniger rentiere, sei aber nachvollziehbar.

Überraschender Entscheid

Nachvollziehbar findet den Entscheid auch die Knüsel Treuhand & Verwaltung AG in Rotkreuz. «Für uns kam der Entscheid zwar überraschend, aber es lief ja wirklich nicht mehr so viel», heisst es dort. Die Resonanz habe einfach nachgelassen, was wahrscheinlich damit zusam­menhänge, dass sich die Kunden zunehmend anders informieren würden.

Schade, dass der Immomarkt dieses Jahr nicht mehr stattfindet, findet die Hegglin Group AG in Zug. «Wir hätten gerne an unserem Stand dort wieder auf unser Angebot und unsere Dienst­leistungen aufmerksam gemacht», sagt Céline Eiholzer, die Teamleiterin Immobilienverkauf bei dem Unternehmen. «Wir sind dieses Jahr an einigen Messen präsent, im Kanton Zug gibt es aber immer weniger Präsentationsmöglichkeiten. Sie spricht damit die Messe Wohga an, die ebenfalls eingestellt wurde. Trotz Internet seien Messen immer noch eine gute Gelegenheit, um mit Kunden in Kontakt zu kommen. «Der Immomarkt in Baar war zwar vergleichsweise klein, jedoch sind die Besucher genau unsere Zielgruppe, und somit war er eine ideale Plattform für uns.»

Hanspeter Jud, der für Immobilienverkauf und Immobilienvermarktung bei der Jego AG in Hünenberg zuständig ist, die auch einen Stand am Immomarkt hatte, findet es ebenfalls schade, dass es die Messe nicht mehr gibt: «Als Netzwerkanlass zwischen Kunde und Anbieter war die Messe für uns immer sehr wertvoll.» Er kann den Entscheid der Bank aber nachvollziehen: «Nebst den abnehmenden Besucherzahlen ist sicher auch das veränderte Immobilienangebot einen Grund für diesen.» Es hätten immer weniger Objekte innerhalb des Kantons Zug präsentiert werden können, dafür seien vermehrt Objekte aus angrenzenden Kantonen angeboten worden, was den Vorstellungen des Zuger Eigenheimsuchenden aber nicht in allen Punkten gerecht geworden sei.

Schwyzer Kantonalbank hält an Messe fest

Weiterhin eine Immobilienmesse gibt es im Kanton Schwyz. Dort richtet die örtliche Kantonalbank zwei Messen pro Jahr aus. Dieses Wochenende fand die Eigenheimmesse in Altendorf statt, und am 7. und 8. April gibt es eine in Schwyz. «Wir beabsichtigen nicht, diese Messen einzustellen, die Nachfrage ist nach wie vor gut, denn der persönliche Kontakt mit den Kundenberatern und Immobilienverkäufern wird von den Besuchern sehr geschätzt», sagt Peter Geisser, der Mediensprecher der Schwyzer Kantonalbank. Die Messe böte der Bank eine gute Gelegenheit, den Kunden die passenden Finanzierungslösungen für die Objekte ihres Interesses anzubieten.

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