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Die Zuger Altstadt erhält eine neue Bar

Vor rund eineinhalb Jahren verschwand die Blues Brothers Bar. Jetzt ist klar, dass im «Haus zur Fischerstube» wieder eine Bar eröffnet. Dort wird der Hausherr persönlich hinter dem Tresen stehen.
Livio Brandenberg
«Fischerstube»-Besitzer André Bliggenstorfer im alten Gewölbekeller des Altstadthauses. Auch dieser Keller wird zur neuen Bar gehören. Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

«Fischerstube»-Besitzer André Bliggenstorfer im alten Gewölbekeller des Altstadthauses. Auch dieser Keller wird zur neuen Bar gehören. Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

Blick aus einem der oberen Geschosse auf die Zuger Altstadt. Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

Blick aus einem der oberen Geschosse auf die Zuger Altstadt. Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

Die Maisonette-Wohnung wird mit einer Dachterrasse ausgestattet sein. Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

Die Maisonette-Wohnung wird mit einer Dachterrasse ausgestattet sein. Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

Die Wohnungen werden ab November bezugsbereit sein. Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

Die Wohnungen werden ab November bezugsbereit sein. Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

Die Umbauarbeiten sind in vollem Gange. Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

Die Umbauarbeiten sind in vollem Gange. Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

Es ist ein angenehmer Rundgang in der Unter Altstadt 12 an diesem Nachmittag. Draussen sind es gefühlte 35 Grad, doch in den dunklen Räumen der ehemaligen Blues Brothers Bar in der Fischerstube lässt es sich gut aushalten. Hier im Erdgeschoss steht Hauseigentümer André «Andy» Bliggenstorfer inmitten von Kabeln, Säcken voller Gips, Holzlatten, Plastikkübeln und weiteren Utensilien, die man zwangsläufig auf einer Baustelle antrifft. Gerade sei wenig los, da fast alle Handwerker in den Sommerferien seien, sagt Bliggenstorfer beinahe rechtfertigend. «Aber es wird.»

Werden wird hier eine neue Bar, und zwar mit einem Stehbereich und einer Lounge, sprich Sitzbänken und Stühlen. Zu sehen ist von der Einrichtung momentan nichts, so weit ist man noch nicht. «Wir wollten ursprünglich im März dieses Jahres eröffnen», sagt André Bliggenstorfer mit einem Schmunzeln. «Dann wurde daraus zuerst August und nun peilen wir November an.» Gefragt nach den Gründen für diese Verzögerung, antwortet der 35-Jährige: «Das ist halt so, wenn man ein Jahrhunderte altes Haus umbaut.»

Viel Zuspruch aus der Nachbarschaft

Die Stadt habe etwa verschiedene archäologische Abklärungen gemacht, «sie haben hier im Keller Münzen, Knochen und weitere Dinge ausgegraben». Dann seien Einwände des Denkmalschutzes dazugekommen, etwa betreffend der Balken an der Decke der neuen Bar, die schlicht Fischerstube Bar heissen wird. Hat er nie die Nerven verloren? «Ein, zwei Mal war ich mit meiner Geduld schon ziemlich am Ende», sagt Bliggenstorfer. Doch die Mühe werde sich lohnen.

Kaffee und Kuchen 
beim Bahnhof

In zwei (vielleicht drei) Jahren wird das Haus am östlichen Rand des Bahnhofplatzes abgerissen. Bis dahin können Kaffee-, Kuchen- und Cocktailliebhaber im neuen Café Glücklich einkehren. Ende Juni haben die drei Kollegen und Geschäftspartner Dogan Erdogan, Ramon Nietlispach und Tobias Rothenfluh das Lokal an der Alpenstrasse eröffnet. Das Konzept: Tagsüber gibt es Kaffee und Kuchen, am Abend ist Barbetrieb angesagt. Neuerdings werden auch Mittagsmenus angeboten: Salate, Hotdogs und Tatar. Platz hat es total für gut 70 Gäste. (lb)

Auch steht er voll hinter dem Konzept, welches er zusammen mit seinem Team entwickelt hat. «Wir wollen kein lautes Partylokal sein, sondern, dass Leute zu uns kommen, die nach dem Arbeiten auf dem Nachhauseweg noch ein, zwei Bier oder Cocktails trinken möchten – und natürlich die Leute aus der Altstadt.» Auch deshalb habe er keine Bedenken, was den allfälligen Lärm angehe, er kenne die Nachbarn gut. «Ich bin ja in diesem Haus aufgewachsen», und praktisch alle hätten sich gefreut, dass wieder Leben einkehre in der «Fischerstube».

Bliggenstorfer selbst findet, bei dieser Diskussion gehöre eine Portion Toleranz schlicht dazu: «Man hört immer wieder, wie geklagt wird, die Zuger Altstadt müsse wiederbelebt werden. Das machen wir. Und ein Gastrobetrieb kann nun mal ein wenig Lärm mit sich bringen.» Geöffnet sein wird die Bar unter der Woche bis um Mitternacht und am Freitag- sowie am Samstagabend bis um 2 Uhr. Der Eingang wird neu nicht mehr an der Hausfront zur Unter Altstadt hin liegen, sondern man wird das Lokal durch eine wiederhergestellte Tür im Durchgang zum See betreten.

Wohnungen sind im Herbst bezugsbereit

Zur Bar im Erdgeschoss wird auch der alte Keller gehören, der über die letzten Jahrzehnte einzig als Abstellraum des lange im ersten Stock eingemieteten China-Restaurants Golden Dragon genutzt wurde. Auch hier haben die Bau- und Restaurierungsarbeiten begonnen. Gut zu sehen ist das alte Kellergewölbe, welches wiederhergestellt wird, ebenfalls unter Auflagen der Stadt. «Hier unten werden wir es simpel halten und einzig ein paar Tische und Stühle aufstellen», so Bliggenstorfer. Platz bietet der Keller für rund 20 Personen, denkbar seien etwa Degustationen oder Geburtstagsapéros. Bedient wird der Kellerraum von der Bar im Erdgeschoss aus.

Dass das Haus ein neues Gesamtkonzept erhalten soll, war bereits im Herbst 2016 klar. Es werde ein «sehr interessanter gastronomischer Betrieb» sein, sagte der Bauherr damals zu unserer Zeitung. Inzwischen dürfte dieser Betrieb für ihn noch interessanter geworden sein. Denn Bliggenstorfer wird – obwohl ausgebildeter Elektroingenieur – persönlich hinter dem Tresen stehen. Er hat seinen Job aufgegeben und widmet sich seither zu 100 Prozent dem Umbau und der Verwaltung des Hauses.

Denn zum neuen Gesamtkonzept gehören – oberhalb der Bar – auch Wohnungen. Im ersten Stock wird Bliggenstorfer einziehen, «auch, da die Wohnung eine Art ‹Puffer› sein dürfte», sagt der Besitzer, dem das Altstadthaus zusammen mit seiner Schwester gehört. Im zweiten Stock entsteht ebenfalls eine 4½-Zimmer-Wohnung mit Seeblick. Im dritten Stock werden kleine Zimmer und ein Studio zur Miete stehen. Im vierten und fünften Stock folgt dann das «Bijou» des Hauses: eine Maisonette-Wohnung mit zwei Bädern, einer Dachterrasse und Blick auf den Zugersee. Bezugsbereit sind die Wohnungen ab Anfang November.

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