ZUG: Zuger Schweizergardist: «Wir sind da, um den Heiligen Vater zu schützen»

Am Mittwochnachmittag ist Philip Stierli nach Rom geflogen, wo er die nächsten zwei Jahre als Schweizergardist verbringen wird. Er verrät, wie er auf die Idee gekommen ist, den Papst zu beschützen und was er dringend lernen muss.

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Der 21-jährige Zuger Philip Stierli packt seine Sachen und fliegt nach Rom zur Schweizergarde. (Bild: Stefan Kaiser (30. Mai 2017))

Der 21-jährige Zuger Philip Stierli packt seine Sachen und fliegt nach Rom zur Schweizergarde. (Bild: Stefan Kaiser (30. Mai 2017))

Am Mittwochmorgen hat Philip Stierli seine letzten Habseligkeiten in seinen silbernen Koffer gepackt und ist kurz nach Mittag in die Swiss-Maschine gestiegen, die um 12.40 Uhr abhob und ihn nach Rom geflogen hat.

«Ich war noch nie in Rom», sagt der 21-Jährige, der sich auf die Zeit als Schweizergardist mächtig freut. Am Ende der Rekrutenschule habe er überlegt, was er machen solle, erzählt der gelernte Maurer, wie er auf die Idee zum Eintritt in die Garde gekommen sei. «Ich war mir noch nicht sicher, ob ich studieren, mich zum Baumeister ausbilden lassen will oder für eine Polizeiausbildung melden soll; als ich in der RS ein Inserat für die Päpstliche Schweizergarde gesehen habe.» Bei seinem halbjährigen Aufenthalt in Kanada habe er sich dann für Rom entschieden, verrät der Stadtzuger.

Auf Herz und Nieren geprüft

Mindestens zwei Jahre ist Stierli nun in Rom beziehungsweise in der Garde, die im Tessin einen Ausbildungsort hat. Doch so einfach ist Stierli nicht zur Garde gekommen. Denn die Anforderungen sind hoch. Er sei auf Herz und Nieren geprüft worden, erklärt der junge Mann «und ja, es ist klar, dass man katholisch, getauft und gefirmt sein muss, wenn man in die Schweizergarde gehen will. «Ich musste sagen, wie mein Schlaf ist, wie ich meine Freizeit verbringe, was für Kollegen und was für Hobbys ich habe. Die wollten genau wissen, was für ein Mensch ich bin.» Es gehe darum, dass ein Gardist gruppenkompatibel sei und zu den andern passe, liefert Stierli den Grund für die umfangreichen Fragen und die exakte Auswahl.

Sein Ziel sei es nun primär, zwei schöne Jahre in Rom bei der Garde zu geniessen, sagt der 21-Jährige. «Und wer weiss, vielleicht gefällt es mir ja so gut, dass ich noch etwas länger bleibe.» Zweimal jährlich könnten die Gardisten kündigen. Und wenn diese Termine verstrichen seien, verlängere sich der Vertrag stillschweigend um ein Jahr, verrät er und lächelt.

«Eine Art Leuchtturm»

Es sei ein grosse Ehre, den Heiligen Vater beschützen zu dürfen, sagt Stierli. Denn dieser sei ein wichtiges Symbol für das Christentum und für ihn eine Art Leuchtturm für Menschen, denen es nicht so gut gehe. Sicher sei es auch eine besondere Ehre, an speziellen Momenten, Orten und Zeremonien teilnehmen zu können, ergänzt Stierli: «Etwas, was man als Normalsterblicher ja nicht kann.» Angst hat der junge Mann keine, wie er sagt: «Wir sind da, um den Heiligen Vater zu schützen, das ist unser Job.» Stierli kann sich vorstellen, nach seiner Zeit als Schweizergardist Polizist oder Grenzschutzbeamter zu werden.

Wie stellt Philip Stierli sich Rom und sein dortiges Leben vor? «Ich denke, Rom ist eine moderne Stadt, mit altehrwürdigem Glanz, die ich gerne erkunden werden. Und wie gut ist sein Italienisch? «Leider gar nicht gut. Das muss ich schnellstens ändern.»

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch