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ZUG: Zurlauben – eine Zuger Dynastie

Die Themenwoche der Burg Zug über die Zuger Familie Zurlauben ging mit einer Führung zu Ende. Unter dem Titel «Noblesse oblige – Adel verpflichtet» auch beim Dienst für Fremde.
Julian Koller
Interessierte lassen sich durch die Burg Zug führen. Thema gestern: die Zuger Familie Zurlauben. (Bild: Maria Schmid (Zug, 9. April 2017))

Interessierte lassen sich durch die Burg Zug führen. Thema gestern: die Zuger Familie Zurlauben. (Bild: Maria Schmid (Zug, 9. April 2017))

Julian Koller

redaktion@zugerzeitung.ch

Erstmalig versuchte man sich in der Burg an einer Themen­woche, in der ein Stück Zuger Geschichte im Rahmen verschiedener Führungen genauer unter die Lupe genommen wurde. In diesem Pilotprojekt wurde insbesondere das Wirken der Familie Zurlauben beleuchtet.

In der letzten Führung am Sonntag, gehalten von der Fachreferentin Barbara Croisier, ging es insbesondere um die Verstrickungen der Familie im sogenannten Fremdendienst, dem Engagement von Söldnern aus der Schweiz im Ausland, für welche die Eidgenossenschaft berühmt und berüchtigt war.

Rund 1,5 Millionen Männer verdingten sich in der damaligen Zeit als Söldner in diesen Fremdendiensten. Ein Grossteil der Staatseinnahmen der damaligen Eidgenossenschaft stammte aus dieser Branche. Entsprechend handelte es sich um ein lukratives, wenn auch risikoreiches Geschäft, in dem auch die Familie Zurlauben mitgemischt hatte. Die Zurlaubens hatten die Eidgenossen auf öffentlichen Plätzen re­krutiert und die Dienste ihrer Kompanie dann im Ausland angeboten. Wie hoch die Investitionen in diesem Geschäft gewesen sein müssen, wird klar, wenn man vernimmt, dass die Zurlaubens im Jahr 1690 in der damaligen «Ochsen»-Bar rund 5600 Liter Wein für die Söldnerverpflegung ausschenken liessen.

Gefürchtet als gnadenlose Haudegen

Im Ausland eilte den Eidgenossen ein Ruf als gnadenlose Haudegen voraus. Man erzählte sich sogar die Legende, sie hätten nach gewonnener Schlacht ihre Opfer aufgeschlitzt und sich mit dem Bauchfett die Beine eingerieben. So zynisch es auch klingen mag, aber die gnadenlosen Raub- und Beutezüge der Eidgenossen sorgten auch für kulturellen Austausch zwischen der Schweiz und dem Ausland. Auf diese Weise wurden die Eidgenossen zum Beispiel auf dem neusten Stand der Mode gehalten. Ein verzierter Mailänder Rundschild hängt im Museum, der noch von genau diesen Beutezügen stammt.

Doch trotz des reichhaltigen Profits waren die Fremdendienste in der Eidgenossenschaft höchst umstritten. Nur die Hälfte der ausgezogenen Söldner kehrte zurück, und manchmal begegneten sich sogar Vater und Sohn oder Bruder und Bruder auf dem Schlachtfeld auf entgegengesetzten Seiten. Und doch stellt sich die Frage, ob die Schweiz ohne die Fremdendienste heute das wäre, was sie ist.

So hatten die Grossmächte stets ein Interesse an Frieden in der Eidgenossenschaft, um den Kämpfernachschub nicht zu gefährden. Ausserdem habe man dem kleinen Land «genug Gold und Silber gegeben, um die Strasse zwischen Basel und Paris damit zu pflastern», wie ein Minister von Ludwig XIV. einmal sagte. Das möge sein, räumte ein Bündner Söldneroffizier daraufhin ein, doch haben die Eidgenossen dafür auch genug Blut vergossen, um damit einen schiffbaren Kanal zwischen Basel und Paris aufzufüllen.

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