ZUG/BAAR: Das ist im Unterfeld geplant

In beiden Gemeinden stimmt die Bevölkerung am 12. Februar über die Gebietsplanung Unterfeld ab. Entstehen soll dort ein neuer Stadtteil.

Samantha Taylor
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In diesem Gebiet soll der neue Stadtteil entstehen.

In diesem Gebiet soll der neue Stadtteil entstehen.

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Einst waren sich die Gemeinden Zug und Baar spinnefeind. Heute wachsen sie zusammen und planen gemeinsame Megaprojekte. In zwei Wochen werden das Baarer und das Zuger Stimmvolk über die Gebietsplanung Unterfeld Schleife und die dazugehörigen Bebauungspläne abstimmen.

Der Baarer Gemeinderat empfiehlt, die Vorlage anzunehmen. In der Stadt Zug stellen sich sowohl der Stadtrat wie auch der Grosse Gemeinderat (GGR) hinter das Projekt. Der GGR stimmte der Vorlage mit 23 zu 15 Stimmen zu. Dass in der Stadt Zug nun ebenfalls das Volk zum Zug kommt, liegt darin begründet, dass gegen den Beschluss des GGR das Behördenreferendum ergriffen wurde.

700 Wohnungen werden entstehen

Das Gebiet Unterfeld Schleife, das sich zwischen der Nordstrasse und den Gleisen bei der Stadtbahnhaltestelle Lindenpark befindet, liegt zu zwei Dritteln auf Baarer und zu einem Drittel auf Stadtzuger Boden. Es umfasst rund 5,5 Hektaren. Das entspricht knapp acht Fussballfeldern. Auf der Baarer Seite gehört das Land der Implenia AG, der Erbengemeinschaft Stocker, der Pensionskasse der Zuger Kantonalbank und der Liberalen Baugenossenschaft. Die Implenia tritt in Baar als Investorin und Bauherrin auf. In der Stadt Zug ist die Korporation die Grundeigentümerin. Sie wird die Fläche auch überbauen. Entstehen sollen im Gebiet Unterfeld/Schleife insgesamt 700 Wohnungen, 470 davon preisgünstig. Ein Grossteil (400) befindet sich auf Stadtzuger Boden. Die Korporation rechnet für eine 41/2-Zimmer-Wohnung mit einer Miete von 1600 Franken. Neben der Wohnnutzung werden – sowohl auf Baarer wie auch auf Zuger Boden – Gewerbe- und Dienstleistungsflächen realisiert. Die Erdgeschosse sind laut den Planern grösstenteils für sogenannte publikumsorientierte Nutzungen, also Läden, Cafés oder andere Betriebe, die Besucher anziehen, reserviert. Auf der Stadtzuger Seite ist zudem ein Doppelkindergarten geplant.

Das Quartier besteht aus 15 Gebäuden, die in einem Rechteck angeordnet werden. So entsteht eine Art Blockrandbebauung. Die Überbauung konzentriert sich nach innen. In diesem Innern ist eine öffentliche Parkanlage mit einem künstlichen See geplant. Das Unterfeld wird ein verdichtetes Quartier. Die Grundhöhe der Bauten beträgt 25 Meter. Es sind allerdings auch 34, 46, und 50 Meter hohe Gebäude sowie ein Hochhaus auf Baarer Boden von 60 Metern geplant.

Erschlossen wird das Quartier auf der Stadtzuger Seite von der verlängerten Feldpark-Strasse her und auf der Baarer Seite über die Nordzufahrt und den Kreisel im Norden des Unterfelds. Das Innere der Überbauung soll möglichst verkehrsfrei werden. Das Unterfeld wird über ein reduziertes Parkplatzangebot verfügen. Konkret heisst das: Im Zuger Teil sind in der Tiefgarage maximal 350, in Baar 550 Parkplätze zugelassen. Hinzu kommen einige oberirdische Kurzzeitparkplätze. Mit dem öffentlichen Verkehr ist das Gebiet über die Stadtbahnhaltestelle Lindenpark erschlossen. Gemäss Angaben der Gemeinde Baar ist ein neuer Ortsbus für das Quartier angedacht.

Komitees engagieren sich

Das Megaprojekt zwischen Zug und Baar hat für Diskussionen gesorgt. Nicht überall kommt das Vorhaben gut an. Es engagieren sich im Abstimmungskampf zwei gemeindeübergreifende Gegenkomitees und ein Prokomitee. Hier werden einige Argumente dieser Gruppen aufgelistet.

Die Befürworter halten unter anderem fest:

  • Insgesamt entstehen 470 preisgünstige Wohnungen in Zug und Baar sowie ein attraktiver durchmischter Lebensraum.
  • Das Quartier ist ideal erschlossen, sowohl mit der Bahnstation und der Bushaltestelle wie auch mit Fuss- und Velowegen.
  • Die Lage der Bebauung nahe des Autobahnzubringers entlastet die Ortskerne.

Die Gegner halten unter anderem fest:

  • Die Überbauung passt nicht ins Quartier und ins Stadtbild, da die Bauten überdimensioniert sind.
  • Das Verkehrskonzept funktioniert nicht. Es wird die Nordzufahrt zum Kollabieren bringen.
  • Das Wohnkonzept ist nicht familien- und menschenfreundlich.

Damit das Projekt umgesetzt wird, müssen beide Gemeinden zustimmen. Sagen Baar und Zug zu den Bebauungsplänen am 12. Februar Ja, so wird das neue Quartier in mehreren Etappen in einem Zeithorizont von 10 bis 20 Jahren entstehen.