Zuger Bibliotheken öffnen ihre Türen wieder

Sucher von Lesestoff sollten mehr Zeit einplanen. Dies ist den Schutzmassnahmen wegen des Coronavirus geschuldet.

Marco Morosoli
Drucken
Teilen
Bis zu 140 Leute dürfen sich in der Bibliothek Zug ab Montag wieder aufhalten.

Bis zu 140 Leute dürfen sich in der Bibliothek Zug ab Montag wieder aufhalten.

Bild: Stefan Kaiser (25. Februar 2020)

Die Bibliotheken sind lange Zeit davon ausgegangen, dass sie erst im Lockerungsschritt Anfang Juni öffnen dürften. Der Bundesrat hat nun beschlossen, dass die Büchertempel ihre Türen bereits ab dem kommenden Montag (11. Mai) wieder öffnen können. «Es gibt aber einschneidende Einschränkungen», sagt Pia Rutishauser. Sie ist Leiterin der Bibliothek Zug. Mit Blick nach vorne fügt Rutishauser an:

«Das Wichtigste ist: Unser Haus ist wieder für die gesamte Bevölkerung zur Ausleihe offen. Und das gilt von Montag bis Freitag zu den ordentlichen Schliesszeiten.»

Samstags bleibt die Bibliothek Zug noch geschlossen. Rutishauser begründet dies so: «Aufgrund des grossen Andrangs könnten wir die vorgegebenen Hygiene- und Abstandsvorschriften nicht gewährleisten.»

Auch andere Bibliotheken im Kanton Zug machen ihre Tore ab dem kommenden Montag auf. Jede dieser Institutionen, die ihren Betrieb wieder hochfährt, hat ein Öffnungskonzept ausgearbeitet, welches auf die Bedürfnisse des Hauses ausgerichtet ist (Eine Liste finden sie hier).

Bibliotheken können zum Teil selber entscheiden

Die Zuger Bibliotheken halten sich an die Vorgaben der Vereinigung Bibliosuisse. Diese hat ein Coronavirus-Schutzkonzept ausgearbeitet, um den Bundesvorgaben Genüge zu tun. Ein Bibliosuisse-Sprecher betont, dass die vom Verband ausgearbeiteten Verhaltensregeln eine Art Raster darstellen: «Die einzelnen Bibliotheken können selber entscheiden, wie sie das gegebene Konzept umsetzen.» Zum Beispiel steht in der Blaupause von Bibliosuisse, dass für jeden Besucher eine Fläche von zehn Quadratmetern vorhanden sein muss. Dieses System hat sich in der Schweiz schon an verschiedenen Orten bewährt.

Da die Zuger Bibliothek an der St. Oswaldsgasse sehr weitläufig ist, können sich laut Pia Rutishauser 140 Kunden gleichzeitig in der alten Kaserne aufhalten. Ein automatisiertes Zutrittssystem entbinde das Bibliothekspersonal vom Zählen. Da das Coronavirus auch auf Papier und anderen Stoffen wie Plastik eine gewisse Zeit überleben kann, müssen alle Medien, die Nutzer zurückbringen, zuerst einmal gesäubert werden. Das Lesezimmer mit vielen Zeitungen und Zeitschriften muss aus diesem Grund noch geschlossen bleiben. Das Bibliothekspersonal hat zudem alle Sitzangelegenheiten entfernt.

Die Botschaft dahinter: Büchertauschen geht, verweilen hingegen in einer ersten Phase nicht. Wie die Leiterin der Bibliothek Zug zudem betont, verzichtet ihr Institut bis Ende August auf die Durchführung von Veranstaltungen jedweder Art.

Weiterhin nicht benutzbar ist die Studienbibliothek im alten Zeughaus. Pia Rutishauser sagt dazu: «Wir warten bei diesem Angebot darauf, wie die Hochschulen die Coronavirus-Vorschriften umsetzen. Lockerungen in diesem Segment sind für Anfang Juni vorgesehen. Hingegen verzichtet die Bibliothek Zug vorderhand noch nicht auf den Bücher-Heimlieferdienst. Gedacht ist dieser Service vor allem für Risikogruppen.

Mehr fremdsprachige E-Books ausgeliehen

Erstmals liegen auch aktuelle Zahlen der E-Book-Plattform Dibi-Zentral vor. Im Katalog dieses Verbunds von Zentralschweizer Bibliotheken finden sich Zeitungen, Bücher und Hörbücher in grosser Zahl. Im März 2020 ist deren Zuspruch um 28,5 Prozent gestiegen. Im April verzeichnete der Dienst sogar ein Plus von 46,4 Prozent.

Auch die Plattform Over Drive, auf welcher fremdsprachige Bücher zu finden sind, hat bei der Gunst der Zuger Bibliotheksnutzer massiv zugelegt. Weitere Angebote sind erst seit kurzem nutzbar, sodass Vergleiche derzeit schwierig sind.

Aufstellung_Angebote-der-Zuger-Bibliotheken.pdf