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ZUG: Zuger Stierenmarkt ist beliebt wie nie

Viele Gäste, viele Stiere: Am 125. Stierenmarkt stehen die Menschen Schlange und die Tiere brav in einer Reihe. Manchmal jedoch wehren sie sich dagegen, im Mittelpunkt zu sein.
Olivia Berger kennt keine Berührungsängste. (Bild: Werner Schelbert)

Olivia Berger kennt keine Berührungsängste. (Bild: Werner Schelbert)

Silvan Meier (Text), Werner Schelbert (Bilder)

Aus den Boxen tönt der Volksmusik-Klassiker «Uf em Stoos ob Schwyz», daneben hängen T-Shirts von Heavy-Metal-Bands. An einem Stand hält ein Verkäufer billigstes Spielzeug von der Sorte «Made in China» feil, nur ein paar Meter weiter gibt es filigrane Laubsägearbeiten. An den Tischen sitzen Manager mit Krawatte, daneben diskutieren Bauern in Edelweisshemden, «tannigen» Hosen und mit Stumpen im Mund über das Wetter, die Weltlage – und natürlich über Stiere. Am Stierenmarkt prallen Welten aufeinander. Wenn der Schüpfheimer Sepp Portmann vom Vorstand Braunvieh Schweiz in der Arena die Stiere vorstellt, versteht der Laie nur Bahnhof. Da ist die Rede von einem stabilen Rahmen oder von einem guten Fundament. «Die ganze Zuchtsammlung erhält 57 Punkte», erklärt Portmann mit Blick auf die 13 Stiere, die von Helfern an der kurzen Leine gehalten werden. Auf den Festbänken nicken einige anerkennend. Zu sehen sind der Prachtstier Walzer und zwölf seiner Söhne – die ganz nach dem Vater kommen.

125. Stierenmarkt auf dem gleichnamigen Gelände in der Stadt Zug. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Hier gibts was zu trinken. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Sonderlich heiss wars an der 125. Ausgabe nicht, aber schön war. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Da gibts viel zu bestaunen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Sie warten noch auf die Käufer. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Zuschauer verfolgen gespannt die Darbietung im Ring. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Das halt ich mit dem Handy fest. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Stiere warten auf ihr Urteil (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Keiner zu klein am Stierenmarkt dabei zu sein. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Ein Zuschauer analysiert die Stiere. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Ein Prachtstier (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Für dieses Tier interessieren sich offenbar nicht viele. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Gross ist der Aufmarsch. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Der Stierenmarkt in Zug mit vielen Stieren und Besucher am Jubiläumstag in Zug.Im Bild Olivia Berger mit Stier. 9. September 2015 (Neue ZZ/Werner Schelbert) (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Bernard Brand aus Altdorf beim besichtigen der Stiere. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Regierungsrat Beat Villiger,Direktor Braunvieh Schweiz Lucas Casanova und Heinz Tännler mit Stieren. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Im Bild Bernard Brand aus Altdorf beim besichtigen der Stiere. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Auch bei den Jungen kommen die Stiere offenbar gut an. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Olivia Berger streichelt einen mit Stier. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Prüfender Blick eines Fachmanns. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Stiere werden in die Arena geführt. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Prüfende Blicke von Fachmännern. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Prüfender Blick eines Fachmanns. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Die Stiere werden in der Arena vorgeführt. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Ein Stier wird in der Arena vorgeführt. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Interessierte Zushauer. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Ein Prachtskerl. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Ein Prachtskerl. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Ein Prachtskerl. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Auch Technik gibt es zu bestaunen. (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Der Stierenmarkt in Zug mit vielen Stieren und Besucher am Jubiläumstag in Zug.Im Bild Bauer. 9. September 2015 (Neue ZZ/Werner Schelbert) (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ))
Bei Prachtswetter sind am Mittwoch 250 Stiere auf dem Stierenmarktareal vorgeführt worden. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Der Zuger Stierenmarkt bildet auch dieses Jahr den Auftakt für die Herbstmärkte beim Braunvieh. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Palette reicht vom acht Monate alten «Muneli» über die zweijährigen Stiere bis zum ausgewachsenen Altstier mit über einer Tonne Lebendgewicht. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
In diesem Jahr sind 158 Original Braunviehstiere und 122 Stiere mit mehr oder weniger Brown-Swiss-Blut angemeldet (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Für Züchter und Händler ist der Zuger Markt der wichtigste Ort für den Kauf eines Stieres. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Nirgendwo ist das Angebot grösser und sind die Vergleichsmöglichkeiten besser. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Der Zuger Markt bietet auch Unterhaltung für die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung. Neben den imposanten Stieren herrscht an den Marktständen buntes Treiben. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Bild: Keystone / Urs Flüeler
Bild: Keystone / Urs Flüeler
Bild: Keystone / Urs Flüeler
Bild: Keystone / Urs Flüeler
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125. Zuger Stierenmarkt

