ZUG/BAAR: Wo ist bloss Ihr Ehering geblieben?

Wer finden will, der sucht am besten im Fundbüro. Hier lagern Gegenstände von internationaler Klientel.

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Jodlerhut und Büste: Wachtmeister Josef Bussmann von der Polizeidienststelle Zug-Kolinplatz zeigt verloren gegangene Gegenstände aus dem Fundbüro. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Jodlerhut und Büste: Wachtmeister Josef Bussmann von der Polizeidienststelle Zug-Kolinplatz zeigt verloren gegangene Gegenstände aus dem Fundbüro. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Gesucht: H. E. – Jodler und vergesslicher Schussel. Ebenfalls im Fokus: Ehemann mit blankem Ringfinger und schlechtem Gewissen. Die gute Nachricht: Der Jodlerhut lagert im Fundbüro der Stadt Zug, der Ehering in jenem von Baar.

Franz Willi, Wachtmeister auf der Polizeidienststelle Baar, öffnet eine weitere Schublade. Stofftier, Hundehalsband und ein Armeebéret, Halsketten und Handys. Ebenfalls herrenlos. Der Verlierer Nummer eins: Schlüssel in allen Variationen.

Jubelszenen im Fundbüro
«10 bis 20 Franken geben die Leute meistens, wenn sie ihre Sachen wieder bekommen haben», verrät Willi, der seit fünf Jahren das Fundbüro betreut, neben vielen anderen Aufgaben und im Wechsel mit Kollegen. Das Geld werde dann von hier aus den Findern ausgehändigt.

Von Januar bis Ende Juli wurden rund 140 Gegenstände abgegeben, davon 96 an die Besitzer wiedervermittelt. «Um den Hals gefallen ist mir noch niemand, aber Jubelszenen haben sich hier schon abgespielt», erzählt der Wachtmeister, «die positiven Reaktionen tun einem gut.»

Ehrliche Finder? Natürlich, die gebe es immer noch. 5000 Franken hat jemand ihm hier über den Schalter gereicht – gefunden mitten auf dem Weg. Hunde werden ebenfalls ab und zu abgegeben. Die Besitzer werden dank dem obligatorischen Chip, den das Tier trägt, ohne Aufwand ausfindig gemacht.

3000 Franken, ein Sturmgewehr und ein iPhone
Ortswechsel. Auf Spurensuche im offiziellen Fundbüro der Stadt Zug bei der Polizeidienststelle Zug-Kolinplatz. Hier nimmt Josef Bussmann, Wachtmeister mit besonderen Aufgaben, Fundgegenstände in Obhut. Im grössten Fundbüro des Kantons werden jährlich mehr als 500 Gegenstände an Besitzer vermittelt. Gebisse, Hörgeräte, Brillen, Jodlerhut und eine Frauenstatue sowie Pässe aus aller Herren Ländern. «Zug ist eben eine internationale Stadt», so Bussmanns Kommentar.

3000 Franken und vor allem ein Sturmgewehr, das seien die verrücktesten Gegenstände, die er bisher aufbewahrt habe. Oder das iPhone des Topmanagers. «3500 Bilder waren darauf eingelesen. Über die gespeicherte Telefonnummer eines Geschäftsfreundes konnte der Besitzer gefunden werden.» 200 Franken Finderlohn habe der erleichterte Mann hingeblättert.

Luc Müller

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.