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ZUG: Zwei Dozentinnen der PH Zug setzten sich für humanitäre Bildung ein

In Minsk haben Eveline Steinger und Andrea Müller eine Weiterbildung rund um das Thema der humanitären Bildung geleitet. Das Projekt ist vor drei Jahren in der Schweiz gestartet, bewährt sich aber auch im Ausland.
Eveline Steinger (links) und Andrea Müller von der PH Zug leiteten in Minsk einen Workshop zum Thema Humanität. (Bild: Werner Schelbert)

Eveline Steinger (links) und Andrea Müller von der PH Zug leiteten in Minsk einen Workshop zum Thema Humanität. (Bild: Werner Schelbert)

«Bildung und Austausch sind sehr zentrale Werte für mich», sagt Eveline Steinger und ihre Kollegin Andrea Müller fügt an: «Die Neugier treibt mich an sowie das Interesse an den unterschiedlichen Denkweisen.» Die beiden Dozentinnen aus dem Institut für internationale Zusammenarbeit in Bildungsfragen (IZB) der Pädagogischen Hochschule Zug (PH Zug) machen ihre Arbeit aus Leidenschaft.

Sie arbeiten beim Programm «Project Humanity» mit. Dieses startete vor drei Jahren im Auftrag des Departements für Entwicklung und Zusammenarbeit des Bundes (DEZA) (siehe Box). Das Ziel: Ein Lehrmittel entwickeln, das Schweizer Jugendliche im Sekundarschulalter für humanitäre Prinzipien sensibilisieren soll. Das Pilotprojekt wurde in verschiedenen Schulen in der Schweiz durchgeführt. Anschliessend dann der weiterführende Auftrag: Das Lehrmittel soll auch im Ausland getestet werden. Die Resultate waren sehr erfreulich, das Schweizer Tool stiess in Ruanda und Simbabwe auf Anklang. Die Erfahrungen aus diesem Projekt bringen Steinger und Müller nun auch ins Schulfeld Schweiz/Zug ein. «Die Auseinandersetzung mit humanitären Prinzipien und den eigenen Werten ist wichtig im Entwicklungsprozess auch bei Schweizer Jugendlichen.

Weiterbildung in Weissrussland

In Minsk, der Hauptstadt Weissrusslands, leiteten die beiden im Februar eine Weiterbildung, an der 36 Bildungsfachleuten aus 22 Ländern aus der ganzen Welt teilgenommen haben. Bei der Weiterbildung ging es darum, das pädagogische Know-how zu vermitteln, wie Bildung zu humanitären Prinzipien und Werten in Zusammenarbeit mit Jugendlichen umgesetzt werden kann.

Die humanitären Prinzipien sind die Grundsätze für humanitäre Aktionen weltweit und umfassen die Begriffe Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit.
Eveline Steinger erklärt, dass die humanitären Prinzipien leitend seien in der humanitären Hilfe, dass aber diese Begriffe im alltäglichen Leben unterschiedlich wahrgenommen und verstanden werden. Andrea Müller fügt an: «Es war sehr spannend mit den Teilnehmern in Minsk über die Neutralität und Menschlichkeit, die eigene Interpretation der Begriffe sowie deren Umsetzung zu diskutieren.» Das Unterrichten der heterogenen Gruppe sei eine Herausforderung, da man innerhalb des Programms immer auch individuell auf die Teilnehmenden eingehen möchte, erklärt Eveline Steinger. Vereinfacht habe die Arbeit, dass alle Teilnehmer am selben Strick gezogen hätten. «Alle waren mit Herzblut dabei und zeigten sich sehr motiviert. Das grosse Interesse schuf eine sehr gute Atmosphäre für die Diskussionen und den gegenseitigen Austausch», fährt Andrea Müller fort.

Schnee und Temperaturen unter null Grad

Trotz der eher ernsten Themen gab es während des Workshops auch viele lustige Momente. «Geblieben ist mir der Umgang einzelner Teilnehmer mit dem Minsker Wetter und der Kälte. Teilweise war es für sie der erste Kontakt mit Schnee und mit Temperaturen von unter null Grad», sagt Eveline Steinger schmunzelnd. Die Entwicklung der Teilnehmer während dieser Woche, weg von anfänglicher Unsicherheit, sei sehr schön anzusehen gewesen.

Über ihren eigenen Anfang in der internationalen Bildungsarbeit sagt Eveline Steinger: «Es ergab sich relativ schnell, dass ich diese Arbeit zu meinem Beruf machen will. Bereits mit 18 Jahren leistete ich Freiwilligenarbeit.» Seither begleitet die internationale Bildungsarbeit sie in ihrer beruflichen Laufbahn. Heute ist sie Leiterin des Instituts für internationale Zusammenarbeit in Bildungsfragen an der PH Zug. «Ich freue mich und bin sogar ein wenig Stolz, dass der PH Zug das Programm Project Humanity vergeben wurde, viele andere Hochschulen und Universitäten hätten sich ebenfalls über das Projekt gefreut», sagt Eveline Steinger mit einem Lächeln. Das Projekt verbinde die unterschiedlichen Sektoren der PH Zug: eigene Fachleute, Ausbildung sowie lokale und internationale Forschung kommen im Project Humanity zusammen.

Andrea Müller hingegen war Primarlehrerin und fand unterschiedliche Bildungssysteme ein sehr spannendes Thema. «Ich interessiere mich für die Bildungssysteme in anderen Ländern und den Austausch mit anderen Lehrpersonen.» Während zweier Jahre war sie für ein Lehrerbildungsprogramm in Afghanistan tätig. «Die Arbeit im IZB ist eine Weiterführung der früheren Tätigkeiten als Primarlehrerin und in der Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan. Meine Erfahrungen aus dem Feld und aus der Praxis kann ich hier einbringen.»

Sabrina Tanner

redaktion@zugerzeitung.ch

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