Zug: Zwei Anlaufstellen für administrativ Versorgte

Der Kanton Zug bietet ehemaligen Verding- und Heimkindern, adminstrativ Versorgten oder Zwangssterilisierten seine Hilfe an. Betroffene, die unter den Folgen von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen leiden, können sich an die beiden Opferberatungsstellen "eff-zeit" und "triangel" wenden.

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Die beiden Institutionen seien bei der Beurteilung der individuellen Situation behilflich, teilte die Direktion des Innern am Mittwoch mit. Bei Bedarf vermittelten sie auch Adressen von Fachleuten, die bei der Bewältigung des Geschehenen Unterstützung leisten können. Für die Suche nach Akten können sich Betroffene an das Staatsarchiv wenden.

Bis weit in die 1970er Jahre wurden auch im Kanton Zug Personen behördlich bevormundet, sterilisiert, weggesperrt und verdingt. Verwaltungsbehörden konnten Massnahmen wie Einweisungen in geschlossene Einrichtungen, Zwangskastrationen, -adoptionen und abtreibungen oder Fremdplatzierungen anordnen.

Die Betroffenen verfügten über keinerlei Rechtsmittel, um sich gegen die ausgesprochenen Massnahmen zu wehren. Betroffen waren vor allem Menschen, die den damaligen gesellschaftlichen und moralischen Wertvorstellungen nicht entsprochen haben, ledige oder minderjährige Mütter mit ihren Kindern, Familien in Armut und Menschen mit einer Suchtkrankheit. (sda)