Zuger Ärztin trägt bei der Arbeit keinen Mundschutz und wird entlassen

Nach einer Kontrolle des kantonsärztlichen Dienstes in einer Zuger Arztpraxis wurde eine Ärztin fristlos entlassen. Diese sieht sich unterdessen als Bauernopfer.

Drucken
Teilen

(pjm) In einer Zuger Arztpraxis wurde gemäss 20 Minuten eine Ärztin fristlos entlassen. Ein Angestellter der Praxis berichtet dazu gegenüber 20 Minuten: «Eine Patientin hatte sich beschwert, weil sie während der Arbeit keine Maske getragen hatte. Daraufhin wurde der Ärztin fristlos gekündigt.»

Aurel Köpfli von der Zuger Gesundheitsdirektion bestätigte gegenüber 20 Minuten, dass nach einem Hinweis aus der Bevölkerung eine Kontrolle in besagter Praxis durchgeführt worden sei. Dabei habe sich herausgestellt, dass nicht alle Mitarbeiter die Maskentragepflicht einhalten würden. In der Folge sei die Gesundheitsdirektion von der Praxis über personelle Änderungen informiert worden.

Die Entlassung der Ärztin bestätigte auch der Praxisleiter. Laut diesem sei allerdings nicht nur das einmalige Nicht-Tragen einer Schutzmaske der Grund für die Kündigung gewesen. In einer gemeinsamen Aussprache sei dann entschlossen worden, dass es für alle Beteiligten besser sei, wenn die Ärztin die Stelle nicht mehr antreten würde. So seien die Ärztin und die Praxis dann auch «freundschaftlich und einvernehmlich auseinandergegangen», erzählte der Praxisleiter 20 Minuten weiter.

Ärztin sieht sich als Bauernopfer

Anders sieht das die entlassene Ärztin. Gegenüber 20 Minuten äussert sie sich wie folgt: «Ich habe die Kündigung nur unterschrieben, weil ich nach einem langen Arbeitstag ohne Pausen müde und mental nicht mehr auf der Höhe gewesen bin.» Wie es für sie weiterginge, sei noch nicht ganz klar. Aufgrund der vielen Patienten, die sich noch bei ihr in Behandlung befänden, plane sie eine eigene Praxis zu eröffnen.

Mehr zum Thema