Den Kopf oben halten

Familientreffen gibt es aber nicht nur in der Arena, sondern auch auf den Zuschauerrängen oder im Festzelt. «Hier trifft man jedes Jahr Kollegen von früher», sagt der Baarer Bauer Silvan Steiner, der mit Frau, Tochter, Schwager und dessen Frau unterwegs ist. Steiner stellt am 125. Zuger Stierenmarkt kein eigenes Tier aus. «Aber die Stiere sind auch für einen Bauern, der selber nicht züchtet, interessant.» Deshalb sei er jedes Jahr dabei, auch wenn er im September auf dem Hof eigentlich viel zu tun habe. Sagts und erzählt Anekdoten, was er früher mit Stieren auf dem Bauernhof erlebt hat. Denn so ruhig und gelassen die rund 1200 Kilogramm schweren Kolosse meistens sind, so gefährlich können sie werden. Steiners Tipp: «Man muss schauen, dass der Kopf des Stiers immer gegen oben schaut. So kann er dich nicht auf die Hörner nehmen.» Wie viel Kraft in ihnen steckt, zeigen die Stiere jeweils, wenn sie in die Arena geführt werden. Nicht alle lassen das ohne Widerstand geschehen. Davon lassen sich viele der zahlreich anwesenden Kinder ziemlich beeindrucken. Sie trauen sich kaum in die Nähe der angebundenen Stiere und machen lieber aus Distanz ein Foto. Andere streicheln furchtlos die behornten Köpfe – nicht immer zur Freude der besorgten Mütter.

Zufriedener «Billiger Jakob»

Auch wenn die Stiere im Mittelpunkt des zwei Tage dauernden Traditionsanlasses stehen, ist für viele Besucher das Drumherum ebenso wichtig. Das Jubiläum trägt das Seine dazu bei, dass so viele Menschen wie selten auf das Areal vis-a-vis der Bossard-Arena strömen. Schon nachmittags um 14 Uhr ist das Restaurant Brandenberg fast bis auf den letzten Platz gefüllt, am Eingang zum Stierenmarkt-Areal stehen die Menschen Schlange. Entsprechend zufrieden ist Paul Bannwart mit dem ersten Markttag. «Es ist zwar nicht mehr dasselbe wie früher, aber es läuft.» Bannwart ist ein «Billiger Jakob» alter Schule. Seit 40 Jahren sind er und früher sein Onkel in Zug präsent. «Bei mir findet man Dinge, die man sonst kaum erhält», sagt er und zeigt auf Sternlifaden, Schuhbändel oder Hosenträger. Das sei ideal für Landwirte. «Aber auch viele Hausfrauen kaufen bei mir ein.»

Glücklich ist auch Sepp Portmann. Er freut sich nicht nur über den Publikumsaufmarsch, sondern auch über die grössere Zahl an Stieren – und über deren Qualität. «Für die Stierzüchter ist Zug nach wie vor der Treffpunkt», betont er. «Es gibt wieder mehr Bauern, die einen Stier im Stall haben wollen. Für sie ist der Zuger Stierenmarkt die Gelegenheit, sich ein Tier zu kaufen.» Es muss ja nicht gleich Stier Marc von Josef Kiser aus Ennetmoos oder Zoettel aus dem Stall von Franz Schindler aus Goldau sein. Die beiden holten in ihrer Kategorie den Titel «Mister ZM Zug». Gelegenheit, die beiden Prachtstiere anzuschauen, bietet sich nochmals heute von 9.30 bis 18 Uhr. So wie gestern Abend wird auch heute noch bis tief in die Nacht gefeiert – mit Ländler und vielleicht im Heavy-Metal-T-Shirt.

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