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ZUG/BAAR: Bebauungsplan Unterfeld wird eine Abfuhr erteilt

Das Riesenbauprojekt stösst nicht auf Gegenliebe der Bau- und Planungskommission der Stadt Zug: Fundamentale Kritik wird laut.
Ein Hauch von Manhattan auf der grünen Wiese zwischen Zug und Baar: die geplante Überbauung Unterfeld (dunkler gefärbt). (Bild: Visualisierung PD)

Ein Hauch von Manhattan auf der grünen Wiese zwischen Zug und Baar: die geplante Überbauung Unterfeld (dunkler gefärbt). (Bild: Visualisierung PD)

«Es ist im Prinzip ein absolut vorbildlich ausgearbeiteter Bebauungsplan – allerdings am falschen Ort», so bringt Urs Bertschi, Präsident der Bau- und Planungskommission (BPK) des Grossen Gemeinderats Zug, die Kritik der Kommission auf den Punkt. Die BPK empfiehlt dem Parlament deshalb in einem 30-seitigen Papier mit 6:3-Stimmen, den Bebauungsplan Unterfeld Schleife abzulehnen. Diese Vorlage ist Basis für die erste Lesung zum Megabauprojekt, die nächste Woche im Grossen Gemeinderat (GGR) über die Bühne geht.

Passt nicht: Zu grosse Bauvolumen

«Wäre dieses Projekt dort geplant, wo heute etwa der Parktower steht beziehungsweise auf dem Siemens- oder Landis & Gyr-Areal, wäre das eine ganz andere Sache», sagt Bertschi. Und macht klar, dass die BPK es sich nicht vorstellen kann, wie die geplante Urbanität des Bebauungsplans Unterfeld auf der «grünen Wiese» funktionieren soll. Sprich: ob es sich in ein lebendiges Quartier verwandeln könne. «Die Volumetrie der Gebäude an diesem Ort ist zu gross konzipiert», kritisiert Bertschi. Die Kommission bezweifle daher, ob die Bebauung sich zu einer familienfreundlichen Siedlung entwickeln könne. Zudem passten die Bauvolumen an diesem Ort nicht ins Stadtbild. Kritik wird auch laut zu den geplanten gewerblichen Nutzungen in den Erdgeschossen des Projekts: Diese seien kaum zu realisieren, so die BPK, «ausser eventuell in unmittelbarer Nähe zur Stadtbahnhaltestelle». Nicht zuletzt ist der Kommission der «künstliche, überdimensionierte Park am Siedlungsrand» ein Dorn im Auge – «der aufgrund der hohen Gebäudekante zu stark beschattet werden dürfte».

Starker Tobak, den da die Kommission zu bieten hat. Quasi eine Fundamentalkritik an dem Projekt. Ist dieses damit politisch gestorben? «Dazu kann ich nichts sagen, wir wollen der parlamentarischen Diskussion nicht vorgreifen», meint Bertschi diplomatisch. Aber was ist mit den vielen geplanten preisgünstigen Wohnungen, die gemäss Bebauungsplan realisiert werden sollen? «Preisgünstiges Wohnen rechtfertigt nicht jede Art von Bebauung», so der BPK-Präsident.

Schlechte Noten für den Verkehr

Erinnern wir uns kurz. Bekanntlich soll auf dem 5,5 Hektaren grossen Areal Unterfeld Schleife Zug, das zu einem Drittel auf Zuger Stadtgebiet, zu zwei Dritteln auf Baarer Gemeindegebiet liegt, eine Hofrandbebauung mit einer Grundsockelhöhe von 25 Metern mit 15 Baukörpern entstehen. Punktuell sind sechs Hochhäuser mit einer Höhe von 34 bis 60 Metern geplant. Fast 700 Wohnungen in unterschiedlichen Preissegmenten sowie 46 000 Quadratmeter Geschossfläche für Gewerbe und Büros sind für das neue Stadtquartier, das laut BPK für rund 2500 Personen ausgelegt ist, vorgesehen. Das Quartier mit einer durschnittlichen Ausnützungsziffer von 2,1 soll durch einen 1,5 Hektaren grossen Park mit einer Wasserfläche und eben durch seine hohe bauliche, bodenschonende Dichte einen nachhaltigen Charakter haben. Zudem will ein ökologisches Mobilitätskonzept mit Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel sowie mit reduzierten Parkplätzen flüssige Verkehrsströme garantieren. Doch gerade in Sachen Verkehr stellt die BPK dem Bebauungsplan Unterfeld schlechte Noten aus. Durch den Anschluss des neuen Quartiers an die Nordstrasse, auf der heute schon täglich zwischen 12 000 bis 18 000 Fahrten zu verzeichnen sind, seien «Konfliktströme» vorprogrammiert. Wörtlich heisst es: «Daher muss in Spitzenstunden mit einem Rückstau auf der Nordstrasse gerechnet werden.»

«Das ist sehr bedauerlich»

Und was sagt die Gemeinde Baar zum Bericht der Zuger Bau- und Planungskommission, über den nun im GGR diskutiert und entschieden wird? «Ich finde das Ergebnis des Berichts sehr bedauerlich, weil wir es für eine sehr austarierte Angelegenheit halten», sagt Gemeindepräsident Andreas Hotz. Er ist über die «Frontalkritik» überrascht, schliesslich habe man aus Baarer Sicht das Projekt mit dem preisgünstigen Wohnraum genau angeschaut. Zudem sei der jetzige Bebauungsplan in einem Studienverfahren ausgelobt worden. Die Baarer können an der Urne noch über die Unterfeld-Bebauung abstimmen – ein Mitwirkungsverfahren der Bevölkerung bei dem privaten Bauprojekt hält Hotz indes für nicht angemessen. Urs Bertschi fände es indes nötig, dass auch noch die Stadtzuger über den städtebaulich wichtigen Bebauungsplan abstimmen könnten.

wolfgang holz

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