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ZUG/BAAR: Der Nordzufahrt droht der Kollaps

In der Rushhour morgens und abends stösst die Umfahrung zwischen Autobahn und Stadt Zug an ihre Grenzen. Nun will der Kanton handeln.
Wolfgang Holz
Der morgendliche Berufsverkehr, der über die Ausfahrt Baar und über die Nordzufahrt (Bildhintergrund) nach Zug will, staut sich auf der Autobahn schon beachtlich lang zurück. (Bild Stefan Kaiser)

Der morgendliche Berufsverkehr, der über die Ausfahrt Baar und über die Nordzufahrt (Bildhintergrund) nach Zug will, staut sich auf der Autobahn schon beachtlich lang zurück. (Bild Stefan Kaiser)

7.45 Uhr. Ein normaler Werktag. Auf der Autobahnabfahrt Baar/Zug-Zentrum rücken die Scheinwerferlichter der Autos immer enger zusammen. 8.08 Uhr. Inzwischen stauen sich die Fahrzeuge, die nach Baar oder über die Nordzufahrt nach Zug wollen, auf der rechten Fahrspur der Autobahn zurück bis zur Brücke von Steinhausen. 8.16 Uhr. Stop-and-go-Verkehr auf der Nordzufahrt. Für die 2,5 Kilometer lange Strecke von der Autobahnabfahrt bis zum Kreisel an der Aabachstrasse braucht man knapp 10 Minuten. Macht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 20 Stundenkilometer – Postkutschentempo quasi. Wobei nicht wenige Autofahrer aus Staufrust schon gar nicht mehr den Weg über die Nordzufahrt nach Zug nehmen, sondern wieder ihr Glück über die Baarerstrasse versuchen. Dabei ist diese eigentlich als ÖV-Trassee gedacht.

50 bis 60 Prozent mehr Verkehr

Gut. Ausserhalb der Rushhour morgens und abends läuft der Verkehr bestens auf der Entlastungsstrasse, die Zug und Teile von Baar direkt mit der Autobahn verbindet und zur funktionierenden Verkehrsachse macht. Und die Staus, die sich täglich bilden, kommen nicht dauerhaft zum Stillstand. Noch. Denn der Verkehr auf der 2009 gebauten Nordzufahrt hat massiv zugenommen. «Seit dem Bau der Nordzufahrt ist der tägliche Durchschnittswert der gezählten Fahrzeuge um 50 bis 60 Prozent angewachsen», sagt Baudirektor Heinz Tännler. Wurden anfangs 9000 bis 10 000 Autos auf der Nordstrasse gezählt, sind es nun im südlichen Teil zwischen Kreisel Neuhof und Feldstrasse 14 600 und im nördlichen Teil zur Autobahn hin 16 000. Kein Wunder: Pendeln doch täglich laut Tännler inzwischen rund 40 000 Personen zur Arbeit nach Zug.

«Wir haben uns bei der Planung der Nordzufahrt nicht verkalkuliert, weil eine Verkehrsverlagerung von der Baarerstrasse zur Nordstrasse zu Gunsten des ÖV gewollt war», ist der Zuger Regierungsrat indes überzeugt. Tännler: «Es war immer vorauszusehen, dass es nach Umsetzung der Bebauungspläne zwischen Zug und Baar eine Ertüchtigung der Verkehrsknoten brauchen würde.» Fakt ist, wie es in einem aktuellen Papier des Kantons heisst: «Die Leistungsfähigkeitsberechnungen und Simulationen für die zukünftigen Zustände der kantonalen Hauptverkehrsachse Nordzufahrt zeigen auf, dass das System als Ganzes an der Kapazitätsgrenze läuft.» Auf gut Deutsch: Der Kollaps droht. Deshalb will der Kanton nun reagieren: Vor allem zwei neue Bypässe und die Verlängerung des Autobahnanschlusses stehen zur Diskussion.

Kreisel Neuhof wird ausgebaut

Was die zwei Bypässe für den Bypass angeht, will die Baudirektion die Nordzufahrt konkret zwischen der Autobahn und dem Kreisel Neuhof um zwei weitere Spuren erweitern (siehe Grafik). Grund: Die Einfädelspur für Autos, die sich aus Richtung Baar in die Nordzufahrt Richtung Zug einordnen wollen, ist zu kurz und sorgt täglich für Rückstaus. Deshalb wird eine Verlängerung dieser Spur geprüft – idealerweise gleich in Form einer durchgehenden Fahrbahn um den Kreisel Neuhof herum. Der zweite Bypass soll quasi parallel dazu, in Gegenrichtung zwischen dem Kreisel Neuhof und der Ampelkreuzung an der Weststrasse für Entlastung sorgen – weil besagter Kreisel als «Bremser» in der Rushhour wirkt. Grund: Zwei Zufahrten sind überlastet. «Zudem muss der Autobahnanschluss Baar/Zug-Zentrum verlängert werden, damit es zu keinen Rückstaus mehr auf der Autobahn kommt», erklärt Tännler.

Kosten: 10 bis 15 Millionen Franken

Vertiefte Sondierungsgespräche werden noch zu führen sein, speziell mit dem Bund. Dabei werden der Kanton und das Bundesamt für Strassen (Astra) die Kosten aufzuteilen haben – je nachdem, in welchem Bereich sich der Ausbau letztlich befinden wird. Tännler: «Die Kosten werden sich total auf 10 bis 15 Millionen Franken belaufen.» Wie die Aufteilung im Detail aussehe, könne man zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen. Und welche Auswirkungen hätte der Bau des Stadttunnels für den Verkehr auf Nordzufahrt? «Kommt der Stadttunnel, wird der Verkehr auf der Nordzufahrt sicher nicht abnehmen», so der Baudirektor. «Ohne Stadttunnel würden die Verkehrsverhältnisse so bleiben wie sie heute sind.»

Wolfgang Holz

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