ZUG/BAAR: Siemens liebäugelt mit Neubau in Baar

Siemens prüft den Hauptsitz von Zug nach Baar zu verlegen. Kostenpunkt für den Neubau: 200 Millionen Franken. Am bisher favorisierten Standort Areal Nord zeichnen sich Schwierigkeiten ab.

Pd/Rem
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Aktueller Planungsstand der Siemens. (Bild: PD)

Aktueller Planungsstand der Siemens. (Bild: PD)

Im Rennen um den Neubau des Siemens-Hauptsitzes ist das Areal Neuhof in Baar («Grüne Wiese»), das sich wenige hundert Meter nördlich des heutigen Siemens-Hauptsitzes befindet. Geplant sind Büros und Produktionsräume für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Siemens-Division Building Technologies. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 200 Millionen Franken. Mit dem Neubauprojekt bestätigt Siemens das klare Bekenntnis zum Industriestandort Schweiz und zum Kanton Zug, heisst es in einem Communiqué.

Aktueller Planungsstand der Siemens. (Bild: PD)

Aktueller Planungsstand der Siemens. (Bild: PD)

«Ein Neubau in Baar hat planerische und baurechtliche Vorteile», schreibt Siemens weiter. So befindet sich das Areal in der Gewerbezone. Die Gebäude könnten errichtet werden, ohne die laufende Produktion und Entwicklung zu stören. Allerdings seien noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt, um ein solches Projekt zu realisieren. Derzeit laufen die Verhandlungen. Siemens rechnet noch vor den Sommerferien mit einem definitiven Standortentscheid. Das Gebäude kann frühstens Ende 2016 bezogen werden.

Areal Nord nicht mehr Favorit

Am bisher favorisierten Standort Areal Nord in Zug zeichnen sich planungs- und mietrechtliche Risiken ab, die das Neubauprojekt im schlechtesten Fall um mehrere Jahre verzögern. Ausserdem muss das Projekt in Etappen und mit störenden Zwischenumzügen realisiert werden. Einige Rahmenbedingungen führen dazu, dass Teile der Testlabors sowie einzelne Logistikabteilungen nicht am gleichen Standort wie die Produktionsanlagen gebaut werden können.

Konzernchef Johannes Milde informiert über die neuen Pläne. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Konzernchef Johannes Milde informiert über die neuen Pläne. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Laut CEO Johannes Milde sei die Konzentration an einem einzigen Standort «absolut notwendig», um die Kostensteigerung durch den starken Schweizer Franken wenigstens zum Teil zu kompensieren. «Synergien ergeben sich in erster Linie durch verbesserte Prozesse, Abläufe mit kurzen Wegen und eine effizientere Nutzung der Büro-, Lager- und Produktionsflächen», so Milde.

Am Hauptsitz in Zug sind derzeit rund 1900 Mitarbeiter beschäftigt. Wie bereits bekannt, wird auch die Produktion in Volketswil, in der heute 200 Mitarbeiter beschäftigt sind, per Anfang 2014 nach Zug verlagert.

Siemens-Fahnen wehen vor dem ehemaligen Hauptgebäude in Zug. (Bild: Archiv Keystone)

Siemens-Fahnen wehen vor dem ehemaligen Hauptgebäude in Zug. (Bild: Archiv Keystone)