Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kolumne

Zuger Beizensterben

Redaktorin Andrea Muff schreibt in der Kolumne «Zug um Zug» über das Beizensterben im Kanton.
Andrea Muff
Redaktorin Andrea Muff (Bild: Stefan Kaiser)

Redaktorin Andrea Muff (Bild: Stefan Kaiser)

«Beizensterben» – was für ein Wort. Doch Zahlen belegen, dass in der Schweiz und auch im Kanton Zug immer mehr Restaurants von der Bildfläche verschwinden. Sei es durch Misswirtschaft, das Ausbleiben von Gästen oder die vergebliche Suche nach einem Nachfolger. Die vom Inkassodienstleister Creditreform publizierten Zahlen zeigen netto minus zwölf Restaurants im vergangenen Jahr im Kanton Zug. Auch für die Alpwirtschaft Zuger Alpli könnten die Tage gezählt sein, denn die Korporation sucht nach einem neuen Wirt – bis jetzt erfolglos.

Die klassische Beiz oder Knelle gibt es kaum noch: Der Stammtisch, an dem sich die Gäste regelmässig austauschten und der ihnen ein «Wohnzimmergefühl» vermittelte, gibt es so nur noch selten. Zudem: Ist das Restaurant nur mit einem fahrbaren Untersatz zu erreichen, konsumieren die Gäste wenig alkoholische Getränke. Für ländliche Betriebe ein Problem.

Des Weiteren hat sich die Gesellschaft generell verändert. Sie ist schnelllebiger geworden – «Coffee to go» und «Take-away» gehören zum oft genutzten Wortschatz. Für das Mittagessen bleibt meist nicht mehr als eine halbe Stunde. In dieser kurzen Zeit ist es kaum möglich, in einem Restaurant die Karte anzuschauen, zu bestellen, zu essen und zu bezahlen. So lässt man es bleiben und isst ein Sandwich auf dem Weg.

Doch Restaurants sind wichtig: Sie beleben einen Ort, sind oft ein sozialer Hotspot, wo man sich trifft und der einem auch Halt geben kann. Der Gastronomie wird das Leben aber auch schwer gemacht, mit Regulierungen, Gebühren und immer öfters auch mit Lärmklagen. So liegt es auch an der Politik, dass sich Gastronomen zweimal überlegen, ob sie tatsächlich ein Restaurant eröffnen möchten.

Ganz ehrlich: Es ist schön, sich bedienen zu lassen. Dass man dafür Geld ausgeben muss, ist in Ordnung. Dass man sich das aber nicht jeden Tag leisten kann, ist ebenfalls klar. Hoffen wir, dass wir weiterhin das Lieblingsgetränk in der Lieb­lingsbeiz geniessen können.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.