Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

ZUG: Zuger Traditions-Confiseur Speck verkauft Hanfguetzli

Die Traditions-Confiserie Speck steigt ins CBD-Geschäft ein. Ab morgen verkauft sie Speckli und Guetzli mit Hanf. Inhaber Peter Speck ist überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für diese Innovation ist.
Samantha Taylor
Peter Speck präsentiert die neuen Hanf-Speckli und -Guetzli. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 19. Oktober 2017))

Peter Speck präsentiert die neuen Hanf-Speckli und -Guetzli. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 19. Oktober 2017))

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Schokolade macht bekanntlich glücklich, und das Zuger Traditionsgebäck Speckli sorgt bald für Entspannung. Der Grund: Ab morgen gibt es neben Mandel- und Schokoladen-Specklis eine weitere Variante. Das Hanf-Speck­li. Das Küchlein hat nichts mit illegalen Spacecakes – also Hanf-Brownies mit berauschender Wirkung – zu tun. Die neue Variante der Confiserie Speck wird mit legalem CBD-Hanf (siehe Box) hergestellt. Wie Inhaber Peter Speck erklärt, werde dem Schoggi-Speck­li einfach noch ein Gewürz zugefügt. «Die Schokolade und der Hanf harmonieren sehr gut.» Daneben gibt es auch Shortbread – eine Art Butter­guetzli – mit Hanf. Gekauft werden können die Produkte in den Filialen der Confiserie Speck und an deren Stand an der Zuger Messe.

Die Idee dazu sei vom Verkaufsleiter gekommen, erzählt Peter Speck. «Wir sind immer wieder auf der Suche nach ­Neuem. Mit diesen Produkten sehen wir eine Möglichkeit, dass unsere Kunden legal Hanf geniessen können.»

«Leichte bis mittlere Wirkung»

Ihren neuen Rohstoff, also den CBD-Hanf, bezieht die Confiserie Speck von der Zuger Hanf­theke. Diese habe sich laut Peter Speck sehr über die Anfrage gefreut. Im Gegenzug werden die Hanf-Speckli und -Guetzli dort verkauft. Die ersten Tests mit CBD-Hanf wurden in der Backstube vor rund zwei Monaten gemacht. «Wir haben relativ schnell die richtige Dosierung gefunden», sagt Speck. In den Speckli findet sich nun pro Stück so viel CBD-Hanf, dass eine Person, die bis zu 50 Kilogramm wiegt, nach dem Essen eine leichte Wirkung spürt. Diese zeigt sich nicht in einem rauschartigen Zustand, sondern eher in Form von Entspannung. Eine Schachtel Shortbread enthält 15 Guetzli. Der Verzehr einer ganzen Schachtel zeigt dann laut Speck auch bei einer grossen kräftigen Person ihre Wirkung. «Bei unseren Degustationen waren die Reaktionen sehr unterschiedlich. Es gab auch Personen, die fast nichts gespürt haben», so Speck.

Schwieriger als das Tüfteln war die Deklaration. Zwar benötigt man für den Verkauf von CBD-Hanf keine Bewilligung und im Gegensatz zu Alkohol dürfen CBD-Produkte auch an Minderjährige verkauft werden. Die Produkte müssen aber exakt beschriftet und die Inhaltsstoffe genau ausgewiesen werden. Die korrekte Deklaration für die Etiketten habe einigen Aufwand verursacht.

Überzeugt vom Rohstoff

Dass der Name Speck mit diesen beiden Produkten nun in die Kiffer-Ecke gedrängt werden könnte, davor fürchtet sich Peter Speck nicht. «Wir sind sehr gespannt auf die Reaktionen. Wir sind aber selbst überzeugt vom Rohstoff. Er ist aus unserer Sicht, wie ein Gewürz.» Der Familienbetrieb habe immer wieder auf Innovation gesetzt und sei damit gut gefahren. «Wenn wir in diesem Bereich etwas machen wollen, dann müssen wir es jetzt tun. Wir hoffen, dass wir einen guten Zeitpunkt erwischt haben und nicht zu innovativ sind», sagt Peter Speck und schmunzelt. Er selbst hat Hanf übrigens zum ersten Mal im Rahmen der Degustationen ausprobiert, wie er sagt. Schweizweit folgt das Traditionsunternehmen einem Trend. Der CBD-Hanf ist derzeit ein grosses Thema, unter anderem können seit kurzem bei Coop Zigaretten mit CBD-Hanf gekauft werden.

Ausgerüstet ist die Confiserie Speck vorläufig mit Material für 18 000 Hanf-Speckli und 2000 Packungen Shortbread. Der Confiserie-Inhaber hofft, dass er das Produkt auch längerfristig im Sortiment behalten kann: «Im besten Fall ist alles nach der Zuger Messe ausverkauft. Im schlechtesten Fall müssen wir die Produktion einstellen, weil es nur negative Reaktionen gibt. Aber davon gehen wir nicht aus.»

Ein Hanfspeckli kostet übrigens 3.90 Franken. Das ist deutlich teurer als ein «normales» Speckli (2 Franken). Die Gründe dafür sind laut Peter Speck die hohen Kosten für den CBD-Hanf und Anpassungen in der Produktion. Eine Schachtel Shortbread mit Hanf gibt es für 18 Franken.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.