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Zuger Ableger von Solarfirma erhält 1 Milliarde

Die China Development Bank zahlt der Solarfirma Jinkosolar mit Sitz in Zug 1 Milliarde US-Dollar. Das Unternehmen will in den nächsten Jahren kräftig in europäische Solarprojekte investieren.
Xiande Li, CEO von Jinkosolar: «Wenn sich gute Möglichkeiten ergeben, werden wir in der Schweiz investieren.» (Handybild Ernst Meier / Neue ZZ)

Xiande Li, CEO von Jinkosolar: «Wenn sich gute Möglichkeiten ergeben, werden wir in der Schweiz investieren.» (Handybild Ernst Meier / Neue ZZ)

Seit eineinhalb Jahren hat die chinesische Solarfirma Jinkosolar einen Europasitz in Zug. An der Chamerstrasse 85 arbeiten zurzeit drei Angestellte für das Unternehmen, das in China laut eigenen Angaben rund 10'000 Mitarbeiter zählt. Am Freitag gab JinkoSolar Switzerland an einer Medienkonferenz im Zuger Parkhotel bekannt, dass man von der China Development Bank einen Kredit von 1 Milliarde US-Dollar erhält. Das Geld will das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren in Solarprojekte in Europa investieren. «Wir finanzieren damit ausschliesslich die Entwicklung unserer Geschäftstätigkeiten in Europa», sagte Xiande Li, CEO von Jinkosolar, am Freitagmittag in Zug. Dabei strebe man auch eine eigene Produktion in Europa an. Als mögliche Länder, in denen man verstärkt investieren will, nannte Li Deutschland, Italien und Spanien. Angesprochen auf die Schweiz als möglichen Produktionsstandort antwortete er: «Nur wenn sich gute Möglichkeiten ergeben.» Xiande Li betonte, dass man für die künftige Entwicklung des Europageschäftes Partnerschaften mit anderen Solarfirmen eingehen wolle. Genauere Details über künftige Pläne gab er keine bekannt.

Umstrittene Preispolitik

Jinkosolar ist ein schnell wachsender Hersteller von Produkten für die Solarindustrie. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Shanghai deckt mit ihren Produkten praktisch die gesamte Wertschöpfungskette in der Photovoltaik ab. Unter europäischen Firmen gilt Jinkosolar als Billighersteller. Deutschen Firmen gelingt es heute vielfach nicht, mit den günstigeren Anbietern aus China mitzuhalten. Vor allem die Kürzungen der staatlichen Fördergelder haben die Situation verschlechtert. Die deutsche Solarfirma wirft zum Beispiel den Chinesen Preisdumping vor, weil diese von den chinesischen Staatsbanken vergünstigte Kredite erhalten. Bei der gestrigen Bekanntgabe des 1-Milliarden-Kredits gab es denn auch keine Informationen über die Kreditbedingungen. Zudem war keiner der anwesenden Vertreter der China Development Bank für ein Interview bereit.

Zürcher Rechtsanwalt im VR

In der Schweiz fiel Jinkosolar bis jetzt nicht auf. Im Handelsregister wurde der Europaableger des Solarmultis per 1.6.2011 eingetragen. Man habe sich wegen der zentralen Lage in Europa und der hohen Bedeutung des hiesigen Finanzplatzes für die Schweiz als Standort entschieden. «Die tiefen Unternehmenssteuern waren nur ein Nebenargument, das für die Schweiz sprach», sagte am Freitag Jinkosolar-CEO Xiande Li. Im Verwaltungsrat von Jinkosolar Switzerland sitzen drei Vertreter aus China sowie der Zürcher Rechtsanwalt Hans Andrée Koch.

Jinkosolar ist seit Mai 2010 an der New Yorker Börse kotiert. Das Unternehmen gilt als Nummer 7 auf dem Weltmarkt, weit vor dem grössten deutschen Photovoltaikproduzenten Solarworld. Das rasante Wachstum der Chinesen erhielt im Hebst vor einem Jahr einen herben Dämpfer, wie die Financial Times Deutschland schreibt. So hätten die chinesischen Behörden eine Produktionsstätte in der ostchinesischen Provinz Zhejiang vorübergehend geschlossen. Es sollen dort nämlich Fluoride in der die Umwelt gelangt sein. Anwohner hatten das Werk gestürmt und Jinkosolar vorgeworfen, für das Fischsterben in einem Fluss verantwortlich zu sein.

Ernst Meier / Neue ZZ

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