ZUG: Zusammen gegen Abfallsünder

Kanton, Gemeinden und Stadt schaffen gemeinsam eine Stelle gegen Littering. Mit diesem Projekt nehmen sie eine Pionierrolle ein.

Samantha Taylor
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So präsentiert sich die Rössli- wiese am Samstagmorgen. (Archivbild Christof Borner-Keller)

So präsentiert sich die Rössli- wiese am Samstagmorgen. (Archivbild Christof Borner-Keller)

Der Kanton Zug will Abfallsünder nicht nur büssen. Zwar wird diese Massnahme derzeit im Rahmen der Ausarbeitung des neuen Übertretungsgesetzes im Kantonsrat diskutiert. Dennoch wollen der Kanton, die Stadt und die Gemeinden auch Prävention betreiben. «Repression alleine reicht in diesem Bereich einfach nicht aus», ist die Stadtzuger Bildungschefin Vroni Straub-Müller, die derzeit Sicherheitschef Andreas Bossard vertritt, überzeugt.

Bei der Stadt Zug – konkret beim Departement Umwelt, Soziales und Sicherheit – wird darum die neue Koordinationsstelle Anti-Littering geschaffen. Diese soll von einer Person in einem 60-Prozent-Pensum geführt werden. Wer die Aufgabe übernehmen wird, ist aktuell noch offen. Die Stelle ist derzeit ausgeschrieben.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Zusammenarbeit der Stadt Zug mit allen Zuger Gemeinden, dem Abfallverband Zeba sowie dem Kanton. Einzig die Gemeinde Steinhausen beteilige sich nicht daran. Die Hälfte der 60 Stellenprozente wird dabei der Stadt Zug zugeschrieben, die andere Hälfte verteilt sich auf die beteiligten Gemeinden. Dementsprechend werden auch die Kosten gesplittet. Wie hoch diese genau sein werden, war nicht zu vernehmen. Einzig so viel: «Die Betriebskosten setzten sich in erster Linie aus der Lohnsumme im üblichen Rahmen sowie Büroinfrastruktur, Sozialabgaben und Reisekosten zusammen», erklärt Straub.

Ein Novum

Die Aufgaben der Anti-Littering-Stelle werden gemäss der Stadträtin vor allem Informations-, Beratungs-, und Projekttätigkeiten in der Littering-Prävention sein. Zudem soll sie zur Anlaufstelle für Fragen aus Politik, Verwaltung und Bevölkerung werden. «Die Stelle ist als Drehscheibe gedacht. Sie soll aber nicht nur viel Papier und Konzepte produzieren, sondern vor allem praktisch tätig sein.» Vorgesehen sei, dass sie in erster Linie die Umsetzung von Massnahmen und Kampagnen beispielsweise in Zusammenarbeit mit Schulen oder Jugendarbeiten koordiniere. «Die Fäden sollen an einem Ort zusammenlaufen. Wir hoffen, dass es uns damit gelingt, im Bereich Littering von der Pflästerlipolitik wegzukommen», erklärt Straub.

Eine solche zentrale Fachstelle ist gemäss der Stadträtin schweizweit ein Novum. Denn bisher gibt es lediglich seitens des Städteverbands eine Fachgruppe Littering, welche sich gesamtschweizerisch austauscht. Ansonsten werde das Thema in den meisten Kantonen, Gemeinden und Städten von Fachpersonen für Umwelt, Abfall oder Stadtentwicklung bearbeitet. «Wir leisten hier also quasi Pionierarbeit», betont Straub. Eine zentrale Fachstelle biete sich in Zug aufgrund der Grösse des Kantons auch bestens an. «Bei unseren Verhältnissen macht es wenig Sinn, wenn jeder für sich alleine arbeitet», findet Straub.

Erste Ergebnisse nach drei Jahren

Mit der Arbeit beginnen wird die Fachstelle, sobald ein Leiter gefunden wurde. Optimal wäre, wenn die Stelle auf die Sommermonate hin besetzt werden könnte – spätestens auf August, heisst es seitens der Stadt. Denn: «Die Littering-Problematik zeigt sich vor allem in der wärmeren Jahreszeit. Gut wäre für uns, wenn sich die Fachperson in diesem Jahr einen Einblick verschaffen und für die Saison 2014 wirksame Massnahmen planen könnte», beschreibt Straub den Zeitplan.

Die Anti-Littering-Stelle ist auf drei Jahre begrenzt. Dann sollen die Ergebnisse ausgewertet werden. «Je nach Ergebnis wird die Stelle weiter betrieben oder eben nicht», sagt Straub.