ZUG: Zuger Regierung steht hinter den Alterswohnungen Waldheim

Der Regierungsrat hat die Beschwerde aus der Nachbarschaft gegen die Alterswohnungen abgewiesen. Die Bauherrschaft will aber deswegen noch nicht aufatmen.

Samantha Taylor
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So könnten die Alterswohnungen im Waldheim dereinst aussehen. Visualisierung: PD

So könnten die Alterswohnungen im Waldheim dereinst aussehen. Visualisierung: PD

Das Projekt Alterswohnungen im Stadtzuger Waldheim hat eine weitere Hürde genommen. Die Regierung hat die Beschwerde von acht Anwohnern gegen das Bauvorhaben, das die Stiftung Alterszentren Zug gemeinsam mit der Bürgergemeinde Zug realisieren will, abgewiesen. Der entsprechende Bericht des Regierungsrates liegt unserer Zeitung vor. Die Regierung weist darin alle Punkte der Beschwerdeführer ab und unterstützt damit die erstinstanzliche Bewilligung des Stadtrats.

Die Beschwerdeführer kritisieren beim Projekt unter anderem, dass der Bau von Alterswohnungen auf dem Grundstück nicht zonenkonform sei. Das Grundstück befindet sich in der Zone des öffentlichen Interesses und für öffentliche Bauten und Anlagen (OeIB). In dieser Zone seien zwar private Bauvorhaben zulässig. «Das gilt aber nur dann, wenn diese dauernd öffentlichen Interessen dienen», argumentieren die Anwohner. Es sei im vorliegenden Fall jedoch in keiner Weise sichergestellt, dass das private Bauvorhaben der Stiftung und der Bürgergemeinde dies auch tatsächlich tue, heisst es in der Beschwerde weiter.

Überdies sind die Beschwerdeführer der Meinung, dass das Projekt bezüglich seiner Volumen – vor allem aufgrund seiner Höhe, aber auch in Bezug auf die Ausnützung – gewisse Grenzen überschreite. Dies vor allem im Vergleich mit der umliegenden Nachbarschaft. «Die Grundmasse werden massiv überschritten», schreiben die Beschwerdeführer. Zudem sei die Ausnützungsziffer deutlich zu hoch. «Das Bauvolumen steht also in keinem Verhältnis zu den nachbarlichen Gebäuden und den Grenzabständen. Die geplanten Gebäude erdrücken die Wohnhäuser in der Umgebung geradezu.»

Eine «städtebaulich gute Lösung»

Der Regierungsrat teilt die Auffassung der Beschwerdeführer in beiden Punkten nicht. Es sei nicht einzusehen, weshalb der Bau von Alterswohnungen in dieser Zone nicht mit dem Zonenzweck vereinbar sein solle. «Bauten und Anlagen für die Altersvorsorge gehören zweifellos zu den Bauten und Anlagen im öffentlichen Interesse. Darunter fallen nicht nur Alters- und Pflegeheime, sondern eben auch Alterswohnungen.» Zudem könnten sich sämtliche betagten Einwohnerinnen und Einwohner von Zug um eine solche Alterswohnung bewerben. Ihr Recht, eine solche Alterswohnung zu mieten, sei uneingeschränkt. «Dies ist entscheidend, damit eine Baute noch als öffentlich gilt. Die geplanten Alterswohnungen sind mit dem Zweck der Zone OeIB ohne weiteres vereinbar», hält der Regierungsrat weiter fest.

Bezüglich Volumen der Gebäude ist der Regierungsrat ausserdem der Meinung, dass die Neubauten mit den Alterswohnungen in einem «sehr dicht überbauten Gebiet» zu liegen kommen. Zwar sei das benachbarte Gebiet oberhalb der Waldheimstrasse einer Wohnzone (W2b) zugewiesen. Doch die Bauweise in dieser benachbarten Zone entspreche «überhaupt nicht den Zonenvorschriften» für die Einzelbauweise. So weise etwa ein im Jahr 2005 erstellter Neubau elf Geschosse auf. Weitere Gebäude hätten vier bis sieben Geschosse. «Die beiden geplanten Neubauten unterscheiden sich damit von der Bauweise, was Geschosszahl und Ausnützung betrifft, nicht von der benachbarten Umgebung.» Die neuen Bauten seien auch nicht «erdrückend» für die umliegenden Gebäude, wie die Beschwerdeführer monieren. «Das Projekt entspricht den Anforderungen an eine städtebaulich gute Lösung, und es fügt sich auch gut in die bauliche und landschaftliche Umgebung ein», befindet der Regierungsrat.

Beschwerdeführer beraten sich

Hans Christen, Präsident der Stiftung Alterszentren Zug, ist mit dem Urteil der Regierung zufrieden. «Die Beschwerdeführer haben alle Register gezogen. Dass der Regierungsrat ihnen in keinem Punkt Recht gibt, ist für uns ein wichtiger Etappensieg.» Ganz zurücklehnen will sich Christen aber noch nicht. «Das Ergebnis ist aus unserer Sicht zwar ganz klar. Es ist aber schwierig, abzuschätzen, ob die Beschwerdeführer weitermachen. Ich könnte es mir durchaus vorstellen», so Christen. Sollten sich die Beschwerdeführer dagegen entscheiden, hofft man seitens der Bauherrschaft, im Frühjahr – also ein Jahr später als geplant – mit den Arbeiten beginnen zu können.

Seitens der Beschwerdeführer hat man den Entscheid der Regierung zur Kenntnis genommen. Wie man weiter verfahren wolle, könne man derzeit noch nicht sagen. «Wir werden das in den nächsten Tagen entscheiden», sagt Hans Wickart, einer der Mitunterzeichner.

Im Waldheim entstehen 48 alters- und behindertengerechte 2?- und 3?-Zimmer-Wohnungen. Realisiert und getragen wird das Projekt von der Stiftung Alterszentren Zug und der Bürgergemeinde Zug. Stiftung und Bürgergemeinde teilen sich die Kosten beinahe hälftig. Die Stiftung übernimmt 51, die Bürgergemeinde 49 Prozent. Die Bürgergemeinde hat ihren Kredit von 11,75 Millionen Franken im Mai an ihrer Bürgergemeindeversammlung genehmigt. Das Baugesuch für den Neubau lag im November 2015 auf und wurde von der Stadt genehmigt. Es gingen zwei Einsprachen ein. Der Stadtrat wies beide ab.

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch